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Lifestyle | 21.05.2019

KAMPF – KUNST – KICKBOXEN

Der typische Kickboxer sei ein Raubein, sogar der Ruf des knallharten Schlägertyps haftet ihm an. Doch mit der Wirklichkeit hat dieses Haudegen-Image wenig zu tun. Längst ist Kickboxen zum Trendsport für Männer wie auch für Frauen und Kinder avanciert. Wir sind mit Erfolgstrainer Alex „Thunder“ Loydolt in den Ring gestiegen und haben alles Wissenswerte über den Funsport zusammengetragen.

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Alex „Thunder“ Loydolt, Obmann des Kampfsportvereins Fightcrew in Wels. Fotos: Stefan Dokoupil

"If it doesn’t challenge you, it doesn’t change you.“ Kickboxen: ein forderndes Training für Körper und Geist. Als Wettkampfdisziplin entstanden in den 1970er-Jahren aus einer Mischung aus verschiedenen Kampfsportarten, mit Elementen aus Taekwondo, Karate, Kung-Fu und Boxen, ist Kickboxen eine Kampfsportart, bei der das Schlagen mit Füßen und Händen mit konventionellem Boxen verbunden wird. Häufig als Sport für (Möchtegern-)Rambos gering geschätzt, wird beim Kickboxen nicht nur der ganze Körper gefordert, auch Konzentration, Körperspannung und -beherrschung, Kondition und Koordination werden geschult. Die coole Trendsportart ist viel mehr als raufen, hauen, prügeln, schlagen: Sie lehrt Respekt, fördert die Selbstwahrnehmung und wirkt sich positiv auf Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein aus.
Den Oberkörper und die Arme großflächig tätowiert, Hipster-Bart, Irokesen, stahlblaue Augen, Muskeln und eine Riesenportion Badass-Coolness: Rein optisch passt Alex „Thunder“ Loydolt, Obmann des Kampfsportvereins Fightcrew in Wels und u.a. achtfacher WM-Gold- und zweifacher EM-Gold-Trainer sowie elffacher World Games-Sieger, wie die Faust aufs Auge zum Klischee des Kampfsportlers. Im Gespräch stellt sich allerdings schnell heraus: „Harte Schale, weicher Kern“ weicht dem Image des wilden Rowdys.

Alex, für wen ist die Sportart am besten geeignet?
Für nahezu jeden. Frauen und Männer in jedem Alter, aber auch immer mehr Kinder entdecken den Sport für sich. Und auch was den beruflichen Hintergrund betrifft, so haben wir Mitglieder vom Arzt bis zum Zimmermann.

Welche Körperzonen und Muskeln werden besonders trainiert?
Alle – vom kleinen Zehn bis zur linken und rechten Gehirnhälfte. Kickboxen ist ein Ganzkörpertraining. Wir legen stark Wert darauf, dass bei jedem Training alles beansprucht wird.

Wie schnell spürt man einen Effekt beim Training und wie oft sollte man trainieren?
Wir bieten unsere Kurse dreimal in der Woche an, wobei man zweimal in der Woche unbedingt trainieren sollte. Wie schnell man Effekte spürt, kommt sehr stark auf die körperlichen Voraussetzungen an. Wir geben auch Ernährungstipps, wir haben eine Ernährungsberaterin bei uns im Team, und auch Fitnesstrainer und Physiotherapeuten, die uns betreuen und die wir jederzeit zurate ziehen können.

 

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„Kickboxen tut nicht nur dem Körper gut, sondern auch dem Geist“, ist Alex Loydolt, u.a. achtfacher Weltmeister-Trainer, sicher.

Inwiefern ist Kickboxen auch gut fürs Selbstvertrauen?
Beim Kickboxen spielt nicht nur die körperliche, sondern auch die mentale Komponente eine große Rolle. Wenn ich mental stark bin, kann auch mein Körper mehr geben. Mir berichten Eltern immer wieder, dass sich ihre Kinder durch das Training mehr trauen, sich besser fühlen, cooler auf Kränkungen reagieren, ihr Selbstwertgefühl durch Kickboxen gestiegen ist. Ich lehre die Kids Disziplin, Ehrgeiz, Respekt und Selbstbewusstsein. Dass man etwas tun muss dafür, wenn man etwas erreichen will, denn man kriegt nichts geschenkt im Leben. Kickboxen ist bei uns also auch eine Lebensschule. Viele meiner Burschen, die auf Weltmeisterschaften kämpfen, waren, bevor sie zu uns kamen, kleine „Mauserl“ und sind nach ein paar Jahren Training bei uns Weltmeister, Staatsmeister, Europameister und World Games-Sieger. Das spricht für sich.

Wie läuft das Training bei der Fightcrew ab?
Das Training ist abwechslungsreich. Wir starten mit der Begrüßung, mit Respektzollen gegenüber Trainern und Schülern. Dann wärmen wir uns beim Laufen oder Seilspringen auf. Ganz wichtig ist dann das Dehnen, dynamisch und statisch, auf das das Techniktraining folgt, wobei wir uns hier immer an die Leute anpassen: Wenn viele Anfänger dabei sind, teilen wir die Klassen auf in Anfänger und Fortgeschrittene. Das Besondere bei uns im Studio ist nämlich, dass hier Anfänger mit Profis trainieren können und umgekehrt. Darauf legen wir großen Wert. Jeder kann von jedem lernen, auch der Weltmeister vom Anfänger.

Besteht beim Kickboxen eine sehr hohe Verletzungsgefahr?
Nein, nicht mehr und nicht weniger als bei jedem anderen Sport. Ich würde sogar behaupten, weniger als beispielsweise beim Fußball. Aber wir sind halt auch nicht so wehleidig. (lacht)

Was kannst du dem schlechten Ruf, den Kampfsport noch immer bei vielen hat, entgegensetzen?
Viele glauben leider noch immer, Kickboxer oder Kampfsportler allgemein wären hirnlose Schläger, das ist in den Köpfen vieler Menschen drin. Aber wenn man sich beispielsweise die Klitschkos ansieht, beide Doktoren, ist das einfach nicht richtig. Auch bei uns im Club sind vom Polizisten über den Programmierer bis zum Arzt alle Berufe vertreten. Das passt nicht zum Image des hirnlosen Schlägers.

 

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Arme, Beine, Schultern, Kopf und der gesamte Oberkörper werden eingesetzt – beim Kickboxen gibt es keinen Teil des Körpers, der nicht trainiert wird.

5 UNSCHLAGBARE GRÜNDE, UM MIT KICKBOXEN ZU STARTEN

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Kicks und Punches: Die Fußtechniken sind im Vergleich zu den Boxtechniken langsamer, aber kraftvoller.

1. GANZKÖRPERTRAINING: 

Kickboxen formt den ganzen Körper und beansprucht nahezu jeden Muskel – was auf die wenigsten Sportarten zutrifft. Gerade diejenigen, die ihren Körper formen und definieren wollen, finden im Kickboxen ihre perfekte Sportart. Jeder Schritt und jeder Schlag erfordert maximale Kraft, so werden neben Armen und Beinen auch Rücken, Taille, Bauch und Po geformt.

 

2.MEHR SELBSTBEWUSSTSEIN: 

Kickboxen macht nicht nur physisch, sondern auch psychisch stark. Da die Muskulatur der Körpermitte gekräftigt wird, wird die Haltung enorm verbessert, der Gang aufrechter. Durch das Training werden die Muskeln insgesamt härter, was einen nur so vor Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit trotzen lässt. Auch dass unter Kampfsportlern Respekt und das Miteinander großgeschrieben werden, macht innerlich stark. 

 

3. MEHR KONZENTRATION 

Wer kickboxt, trainiert auch seine Konzentrationsfähigkeit. Denn durch die Koordinationsarbeit wird auch der Kopf beansprucht. Die häufiggen Über-Kreuz-Bewegungen aktivieren wie beim Tanzen beide Gehirnhälften und verbessern die Denkleistung.

 

4. STRESSABBAU 

Kickboxen ist ein wahrer Stresskiller, wer mindestens zweimal die Woche trainiert, wird seinen Alltag viel entspannter und gelassener bewältigen. Angestaute Aggressionen werden im Training einfach weggeboxt und -gekickt. So richtig die Sau rauszulassen wirkt wahre Wunder: Man fühlt sich befreiter, zufriedener, und schlechte Laune hat erst gar keine Chance aufkommen. 

 

5. ÄSTHETIK 

Kickboxen ist eine Kombination aus Aggressivität und ganz viel Ästhetik! Und spätestens seit herausgefunden wurde, dass das vermeintliche Kuschel-Alleskönner-Hormon Oxytocin nicht nur Gefühle wie Liebe, Verlangen und Glück erzeugt, sondern auch aggressiv macht, wissen wir: Aggressiv und sexy sind nicht so gegensätzlich, wie manche vermuten würden. Die brachial anmutenden Kicks, Punches und Moves sind faszinierend anzusehen und haben Sex-Appeal!

 

INFO:

ALEX „THUNDER“ LOYDOLT

Vereinsobmann des Kampfsportclubs „Fightcrew“ in Wels und Trainer des österreichischen Nationalteams

FIGHTCREW – DER ULTIMATIVE KAMPFSPORTCLUB:

Wallererstr. 19
4600 Wels


E-Mail: [email protected]