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Lifestyle | 10.05.2021

Grüner Wasserstoff

Ob im Verkehr, in der Industrie oder als Stromspeicher: Grüner Wasserstoff hat Potenzial für die Energiezukunft. In Österreich werden von VERBUND als größtem Erzeuger von erneuerbarem Strom bereits zahlreiche Projekte umgesetzt.

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© Dominik Derflinger

Bei einer Fahrt mit der Zillertalbahn in Tirol kann man das Bergpanorama bald klimafreundlich genießen. Denn ab 2023 wird sie als erste Schmalspurbahn der Welt mit grünem Wasserstoff unterwegs sein. Doch nicht nur bei diesem Projekt kommt der saubere Energieträger zum Einsatz. Grüner Wasserstoff ist in Österreich längst auf der Überholspur.

Denn grüner Wasserstoff ist eine saubere Energiequelle. Er wird aus Wasser und sauberem Ökostrom gewonnen – und das komplett CO2-frei. Die Herstellung von grünem Wasserstoff erfolgt mittels Elektrolyse von Grünstrom, der aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Der so produzierte grüne Wasserstoff reduziert in der Anwendung den Ausstoß von Kohlendioxid ganz wesentlich, da Erdgas in der Produktion des Wasserstoffs ersetzt wird. Im Mobilitätsbereich ist grüner Wasserstoff ein alternativer Energieträger zum Ersatz von fossilen Kraftstoffen, vor allem im Schwerverkehr.

Wertschöpfungskette verlängern. Als Österreichs größtes Stromunternehmen und einer der größten Erzeuger aus Wasserkraft in Europa beschäftigt sich VERBUND  intensiv mit grünem Wasserstoff. Vor allem, um die Wertschöpfungskette von grünem Strom zu verlängern und so mit dem vielseitigen Energieträger grüner Wasserstoff wesentliche Dekarbonisierungs-Schritte zu setzen. „Für uns ist grüner Wasserstoff ein wichtiger Baustein für die Dekarbonisierung Europas und ein potenzieller zweiter grüner Energieträger neben grünem Strom im Erzeugungsportfolio“, betont CEO Michael Strugl. Um diese Ambitionen zu unterstreichen, hat das Unternehmen bereits mehrere Vorzeigeprojekte initiiert, darunter insbesondere die Errichtung und den Betrieb einer der weltweit größten Elek-
trolyseanlagen mit einem Konsortium aus voestalpine, Siemens, APG, K1-MET und TNO im Projekt „H2FUTURE“, gefördert durch das „Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking“. 

Grüner Wasserstoff als Stromspeicher. Grüner Wasserstoff kann übrigens auch als Stromspeicher eingesetzt werden. In den nächsten Jahren werden allein in Österreich Hunderte Wind- und Sonnenkraftanlagen entstehen. Ihre Stromerzeugung ist allerdings vom Wetter abhängig. Dank grünem Wasserstoff kann überschüssige Energie für Tage mit wenig Wind und Sonnenschein gespeichert werden. Ein Beispiel für ein Forschungskonzept ist das VERBUND-Projekt „Hotflex“. Hier wurde in Mellach in der Steiermark eine Anlage gebaut, die Wind- und Sonnenstrom in Wasserstoff umwandelt. Das Einzigartige daran: Die Anlage kann auch als Brennstoffzelle genutzt werden. Dadurch lässt sich aus dem erzeugten Wasserstoff wieder Strom machen.

Klimaziele erreichen. Aus heutiger Sicht kann der künftige Bedarf an grünem Wasserstoff nur teilweise aus heimischer Produktion gedeckt werden. Österreich wird wie die meisten westeuropäischen Länder in deutlich höherem Maße auf die Einfuhr von grünem Wasserstoff angewiesen sein, um die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen. Es entsteht eine europäische Wasserstoff-Wirtschaft, die alle Bereiche von der Erzeugung über den Transport bis zur Nutzung von grünem Wasserstoff umfasst. „VERBUND setzt auf grünen Wasserstoff, da für uns als Grünstrom-Erzeuger dieses zukunftsfähige Produkt einen wesentlichen Treiber zur Erreichung der Klimaziele darstellt“, erklärt Strugl. „Wir nehmen hier eine Führungsrolle ein und arbeiten mit namhaften Partnern aus Österreich und Europa, um dem grünen Wasserstoff zum Durchbruch zu verhelfen. Wir setzen dabei in der Sektorintegration und Sektorkopplung auf neue Infrastruktur, auf innovative Technologien und auf zukunftsfähige Geschäftsmodelle.“

 

Green Hydrogen @ Blue Danube: 

Ein Wasserstoffprojekt von europäischer Dimension

Im Rahmen der „Important Projects of Common European Interest (IPCEI)”, einer Initiative der Europäischen Kommission, entwickelt VERBUND gemeinsam mit Technologiepartnern und Abnehmern für grünen Wasserstoff das Projekt „Green Hydrogen @ Blue Danube”. Dabei geht es darum, eine europäische Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff aufzubauen – von der Produktion über den Transport bis hin zu den Abnehmern im Industrie- und Mobilitätsbereich. 

In der ersten Phase steht die Produktion und der Einsatz von grünem Wasserstoff in Österreich und im angrenzenden Bayern im Vordergrund. In der zweiten Phase – und vor dem Hintergrund, dass die Erzeugung in Österreich nicht ausreichen wird – setzt das Projekt auf die Produktion von grünem Wasserstoff aus Grünstrom in Südosteuropa. Strom aus Wind, Sonne und Wasser wird dort direkt vor Ort in Wasserstoff umgewandelt, um damit erneuerbare Ressourcen „made in Europe“ zu nutzen, die aufgrund fehlender Stromübertragungskapazitäten sonst nicht realisiert werden könnten. Dieser Wasserstoff soll dann entlang der Donau, einem traditionellen europäischen Transportkorridor (TEN-T), zu den Abnehmern in Österreich und Deutschland transportiert werden.