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Lifestyle | 20.04.2015

Heiraten um den Globus

Wie man in Österreich heiratet, wissen wir wohl alle. Doch wie sieht es in anderen Ländern aus?

Ob jüdische Hochzeit in Israel, royale Hochzeit in England oder traditionelle Eheschließung in Taiwan: Wir zeigen, wie man sich „around the world“ vermählt.

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Danielle Spera hat in Israel geheiratet: Während der Zeremonie, nach Sonnenuntergang, ist das Gesicht der Braut mit einem Schleier verhüllt. (© Harry Weber)

Jüdische Hochzeit

Danielle Spera, frühere ORF-Korrespondentin und ZiB1-Moderatorin, leitet seit fünf Jahren das Jüdische Museum in Wien. Ihren Mann hat sie in Eilat am Roten Meer geheiratet. „Die Zeremonie verlief ganz traditionell unter einer Chuppah – dem Trauungsbaldachin – im Freien, fast direkt am Meer nach Sonnenuntergang“, erzählt sie. „Die Chuppah soll das Haus symbolisieren, in das die Brautleute ziehen und auch an das Zelt des Stammvaters Abraham und seiner Frau Sarah erinnern.“ Getraut wurden Spera und ihr Ehemann von einem lieben Freund, dem Oberrabbiner von Österreich, Paul Chaim Eisenberg. Geheiratet wurde an einem Dienstag: „Es ist ein Tag, der als dritter Tag der Schöpfung in der Thora besonders hervorgehoben wird. Ein Tag, der eine glückliche Zukunft verheißt.“

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Taiwan: Geschenke wie Gold und rote Geldkuverts sind Tradition. (© privat)

Eheschließung in Taiwan

Rita und Ken Lin haben im Mai 2014 in Taipeh geheiratet. Für die Verlobung schickte Ken einen Vermittler zu den Eltern seiner zukünftigen Braut, um nach Erlaubnis zu fragen. Bei der Bekanntgabe der Verlobung wurde das ganze Haus mit dem chinesischen Zeichen für „Doppeltes Glück“ dekoriert, eine Feier abgehalten und auch Geschenke durften nicht fehlen: Zur Verlobung beschenkte sich das Brautpaar gegenseitig mit jeweils zwölf Geschenken wie Schmuck aus reinem Gold oder Kleidung. Ritas Eltern erhielten von Bräutigam Ken den Traditionen gemäß ein rotes Kuvert mit Geld. Bei der Verlobungsfeier trug die zukünftige Braut ein rosafarbenes Kleid, und auch die „Wedding Cookies“ für die Gäste durften nicht fehlen. Am Abend vor der Hochzeit aß Rita dann gemeinsam mit ihrer Familie: „Vor dem Abendessen ist es Tradition, dass sich die Braut vor die Eltern kniet und sich für alles bedankt, was diese für sie jahrelang getan haben.“

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Die Hochzeit von Laura und Matt: ein englisch-österreichisches Bündnis. (© privat)

Wedding Laura & Matt

Ich war damals schon einige Zeit beruflich in England gewesen, als ich Laura beim Fortgehen in einem Club in Nottingham traf“, erzählt Matthias Bachler (34), der Bruder von Lektorin und Redakteurin Maria Russ, wenn er an die erste Begegnung mit Laura im Jahr 2010 zurückdenkt. „Vor Laura war mein Bruder ein richtiger Womanizer, uns war also schnell klar, dass Laura die Richtigewar, als ihn andere Mädels plötzlich nicht mehr interessierten“, lacht Maria Russ. Schon gut ein Jahr, nachdem sich die beiden kennengelernt hatten, kam Sohn Jacob zur Welt und auch die Hochzeit ließ nicht lange auf sich warten. „Wir haben nicht lange überlegt, ob wir in Österreich oder England heiraten sollten, da wir beide in England lebten und das Land für michlängst zur Heimat geworden war. Und was die Hochzeitsbräuche hier und dort betrifft, so gibt es keine großen Unterschiede“, so Matthias. Am 29. Juni 2013 war es soweit. Eine zweitägige Doppelfeier – Hochzeit und Taufe – mit 80 Gästen aus England und Österreich fand in exklusivem und typisch englischem Rahmen in Middle Temple in London statt. Für alle Anwesenden war es ein einzigartiges, unvergessliches Ereignis – und speziell für die österreichischen Gäste zwei wunderschöne Feiern mit Urlaubsgefühl in der Traumstadt London.