Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 26.09.2018

"Ich sehe Menschen ganzheitlich"

Die Gynäkologin Dr. Tina Angleitner begleitet Frauen vom ersten Frauenarztbesuch bis zu den Wechseljahren und ist Ansprechpartnerin für alles, was mit dem Frausein zusammenhängt.

Bild 1809_O_Leben_Angleitner__DSC.jpg (1)
Sympathisch: Gynäkologin Dr. Tina Angleitner (© Angleitner)

Dr. Tina Angleitner liegt der weibliche Körper besonders am Herzen. Kein Wunder, immerhin arbeitet die Welserin als Fachärztin für Gynäkologie im Gesundheitszentrum St. Stephan Wels und als Oberärztin bei den Barmherzigen Schwestern in Ried. Als Mutter von drei Kindern weiß sie, dass die weiblichen Hormone in vielen Lebensstadien so richtig verrückt spielen können – und ihr Wissen gibt sie gerne weiter. Wir sprachen mit ihr über Verhütung, Hormonumstellungen und warum Menschlichkeit in ihrem Job so wichtig ist.

 

Gerade im Gesundheitsbereich braucht es viel Empathie und ein gutes Gespür für das Gegenüber. Eigenschaften, die maßgeblich für Ihren Erfolg sind?

Ich denke schon, dass ich meinen Patientinnen eine angenehme und entspannte Atmosphäre in der Ordination bieten kann. Gerade junge Frauen haben oft ein großes Schamgefühl. Ich versuche, das zu ändern – und sehe bei dem Menschen vor mir nicht nur die Geschlechtsteile, sondern die ganze Person mit ihrer Geschichte, ihren Bedürfnissen und ihren Gefühlen. In meinem Beruf muss man eine Menge Empathie und Menschenkenntnis mitbringen, ich bin der Meinung, ich habe einen guten Weg gefunden.

 

Die Antibabypille ist seit den 1960ern eines der am häufigsten verwendeten Mittel zur Verhütung einer Schwangerschaft. Allerdings setzen derzeit viele junge Frauen auch ohne Kinderwunsch die Pille ab. Woher kommt der Boom?

Früher ging man zum Gynäkologen, erzählte ihm vom ersten Freund – und bekam die Pille verschrieben. Heute sind die Mädchen viel aufgeklärter und interessieren sich auch für andere Verhütungsmethoden. Immerhin ist die Pille ein Medikament, das auch Nebenwirkungen haben kann. Stichwort Thrombose-Risiko. Eine zusätzlich erblich bedingte erhöhte Neigung zu Thrombosen kann man durch eine einfache Blutuntersuchung feststellen. Auch Übergewicht und Rauchen erhöhen das Thrombose-Risiko; in dieser Situation sollte über risikoärmere Alternativen aufgeklärt werden.

Bild 1809_O_Leben_Angleitner__DSC.jpg
Die Wahlarzt-Ordination im St. Stephan Wels versprüht eine angenehme Atmosphäre. (© Angleitner)

Welche Verhütungsmethoden werden heutzutage gerne verwendet? Und welches Verhütungsmittel ist für wen geeignet?

Es gibt eine Vielzahl von Verhütungsmethoden und fast jede findet einen mehr oder weniger großen Anklang: Pille, Hormonimplantat, Dreimonatsspritze, Vaginalring, Pflaster und Hormonspirale. Ein Trend geht gerade in den nicht-hormonellen Bereich: Die Kupferspirale, Kupferkette und besonders die Kupfer-Goldspirale werden immer beliebter. Welches Verhütungsmittel für wen geeignet ist, beruht auf einer Vielzahl unterschiedlicher Gegebenheiten und sollte am besten mit Arzt oder Ärztin besprochen werden.

 

Das Absetzen der Pille, der Kinderwunsch, eine Schwangerschaft, der Wechsel ... der Hormonhaushalt von Frauen wird mehrmals im Leben ordentlich durcheinandergeworfen. Wie kann man den Körper bei der Umstellung unterstützen?

Da gibt es sehr viel. Eine richtige und gute Ernährung legt den Grundstein für ein gesünderes Leben. Besonders grünes Gemüse enthält viele sekundäre Pflanzenstoffe, Eisen, Calcium und Folsäure, was wichtig für unseren ganzen Organismus ist. Zusätzlich sollte man sich viel bewegen, da sich auch leichter Sport positiv auf die Stimmung auswirkt. Gerade bei Hormonumstellungen mögen sich viele Frauen selbst nicht, daher ist es besonders wichtig, diesen Kreislauf zu durchbrechen und sich selbst wieder als weiblich und schön anzusehen. Ein Hormonstatus gibt mir Aufschluss, ob etwas im Körper nicht so arbeitet, wie es sollte. Wenn grundlegende Vitamine und Nährstoffe fehlen, rate ich neben ausgleichender Ernährung auch gerne zu guten Nahrungsergänzungsmitteln. 

Das ganze Interview findest du in der neuen OBERÖSTERREICHERIN – ab sofort im Handel!