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Lifestyle | 13.05.2019

Kleiner Balkon, großes Glück

Es muss nicht immer ein Garten für das Outdoor-Wohnglück sein: Balkone und Terrassen sind alles andere als kleinkariert – und kommen jetzt groß raus!

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Sitzsäcke sind wahre Alleskönner und machen selbst auf dem Minibalkon eine gute Figur. (© ANAEI)

Einfach mal entspannt abhängen – oder sich doch lieber tief fallen lassen? Alle Jahre wieder stehen Gartenbesitzer vor der entscheidenden Frage, wie sich die Wohnfühloase auch heuer wieder aufhübschen lässt. Doch nicht nur die: Gerade in Zeiten von Landflucht und Stadtzuzug werden Wohnprojekte verwirklicht, in denen Balkone und Terrassen mehr als nur schöne Nebensache sind und sogar als wichtiges Herzstück konzipiert werden. Genau wie im Garten finden hier gemütliche Sitzecken, Lounge-Areas, Outdoor-Accessoires und vieles mehr Platz. Der einzige Unterschied: Aufgrund des Platzmangels muss ein Balkon oder eine Terrasse noch akkurater geplant werden, Minimalismus und Multifunktionalität sind hier die Zauberworte.

Kleiner Raum, große Wirkung. Auch der kleinste Balkon und die beengendste Terrasse lassen sich mit nur wenigen Handgriffen in gemütliche Ecken verwandeln. Klar, die XL-Lounge ist woanders besser aufgehoben, doch wer gut plant, dem stehen auch auf wenigen Quadratmetern eine ganze Reihe von Möglichkeiten zur Auswahl. Zuerst einmal sollte man sich selbst die Frage stellen: Hat Sonnenbaden auf dem Liegestuhl Priorität, Lesen im gemütlichen Sessel, Gärtnern im urbanen Hochbeet-Garten, Essen an einem Tisch mit der ganzen Familie – oder soll sogar der ganze Freundeskreis Platz finden? Nur wer eine Ahnung von dem hat, was er wirklich will, wird sich mit seinem Konzept am Ende wohlfühlen.

 

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Witzige Drucke, bunte Accessoires und viel Individualismus: So kann der Sommer auf dem Balkon einziehen! (© IKEA)

Die Lage macht's. Norden, Osten, Süden, Westen – jede Himmelsrichtung hat ihre eigenen Vorzüge, aber auch Tücken. Und die gilt es zu beachten! Wer einen schattigen Nordbalkon besitzt, sollte zu hellen Farben greifen, die optisch einfach freundlicher wirken und das dunkle Platzerl aufleben lassen. Der Ostbalkonbesitzer genießt schon beim Frühstück die ersten Sonnenstrahlen, somit wäre er mit einem kleinen Sitzbereich besser beraten als mit einer Sonnenliege. Im Gegenzug freut sich der Besitzer eines Westbalkons über die letzten Sonnenstrahlen und Blicke auf den Sonnenuntergang – und das am besten von der gemütlichen Lounge aus. Der Südbalkon oder die Südterrasse sind die beliebteste Variante für Sonnenanbeter: Hier kann vom Vormittag bis zum späten Nachmittag gebrutzelt werden, was das Zeug hält. Vor allem für die letzte Variante gilt: Achten Sie unbedingt auf UV-beständige Outdoor-Stoffe, wenn Sie lange Freude an Ihren Outdoor-Möbeln und -Accessoires haben wollen. Nachdem sich durch die Sonneneinstrahlung die Möbel stark aufheizen, sollte bei ihnen besser zu Holz gegriffen werden statt zu Metall. Blau- und Grüntöne wirken dem Hitzegefühl gegen. 

 

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Höchster Chillfaktor: Hier könnte man ganze Tage verbringen! (© FATBOY)

Minibalkone: klein, aber fein. Der sehr kleine bis kleine Balkon kommt dann am besten zur Geltung, wenn er in eine einzige Zone eingeteilt wird. Hier findet entweder ein Esstisch mit Stühlen, ein Loungebereich oder ein einzelner Sessel Platz – und natürlich das ein oder andere Outdoor-Accessoire oder die Lieblingspflanze. Beim Minibalkon darf gerne alles so multifunktional wie möglich sein: Der Outdoor-Couchtisch wird dank einer Kurbel zum Esstisch umfunktioniert, Liegen können für mehr Platz einfach hochgeklappt werden, vertikal aufeinander stapelbare Blumenkästen sorgen für bunte Blütenpracht auf kleinem Raum, Laternen und Windlichter hängen von der Decke oder an der Wand und nehmen keine zusätzliche Bodenfläche in Anspruch.

Der mittlere Balkon: Platz für mehr. Wenn Balkon und Terrasse mehr Platz zulassen, darf sich schon mal ausgebreitet werden. Laut Terrassenplanern gehen sich ab einer Fläche von 15 Quadratmetern mindestens zwei Zonen aus, die meistens aus einem Essbereich und einer gemütlichen Sitz­ecke bestehen. Während am kleinen Balkon Blumen in vertikalen Beeten und in Blumenkisterln am Geländer blühen, können beim mittleren Balkon bereits Stauden und Gehölze gesetzt werden. Als besonderes Highlight fungiert ein kleiner Brunnen, dessen Plätschern den Stadtlärm verschwinden lässt und gleichzeitig für ein angenehmes Klima sorgt.

Zonen schaffen: der große Balkon. Mut zu mehr – das ist das gestalterische Motto auf einem großen Balkon oder einer großen Terrasse. Zwar können viele Wünsche erfüllt werden, allerdings soll unbedingt darauf geachtet werden, die Fläche nicht gleich zu überladen. Denn wer braucht schon Essgruppe, Sitzlounge, Lese- und Hängesessel und die freischwingende Liege auf einmal? Besser ist es, sich langsam vorzutasten und (s)einem Stil treu zu bleiben. Nur so entsteht ein aufeinander abgestimmtes Konzept. Ob Planschbecken, Outdoor-Küche, Hochbeete oder Daybeds – auf dem großen Balkon entstehen nicht nur Zimmer im Grünen, sondern sogar ganze Wohnungen! Für nötige Rückzugsbereiche sorgen natürliche Raumteiler und Paravents aus Blätterwerk und Pflanzen.

 

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Platz ist in der kleinsten Hütte: Auch der Minibalkon kann zum Genussplatzerl werden. (© Shutterstock)

Einfach mal abhängen. Schon in den letzten Jahren haben sich die Outdoor-Möbelhersteller einiges einfallen lassen, um einfach mal gepflegt „abhängen“ zu können: Neben der klassischen Hängematte erobern auch wetterfeste Hängesessel und -liegen den Markt, die entweder frei an einem Standbein über dem Boden schweben oder an festen Überhängen positioniert werden. Vorausgesetzt natürlich, der Haken am Mauerwerk hält dieser Belastung stand. 2019 sind es vor allem Hängesessel aus Polyrattan, die alle Augen – und Hinterteile – auf sich ziehen: Wie in einem riesigen Kokon kann man hier die Umwelt aussperren und einfach mal abschalten. Wer lange Freude an seinem Hängemöbel haben möchte, achtet auf leicht zu reinigende und UV-beständige Stoffe und Materialien. Gedeckte Farben in warmen Erd- oder Grautönen fügen sich in so gut wie jeden Wohnstil ein und lassen sich mit farbenfrohen Accessoires schnell und einfach aufpeppen.

Moderner Sichtschutz. Wohnräume im Freien brauchen vor allem eines: Privatsphäre. Denn wenn der nächste Wohnblock gerade eine Straßenbreite entfernt ist und der Nachbar quasi fast auf die Terrasse spucken kann, ist der Wunsch nach einem Sichtschutz groß. Vorbei sind allerdings die Zeiten, als man mit Plastikplanen sein eigenes Outdoor-Reich vor neugierigen Blicken schützte. Heut wird vielmehr darauf Wert gelegt, eine urbane Oase zu schaffen, in der sich die Natur ausbreiten darf. Luftig-leicht wirken Netze, an denen sich Kletterpflanzen „entlanghangeln“ können. Allerdings sollte man darauf achten, dass diese Sichtschutz-Methode nicht zum Urwald ausartet und Licht wegnimmt bzw. den Ausblick ruiniert. Echte „Blick-Blocker“, die sehr wohl auf Balkon und Terrasse, wenn diese groß genug sind, funktionieren, sind und bleiben Sichtschutzwände aus Beton und Holz. Ausstanzungen im Material lassen mehr Licht ins kleine Paradies kommen und sehen hübsch aus. 

Explosiver Farbkick. Wie auch im Garten sorgen Knallfarben 2019 auch auf Balkon und Terrasse für Furore: Tomatenrot, Blau, Grün und Koralle bringen Stimmung ins Betonmeer der (Groß-)Stadt. Besonders schön und absolut im Trend sind Dschungel- und Blumenmuster aller Art, aber auch grafische Streifen geben den Ton an. Wer sich lieber an elegante Zurückhaltung als an bunte Farb­explosionen hält, greift zu klassischen Beige- und Brauntönen, motzt diese aber mit farbenfrohen Outdoor-Accessoires auf. Teppiche, Stehleuchten, überdimensionale Sitzsäcke, witzige LED-Leuchten, Lampions und Sitzpoufs tun ihr Übriges und lassen den kleinen Wohnraum zum großen Freiraum werden.