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Lifestyle | 21.04.2021

Herr Hofrat on Tour

Seit zwei Jahren genießen Uli und André als „die 2 Nomaden“ das Reisen mit ihrem zum Wohnmobil umgebauten Mercedes Kastenwagen. In Zeiten von Corona hat das Paar aus Ansfelden erst recht bei sämtlichen Roadtrips die Nase vorn.

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© die 2 Nomaden

Den Boden im Mercedes Kastenwagen hat er selbst verlegt, eine Küche gebaut und ein Bett zusammengezimmert. „Die größte Herausforderung war allerdings die Dämmung, das war akribische Nachforschungs- und Rechenarbeit, aber immerhin will man es ja warm haben“, schildert André. Der pensionierte Beamte ist begeisterter Camper und geschickter Bastler. Lebenspartnerin Uli teilt die große Leidenschaft des Herumreisens mit André. 

Vor drei Jahren haben sich „die 2 Nomaden“, wie sie sich nennen, einen drei Jahre alten Mercedes Sprinter gekauft, der ursprünglich als Pakettransporter in Frankreich unterwegs war. „Ein klassischer Wohnwagen wäre für mich nicht infrage gekommen. Ich wollte von der Größe her ein wendiges Auto, mit dem man auch in Innenstädten auf engen Straßen gut herumfahren kann. Eine weitere Grundvoraussetzung war, dass man im Inneren des Wagens aufrecht stehen kann“, erzählt André. Aber auch Uli hatte bestimmte Vorstellungen. „Ich wollte auf jeden Fall ein bequemes Bett, eine Dusche und eine richtige Toilette.“ Und André ging geschickt auf die Wünsche seiner Partnerin ein. Ein Bettgestell wurde gebaut, Matratze und Lattenrost in hoher Qualität angeschafft und zurechtgeschnitten. 

Bauanleitungen auf YouTube. „Bezüglich Bauanleitungen und Ideen habe ich viel auf YouTube recherchiert und mich dann ans Werk gemacht“, so André. Zudem hat sich der Ansfeldner von seinem Vater, einem Kunsttischler, viel abgeschaut. Auch betreffend Dusche und Toilette konnte das passende Mobiliar angeschafft und wohnmobilgerecht angepasst werden. „Bei der Toilette war uns wichtig, so wenig wie möglich Geruchsbelästigung zu haben und so entschieden wir uns für eine Art Trockentrenntoilette aus England. Die funktioniert ähnlich wie ein Katzenklo“, schmunzelt André. Und damit die beiden in Sachen Wasserverbrauch so gut wie möglich autark sind, wurden an zwei Radläufen je zwei 60 Liter Wassertanks angebracht. Somit können sie, wenn nötig, mehrere Tage lang unabhängig von einem Strom- und Wasseranschluss reisen. Gut ein Jahr lang hat André rumgebastelt, getüftelt und gebaut, ehe das Paar im August 2019 mit dem „Herrn Hofrat“, wie der Camper liebevoll getauft wurde, auf Reisen ging. Die Jungfernfahrt zum Stausee Ottenstein hat der Van bestens bestanden. Seither ging es quer durch Österreich und auch ihre Lieblingsdestination Kroatien wurde vor den Reisebeschränkungen durch Corona mehrmals – sogar im Winter – besucht. Fertig war der Camper damals allerdings noch lange nicht. Nach fast jeder Ausfahrt wurden Kleinigkeiten angepasst, die den beiden bei ihren Touren aufgefallen sind. So haben sie mittlerweile auch eine praktische Außenküche, die auf einer klappbaren Ablage steht und mit Gas betrieben wird. Die Gasflasche hat André gekonnt im Wagen verstaut, sodass sie fürs Grillen nicht einmal herausgenommen werden muss.

 

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© die 2 Nomaden

Organisation und Ordnung. „Der Bus hat eine Länge von knapp sechs  Metern – um Chaos zu vermeiden, muss man sich total gut organisieren und Ordnung halten“, weiß Uli und auch diesbezüglich sind die beiden äußerst kreativ. „Die Kleidung wird mittels  praktischen Kofferbags in den Schränken verstaut, die Schmutzwäsche verschwindet dank einer Klappe unterm Bett. Ein adaptierter Kopfpolsterüberzieher fungiert als Wäschesack.“ Uli ist mit 1. Februar 2021 in Pension gegangen. „Eigentlich wollte ich sie an ihrem letzten Arbeitstag von der Firma abholen und einfach zu einer Tour aufbrechen. Corona hat uns jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, ist André zuversichtlich. 

Social Media Profis. Der Leidenschaft fürs Campen frönen „die 2 Nomaden“ jedoch nicht erst seit ein paar Jahren. Uli verbrachte mit ihrem Ex-Mann und den zwei Söhnen viele Urlaube im Wohnmobil in Frankreich, Italien und Kroatien. André spannte gerne in sogenannten Mobile Homes auf Campingplätzen aus. Beide schätzen am Campen vor allem die große Freiheit. „Man ist an keinen Ort gebunden und kann jederzeit wieder weiterziehen“, so André. Mittlerweile sind „die 2 Nomaden“ schon zu wahren Campingprofis avanciert und haben auf Facebook und Instagram viele Fans, die ihre Reisen verfolgen. Die beiden wissen ganz genau, an welchen Ortsplätzen man stehen bleiben kann und wo es die jeweils besten Stellplätze gibt. Ihre Erfahrungen und Tipps geben sie gerne weiter. 

 

 

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© die 2 Nomaden

Infos zu Stellplätzen. Für Camper mit Wohnmobil gibt es offizielle Wohnmobilstellplätze, Stellplätze vor oder in einem Campingplatz, aber auch viele Bauernhöfe, Winzer oder Gasthöfe bieten diese mittlerweile an. Überall dort gibt es auch Infrastruktur wie Wasser und Strom. „Auf einem normalen Parkplatz in der freien Natur würde ich nur übernachten, wenn ich aufgrund von Müdigkeit nicht mehr fahrtüchtig wäre“, so André. „Ganz wichtig ist uns, mit unserem Camper niemanden zu stören und den Platz wieder so zu verlassen, wie wir ihn vorgefunden haben“, erklärt Uli. Seit sie nun auch in Pension ist, brechen die beiden je nach Lust und Laune sowie Wetterbericht spontan auf und lernen dabei die schönsten Platzerl in Österreich kennen. 

Der Weg ist das Ziel. „Heute ist der Weg das Ziel und ich fahre kaum noch Autobahn, so entdecken wir immer wieder etwas Neues“, erzählt André. Vor allem die Steiermark haben „die 2 Nomaden“ ins Herz geschlossen. „Dort ist es meistens fünf bis sechs Grad wärmer als bei uns und die Leute sind unheimlich gastfreundlich“, schwärmt Uli. Erst vor Kurzem haben sie am südlichen Ende der Schilcher Weinstraße in Wies das Weingut Wiedersilli kennen und schätzen gelernt. „Wenn jemand einmal in diese Gegend kommt, dem kann ich dieses Weingut und die herzliche Gastlichkeit der Betreiber nur ans Herz legen“, erzählt Uli begeistert. Für alle gleichgesinnten Camper haben die zwei übrigens einen guten Tipp parat. Unter www.schauaufsland.at findet man österreichweit rund 200 naturnahe Stellplätze für eine Nacht am Land – direkt bei nachhaltigen Betrieben. „Die Platzerl werden dabei unentgeltlich angeboten. Mit einem Einkauf oder der Nutzung sonstiger Angebote ab Hof kann man sich für die Gastfreundschaft erkenntlich zeigen. Eine tolle Aktion, die Campern und den jeweiligen Betrieben zugutekommt“, so André. 

Warum Herr Hofrat? An Plänen für zukünftige Roadtrips mangelt es den beiden nicht. Die Margariten-

route in Dänemark ist am Radar und auch die Nordlichter im hohen Norden möchten sie gerne erleben. Bis es soweit ist und man wieder unbeschwert ins Ausland reisen kann bzw. darf, wird weiterhin Österreich erforscht. Und warum hört der Mercedes auf den Namen „Herr Hofrat“, wollen wir abschließend noch wissen. „Dafür ist Ulis Bruder verantwortlich. Über einen Beamten bei der Österreichischen Post werden so manche Scherze gemacht.  So ist unser Van der ‚Herr Hofrat‘ geworden“, lacht André. 

 

Die 2 Nomaden haben ein paar Tipps für camper parat:

ADAC Stellplatzführer 2021

In Zusammenarbeit mit PiNCAMP, dem Campingportal des ADAC, wurde ein Paket aus zwei Büchern geschnürt, das auf insgesamt über 1.800 Seiten alle Fragen rund um den idealen Stellplatz mit kompetenter ADAC Expertise beantwortet.

www.adac.de

 

Schau aufs Land

Der digitale Stellplatzführer für Wohnmobil, Campingbus, Wohnwagen oder Zelt zeigt idyllische und naturnahe Stellplätze für eine Nacht am Land – direkt bei nachhaltigen Betrieben. Die Platzerl werden dabei unentgeltlich angeboten. Mit einem Einkauf oder der Nutzung sonstiger Angebote ab Hof kann man sich für die Gastfreundschaft erkenntlich zeigen (mehr als 200 Höfe, Weingüter und Manufakturen in ganz Österreich) 

www.schauaufsland.at

 

Die 2 Nomaden

Stellplätze, Reiseziele, Wanderungen sowie das Ausbautagebuch des Mercedes-Kasten-
wagens zu einem Wohnmobil finden Sie auf: www.die2Nomaden.com

instagram.com/die2Nomaden