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Lifestyle | 16.02.2021

Jazz aus Oberösterreich

Anna Maurer widmet sich seit Jahren der Musik und das mit großem Erfolg. Ihr Debütalbum „Visionariness“, das sie mit ihrer Band „Anna Maurer Trio“ 2019 herausgebracht hat, eroberte die Jazzwelt im Sturm. Ein Porträt über eine junge Oberösterreicherin, die wir künftig auf der Musik Agenda haben sollten.

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© Christoph Hofer

Zugegeben – Jazz gehörte bis vor Kurzem nicht zu meinem Musikgenre. Ein inspirierendes Gespräch mit Anna Maurer und ein Nachmittag voller rhythmischer Jazzkompositionen aus dem Debütalbum ihrer Band, änderte dies aber schlagartig. Den Jazz entdeckte Anna Maurer schon früh für sich. Bereits im Alter von 16 Jahren gründete sie mit ihren Schulkollegen das „Anna Maurer Trio“ und setzte damit den Grundstein ihrer Karriere. „Am Anfang sind wir hauptsächlich auf Maturabällen und Veranstaltungen aufgetreten, später haben wir dann eine individuellere und kreativere Richtung eingeschlagen“, erzählt die 25-Jährige, die neben ihren Kollegen den Klavierpart und das Komponieren übernimmt. Es folgte eine musikalische Selbstfindungsphase, die das inzwischen teils neu besetzte Trio nutzte, um eine eigene Linie zu finden. Heraus kam eine Fusion aus Jazz, Latin und Rock mit Einflüssen der klassischen Musiktradition. 

 

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© Georg Cizek-Graf

„Visionariness“ – Ein Debütalbum prägt die Jazzszene. Diese gelungene Musiksymbiose ist auch auf ihrem Debütalbum „Visionariness“ zu hören, die das Trio 2019 auf den Markt gebracht hat. Darauf zu finden: Rhythmische Instrumentalmusik und „Smile“, ein Song über die Erwartungshaltung, Frauen müssten immer lächeln. Eine Erfahrung, die die Musikerin schon einige Male selbst gemacht hat. „Oft haben mich Männer nach den Auftritten gefragt, wieso ich denn so ernst geschaut habe. Ich habe allerdings noch nie erlebt, dass Männer mit dieser Frage konfrontiert wurden. Das hat uns dazu motiviert, den Song „Smile“ zu machen. Denn letztendlich möchte ich aufgrund meiner musikalischen Leistung beurteilt werden und nicht nach meinen Gesichtszügen“, stellt die Jazzmusik-Studentin klar, die im Zuge ihres Masterstudiums sechs Monate in Paris lebte. 

Vielseitig aufgestellt. Neben ihrer eigenen Band wirkt Anna Maurer auch in der Frauenband „Friida“, der Salsa Band „Manteka“ und einigen weiteren Musikprojekten mit. „Ich versuche, musikalisch breit aufgestellt zu sein. Das ist in meinem Alter sehr wichtig“, so die sympathische Oberösterreicherin. Die Inspiration für ihre Songs bekommt sie von einzelnen Bekannten, Reisen und auch Songwritern in ihrem Umfeld, die sie dazu brachten, selbst mit dem Schreiben anzufangen.  

 

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© Christoph Endt

Zukunftspläne. Aktuell fokussiert sich die Komponistin und Pianistin auf Onlineprojekte und ist dabei, ihren Abschluss an der Universität für Musik Wien zu machen. In Zukunft möchte sie die Band „Friida“ weiter vorantreiben und mit ihrem Trio am zweiten Album weiterarbeiten – immer mit dem einen Ziel: Musik mit Qualität zu produzieren. Denn trotz großer Zustimmung ihres Debütalbums ist Jazz in den allgemeinen Medien noch immer unterrepräsentiert. „Jazz hat bis heute mit medialer Ablehnung zu kämpfen. Dabei wissen die Leute oft gar nicht, was unter Jazz fällt und sind nach meinen Konzerten begeistert von der Musik. Ich fände es cool, wenn im Radio mehr qualitativ hochwertige Musik und eine größere Bandbreite an Musik-
richtungen gespielt werden würde.“ 

www.anna-maurer.at

 

Musiktipp

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Das Debütalbum „Visionariness“ des „Anna Maurer Trio“ ist als Download auf Spotify und allen anderen Streaming-Plattformen erhältlich. © Sophie Salfinger