Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 21.10.2019

In love with Taipeh

Im Becken des Zusammenflusses von Danshui, Xindian und Jilong erstrecken sich weitläufig Taipeh (engl.: Taipei) und Neu-Taipeh – ein interessantes und pulsierendes Reiseziel für Asienliebhaber. OBERÖSTERREICHERIN-Adabei-Fotograf Wolfram Heidenberger hat die Hauptstadt von Taiwan mit seiner Familie besucht

Bild 1910_O_Reisestory_shutterstock1.jpg
Er ragt wie ein Bambus aus der Skyline von Taipeh: der 508 Meter hohe Taipei 101. (© Shutterstock)

Mit gut 2,6 Millionen Einwohnern – gemeinsam mit Neu-Taipeh sind es rund 3,9 Mio. Einwohner – bildet Taipeh den größten Ballungsraum des Inselstaats Taiwan. Das Hightech-Land ist eine interessante Reisedestination fernab vom europäischen Mainstream-Tourismus. Im dicht besiedelten Gebiet leben im Schnitt 651 Taiwaner pro Quadratkilometer. Viele Menschen, hochmoderne Hochhäuser, Beton und exotische Gerüche, bunte Werbeschilder und riesige LED-Displays, grüne Parks und Sportplätze prägen den Look der im Norden von einem Gebirge gesäumten Millionenmetropole. Wer dort ist, spürt das Leben der Taiwaner rund um die Uhr pulsieren.

Street Food an jeder Ecke. Essen allerorts, so präsentiert sich einem das Bild in der lebendigen Hauptstadt. Die Taiwaner haben zu Hause oft nur kleine Kochgelegenheiten, da Garküchen an jeder Straßenecke zu finden sind. Ob hinter dem Gehsteig, darauf oder davor, auf den Straßen, den Märkten oder selbst im Untergrund finden sich Restaurants. Beliebte Gerichte sind Dumplings – also Teigtaschen – mit verschiedenen Füllungen, allerlei aus dem Suppen-Nudeltopf – bekannt unter dem Namen „Ramen“ –, im Rundofen gebackene Teigkrapfen mit Fleischfülle, gegrillte oder frittierte Tintenfische und „Stinky Tofu“, der die Luft mit seinem unverkennbaren Geruch erfüllt. Nicht zuletzt sind Fisch und Meeresfrüchte in herausragend frischer Qualität ein Muss für jeden Taiwan-Besucher. Naschkatzen kommen hier an „Mochi“, den japanischen Reisküchlein, nicht vorbei. Abgesehen davon ist Mango-Shaved-Ice wohl eines der beliebtesten Desserts in Taiwan, und man bekommt es in jeder zweiten Straße.

Herausragend: der Taipei 101. Mit vielen kulinarischen Eindrücken im Bauch brechen wir auf, um die herausragendste Sehenswürdigkeit der Stadt zu erkunden. Der 508 Meter hohe Taipei 101 – die Zahl steht für die 101 Stockwerke – ist der derzeit zehnthöchste Wolkenkratzer der Welt. In einer der erdbebenreichsten Gegenden dieses Planeten ragt das immer noch höchste Bürogebäude der Welt wie ein Bambus aus dem oft wackelnden Boden. Das Bemerkenswerte am Taipei 101 ist seine Unerschütterlichkeit. Taiwan liegt an der Grenze des Pazifischen Feuerrings, der bekannt für seine seismischen Aktivitäten ist. Aber nicht nur Beben, auch die stetigen durch Wind und sogar Typhoon-­Stürme ausgelösten Schwingungen des Taipei 101 müssen abgefedert und ausgeglichen werden. So ist in den oberen Stockwerken der weltweit größte „wind damper“ verbaut. Dieser mit Stahlseilen und Stoßdämpfern ausgerüstete Pendel-Dämpfer gleicht in Kombination mit der Wolkenkratzer-Kons­truktion mit seinen 660 Tonnen selbst Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 km/h aus. Auf den beiden Aussichtsebenen, wo man den Dämpfer besichtigen kann, können die Schwingungen des Towers minimal wahrgenommen werden.

Land des freundlichen Lächelns. Taiwan ist in den letzten Jahren verstärkt bemüht, mehr Touristen willkommen zu heißen. Abgesehen von den seismischen Aktivitäten gilt die demokratische Republik als sicheres Pflaster – die üblichen Vorsichtsmaßnahmen hinsichtlich Kleinkriminalität und Taschendiebstählen sind natürlich einzuhalten. Touristen kommen vorwiegend aus der Volksrepublik China, was auch an der gemeinsamen offiziellen Sprache Mandarin liegt. Vor allem jüngere und besser ausgebildete Einheimische sprechen auch Englisch. Aufgrund der freundlichen Art der Taiwaner kann man sich aber auch mit Händen und Füßen gut verständigen. Und zu guter Letzt verbindet nichts mehr als ein freundliches Lächeln.

 

Gut zu wissen:

• Währung ist der Neue Taiwan-Dollar, kurz TWD oder NTD/NT$. 1.000 TWD sind ungefähr 29 Euro.

• Höflich gegrüßt oder verabschiedet wird mit einer angedeuteten Verbeugung, also einem Nicken.

• Trinkgeld ist in Taiwan auch in Restaurants nicht üblich und wird nicht oder nur ungern angenommen.

• Taxis sind relativ günstig. Der Taxometer sollte, wie in allen Ländern, laufen. Eine Fahrt vom Flughafen Taipeh bis „Taipei Main Station“ kostet rund 1.100 TWD/32 Euro.

• Easycard, ein Must-have für Taiwan-Besucher: Mit dieser ist man nicht nur auf den Linien von Taipehs Metro günstig unterwegs, sondern fährt auch mit der Gondel und dem Zug oder kann damit einkaufen. Die Prepaid-Karte kann im Supermarkt „Seven-Eleven“ oder in jeder Metrostation mit Bargeld aufgeladen werden.

 

Taipeh, die sehenswerte Hauptstadt Taiwans
Bild 1910_O_Reisestory_shutterstock5.jpg

Das National Theater ist Treffpunkt von Artisten, Schülern, Jugendgruppen, Künstlern und Touristen. Oftmals wird dort für Auftritte geübt. (Fotos: Wolfram Heidenberger)

Bild 1910_O_Freizeit_Taipeh_Food1.jpg

Ein Klassiker ist die Fischbällchen-Suppe.

Bild 1910_O_Freizeit_Taipeh_Food2.jpg

Pommes-Alternative: Krabben werden am Foodmarket halbiert, samt Panzer frittiert und gegessen.

Bild 1910_O_Freizeit_Taipeh_Food3.jpg

Gerade noch im Meerwassertank – zehn Minuten später auf dem Tisch.

Bild 1910_O_Reisestory_shutterstock2.jpg

Belebt und beliebt: Der Ningxia Road Night Market ist berühmt für sein Street-Food in Taipei City.

Bild 1910_O_Reisestory_shutterstock3.jpg

Farbenfroher Drachenschmuck am Tempel, in der Ferne das architektonische Wahrzeichen der Stadt.

Bild 1910_O_Reisestory_shutterstock4.jpg

Wer Taipeh mit Fahrrad statt Metro erkundet, erlebt die Metropole aus nächster Nähe.