Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 07.09.2021

Inkontinenz nicht einfach hinnehmen

Viele Menschen leiden unter unfreiwilligem Harn- oder Stuhlverlust – und zu viele finden sich damit ab. Dabei lässt sich dieses Krankheitsbild in den allermeisten Fällen gut lindern oder vollständig heilen. Im Beckenbodenzentrum am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried finden Betroffene kompetente Hilfe.

Bild 2109_O_BarmhSchwestern-2.jpg
© Adobe Stock

Niemand spricht gerne darüber, wenn es unwillkürlich „tröpfelt“ oder sich Spuren von Stuhl in der Unterwäsche finden. Doch Inkontinenz kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und sehr belastend sein. Die Beschwerden gelten oft als Tabuthema, obwohl viele davon betroffen sind und das Problem wegen der steigenden Lebenserwartung in Zukunft noch massiv zunehmen wird. Jede dritte Frau über 60 ist damit konfrontiert, aber auch viele jüngere.

„Leider nehmen viele Betroffene das als gleichsam naturgegeben hin. Das ist es aber ganz und gar nicht“, betont Oberarzt Dr. Franz Reichartseder. Der Urologe leitet das Beckenbodenzentrum im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried. Diese Einrichtung bündelt das Know-how von Spezialistinnen und Spezialisten unterschiedlicher Fachbereiche, denn sowohl die Ursachen als auch die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig. Eine Stress- oder Belastungsinkontinenz – etwa beim Lachen, beim Husten oder bei körperlicher Anstrengung – erfordert völlig andere Therapien als eine Drangkontinenz mit starkem, oft unkontrollierbarem Harndrang.

Individuelle Lösungskonzepte. Bei der Gründung im Jahr 2010 war das Beckenbodenzentrum im Innviertler Schwerpunktspital eines der ersten in Österreich. Seither arbeiten dort Gynäkologie, Urologie, Chirurgie, Physikalische Medizin und Rehabilitation, Neurologie und Radiologie interdisziplinär zusammen. Im pflegerischen Bereich stehen speziell ausgebildete Fachkräfte mit langjähriger Erfahrung für die Kontinenz- und Stomaberatung zur Verfügung.

Die einzelnen Abteilungen decken ein breites Spektrum an Diagnose- und Therapieverfahren ab. In gemeinsamen Besprechungen entwickeln die Expertinnen und Experten individuelle Untersuchungs- und Behandlungskonzepte. „Unser Ziel ist es, für jede einzelne Patientin, für jeden einzelnen Patienten mit Kontinenzproblemen die optimale Lösung zu finden“, erklärt Dr. Reichartseder. Und das ist keineswegs immer eine Operation.

 

Bild 2109_O_BarmhSchwestern-3.jpg
OA Dr. Reichartseder, Leiter Beckenbodenzentrum Ried © KH BHS Ried

Operation nur selten erster Schritt. Ein operativer Eingriff ist nur in ganz wenigen Fällen der erste Schritt. Es gibt eine breite Palette anderer Behandlungsformen, vom Beckenbodentraining über Akupunktur und Reflexzonentherapie bis zum Biofeedback und viele andere. Diese speziellen Therapien führen in vielen Fällen zum gewünschten Erfolg, wenn sie richtig angewendet werden. Auch Medikamente sind oft hilfreich.

Ist eine Operation dennoch erforderlich, dann kommen im Beckenbodenzentrum bewährte und modernste Verfahren zum Einsatz, wie das TVT-Band oder die sakrale Neuromodulation: Dabei wird ein Schrittmacher eingesetzt, der mit elektrischen Signalen die Blasenfunktion beeinflusst.

Vorbeugen kann man einer Inkontinenz nur bedingt: durch eine allgemein gesunde Lebensweise und ausreichend Bewegung, um Übergewicht zu vermeiden. Wichtig sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Gynäkologen oder Urologen und nicht zuletzt die Bereitschaft, selbst frühzeitig etwas gegen die Beschwerden zu unternehmen. „Auch wenn die Werbung Inkontinenz bloß als lästiges Übel darstellt und Einlagen als Abhilfe empfiehlt: Man muss nicht mit diesem Problem leben. Fast immer lässt sich die Situation verbessern, und nicht selten ist eine gänzliche Heilung möglich“, unterstreicht Oberarzt Reichartseder.

Zertifizierung bestätigt höchste Qualität. Das Rieder Beckenbodenzentrum wurde bereits mehrfach durch die Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) zertifiziert. Damit wird bestätigt, dass Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Versorgung nach dem neuesten Stand der medizinischen Erkenntnis erfolgen. Das Beckenbodenzentrum kann nach Überweisung durch Hausarzt oder Facharzt, aber auch direkt kontaktiert werden.

Bild 2103_O_BHS_Ried_Logo_4C_oS.jpg
© KH BHS Ried

Beckenbodenzentrum
am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried

Tel. 07752/602-2500

www.bhsried.at/medizinisches-
angebot/beckenboden-zentrum