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Lifestyle | 17.10.2017

„Haare sind mein Markenzeichen“

Christina Boyer machte sich nach der Diagnose Brustkrebs auch große Sorgen um ihre Haare, die in Folge der Chemotherapie ausfallen. Einfühlsame Unterstützung und eine perfekte Perücke bekam sie bei „Headdress“, dem modernsten Fachinstitut für Zweithaar in Österreich.

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Christina Boyer über ihre Perücke: „Ich habe sie gesehen und sofort gewusst, dass es meine ist!“ (© Andreas Röbl)

Es war der Dienstag nach Pfingsten, an dem sich die Welt für Christina Boyer von Grund auf veränderte: Dia­gnose Brustkrebs. Ein Schock, doch keine Überraschung. „Ich habe schon im Winter einen Knoten in meiner Brust gespürt, ihn aber ignoriert, weil ich bis dahin nie zur Vorsorge gegangen bin“, erzählt die 48-jährige Linzerin. Ihre erste Sorge, nachdem sie erfuhr, dass der Tumor heilbar ist und sie damit nicht in unmittelbarer Lebensgefahr schwebt: Werden während der Chemotherapie meine Haare ausfallen? „Ich trage meine Haare seit 35 Jahren lang, sie sind so etwas wie mein Markenzeichen. Die Vorstellung, plötzlich gar keine Haare mehr zu haben, war furchtbar für mich“, erinnert sich die Mutter zweier erwachsener Söhne.

Darum vereinbart sie so rasch wie möglich einen Termin im „Headdress“-Institut, das sich auf Zweithaar, also Perücken, spezialisiert hat (www.headdress.at). Hinter diesem Projekt stehen Silvia und Peter Fuchs. Die beiden sind im Großraum Linz keine Unbekannten, betreiben sie doch seit vielen Jahren erfolgreich die „Schnittzone“-Salons. Das Projekt „Headdress“ haben sie 2013 ins Leben gerufen. „Professor Oppelt vom Kepler-Klinikum ist an uns herangetreten, weil er sich etwas Zeitgemäßes für seine Patientinnen gewünscht hat“, erzählt Peter Fuchs. „Bis dahin hatten Perücken immer noch ein sehr antiquiertes und verstaubtes Image. Wir sind ein modernes Fach­institut und sehen uns als Anlaufstelle für Frauen und natürlich auch Männer, die meist in schwierigen Lebenssituationen kompetente, aber auch einfühlsame Unterstützung brauchen.“

Christina Boyer fühlte sich vom ersten Moment an gut aufgehoben bei „Headdress“. „Ich bin zur Tür hereingekommen und wusste, dass ich hier richtig bin“, sagt sie lachend. „Alle sind so lieb und nett. Und mit meiner Perücke bin ich sehr glücklich – ich habe sie gesehen und gewusst, dass das meine wird.“

Drei Tage lang sind ihr im Krankenhaus ihre langen, dunkelbraunen Haare ausgegangen. Büschelweise. Christina war verzweifelt und hat viel geweint – bis zu jenem Zeitpunkt, an dem ihre Verzweiflung in Wut umgeschlagen ist. Sie wollte nicht mehr länger ihre Haare in Büscheln verlieren. Eine Entscheidung war gefallen. Wenige Tage später saß sie bei Peter Fuchs und ließ sich die verbliebenen Haare abrasieren. Im Gegenzug wurde sofort ihre Perücke angepasst. „Dafür werden zum Beispiel die feinen Sprunghaare am Ansatz nachgeschnitten“, erklärt Fuchs. „Das ist wichtig, weil jeder Kopf anders und einzigartig ist. Nur so sieht es dann auch wirklich echt aus.“

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Mutig: Für uns ließ sich Christina auch ohne Perücke fotografieren! Wir finden, dass sie auch ohne Haare top aussieht! (© Andreas Röbl)

Eine wesentliche Rolle spielt auch der Zeitpunkt, wann die Haare abgeschnitten werden und die Perücke angepasst wird. „Wir empfehlen, bereits zu einem Zweithaar-Spezialisten zu gehen, wenn die Haare noch da sind und die Chemo noch nicht begonnen hat“, erklärt Silvia Fuchs. „Besonders wenn man mit der Perücke genauso aussehen möchte wie vorher. Dann schneiden wir die Haare ab, und die Patientin kann auf die Perücke umsteigen, ohne dass es jemand merkt.“ Die Auswahl an verschiedenen Perücken-Modellen ist übrigens riesengroß. Es gibt sowohl Echthaar- als auch Kunsthaarperücken sowie gemischte Perücken mit 50 Prozent Echthaar-Anteil. Die Qualität ist hochwertig und dennoch in allen Preisklassen erhältlich. Perücken gibt es bereits ab 200 Euro. „Der Preis ist ein Aspekt, den man nicht unterschätzen darf“, weiß Silvia Fuchs. „Noch immer ist es so, dass Menschen glauben, sie könnten sich ohnehin keine Perücke leisten. Ohne zu wissen, dass es dafür sogar finanzielle Unterstützung von den Krankenkassen gibt. Mit einem Verordnungsschein vom Arzt kann es sein, dass man lediglich den Selbstbehalt von knapp über 30 Euro bezahlen muss.“ Die Abrechnung mit den Krankenkasse übernimmt übrigens das Team von „Headdress“.

Bei der Beratung können sich die Kundinnen/Patientinnen voll auf die fachliche Unterstüzung von Silvia und Peter Fuchs sowie deren Mitarbeiterinnen verlassen. „Es gibt so viele verschiedene Modelle, dass wir wirklich immer für jeden das Passende finden“, betont die Geschäftsführerin. „Die Perücken sind auf die Bedürfnisse moderner Frauen zugeschnitten und hervorragend verarbeitet. Darum muss man auch keine Angst haben, dass die Perücke als solche erkannt wird.“

Diese Erfahrung hat auch Christina Boyer gemacht. Die Frage nach einer Perücke hat sie noch nie gehört. Im Gegenteil: Ihre Perücke sieht dermaßen echt aus, dass die Menschen in ihrem Umfeld lange Zeit dachten, es seien noch immer ihre eigenen Haare. Christina kann damit übrigens auch alles machen – Locken, Hochsteckfrisuren, zum Friseur gehen. „Ich fühle mich superwohl damit“, sagt sie. „Als wären es meine eigenen Haare. Ich bin glücklich.“

Sätze wie diese sind es auch, die Silvia und Peter Fuchs das Herz aufgehen lassen. „Der Perückenmacher ist ja bei unserem Berufsbild dabei“, sagt Peter Fuchs. „Und wir freuen uns, dass wir dieses Knowhow jetzt verwenden und etwas zurückgeben können –  und unseren Kunden damit so viel Gutes tun können.“

Christina Boyer hat noch vier Chemotherapie-Zyklen vor sich. Dass ihr diese Zeit im Moment sehr in die Substanz geht, sieht man der 48-Jährigen beim Interviewtermin nicht an. „Ich habe das Glück, dass ich mich zwischen den Chemos immer wieder gut erhole – und heute habe ich einen besonders guten Tag“, sagt sie lachend. „Ich gehe dann viel spazieren, weil es mein Immunsystem stärkt. Außerdem hilft mir meine positive Lebenseinstellung. Ich lache gern und sehe meine Erkrankung als Lebensaufgabe, die ich nun zu lösen habe.“

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Sie kümmern sich mit viel Herz und Fingerspitzengefühl um die Patientinnen: Peter und Silvia Fuchs mit ihrer Mitarbeiterin Natalie Lang (l.), die aufgrund von Alopezie selbst eine Perücke trägt. (© Andreas Röbl)
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Kurz oder lang, blond, grau oder schwarz: Die Auswahl an Perücken ist bei „Headdress“ riesengroß. (© Andreas Röbl)