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Lifestyle | 06.04.2016

Garteln mit den ORF-Stars

Der Frühling ist wunderbar für alle Gartenliebhaber. Da werden die ersten Gemüsepflänzchen gesetzt, Blumensamen gestreut und Sonnenstrahlen genossen. Mit den ORF-Stars Angelika Ertl und Karl Ploberger stehen uns zwei Profis zur Seite, die wissen, was zu tun ist, damit man möglichst lang viel Freude am bunt-grünen Fleckchen hat.

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"Gartlerin" Angelika Ertl. (© Marija Kanižaj)

Garten, Glück und Gesundheit sind für ORF-Garten-expertin Angelika Ertl un-trennbar miteinander ver- --bun--den. Ihr Buch „Jetzt haben wir den Salat!“ ist ein charmant geschriebener Leitfaden durch Blumenbeet und Gemüsegarten, nimmt sowohl Profi- als auch Amateurgärtner an der Hand und verwöhnt die Gaumen der Leser mit leckeren Rezepten. Die wichtigste Grundlage im Garten ist ein gut versorgter Boden. Wie Sie den bekommen, haben wir für Sie zusammengefasst:

 

Kleine Helfer, große Kraft 

Sie sind natürlich keine Wundermittel aber ihre Wirkung kommt diesem ziemlich nahe. Die Rede ist von Effektiven Mikroorganismen (EM), die es im Gartenfachhandel zu kaufen gibt. Das ganze Jahr eingesetzt, garantieren sie ein aktiveres Bodenleben, widerstandsfähigere Pflanzen und bessere Erträge. Die Anwendung ist ganz einfach: ein- bis zweimal pro Woche eine Verschlusskappe EM in ca. zehn Liter Wasser geben, damit früh morgens oder abends gießen und bei Bedarf mit einer Spritzflasche auf Blätter spritzen. Die kleinen Helfer sind für alle Gemüsesorten, Blumen, Orchideen, Zimmerpflanzen etc. geeignet. 

 

Superfood für Boden und Pflanzen

Die Natur ist eine Selbstversorgerin. Sie nimmt sich die Nährstoffe von verrottenden Pflanzenteilen, Früchten, Blüten und Blättern aus der Erde und „düngt“ sich gewissermaßen selbst. Wir unterbrechen im Kulturgarten diesen Kreislauf der Natur, denn akkurat beschnittene Gärten erfreuen nun mal unser Auge, auch, wenn die Natur darunter leidet. Um diese Versorgungslücke zu schließen, hielt das Düngen Einzug in unser grünes Reich: Mittels organischem Dünger aus pflanzlichen oder tierischen Stoffen oder mineralischem Dünger auf synthetisch-chemischer Basis lässt sich der Nährstoffmangel beheben. Im Naturgarten sollte man allerdings auf Letzteres verzichten. Auf hohe Ernteerträge und prächtiges Pflanzenwachstum muss damit aber keinesfalls verzichtet werden, denn stärken lassen sich Boden und Pflanzen auf vielfache Weise. Mikroorganismen – An--
ge-lika Ertl nennt sie auch „Bodenpersonal“ – arbeiten rund um die Uhr für eine Verbesserung der Bodenstruktur. 

 

Organisches Düngen für gesundes Grünzeug

Wer das Glück eines eigenen Komposts im Garten hat, hat schon den Preis für die effektivste Methode, Böden mit Nährstoffen anzureichern, gewonnen. Diese natürliche und permanente Humus-Manufaktur spart Geld, Zeit und die Erdsack-Schlepperei vom Blumenmarkt. Ein Platz im Halbschatten ist ideal, Behälter aus Holz sorgen für Halt und erwärmen schneller die Temperatur im Kompostinneren. Abwechselnd geschichtet, sorgen Baum- und Heckenschnitt, Küchen- und Pflanzenabfälle, Rasenschnitt etc. für gute Durchlüftung und animieren die Mikroorganismen. Möglichst klein gehäckselt und geschnitten, zersetzt und kompostiert sich das Material leichter und schneller. Komposterde ist ideal für sämtliche Bereiche im Garten, besonders Gemüsebeete profitieren von dem nährstoffreichen „Leckerbissen“. Bei Blumenbeeten ist allerdings Vorsicht geboten – die Nährstoff-Bombe könnte für die zartbesaiteten Pflanzen zu viel des Guten sein. 

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Pflanzen-Smoothie. (© Marija Kanižaj)

Vitaminkur aus dem Smoothie-Mixer

Schon mal was von Pflanzen-Smoothies gehört? Nein? Dann wird es allerhöchste Zeit, denn dieses Kraftpaket hat es in sich: Einfach diverse Küchenabfälle (siehe GO-Liste) in den Smoothie-Mixer geben, etwas Wasser zugeben, durchmixen und in den Garten schütten. Der Powersaft folgt dem Prinzip Grüner Smoothies für den Menschen, ist pure Wellness fürs Gemüsebeet und unser Top-Tipp aus Angelika Ertls Buch!

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Karl Ploberger. (© Rolf Friesz)

Garteln mit Karl Ploberger

Karl Plobergers Leidenschaft fürs Garteln hat in der Kindheit begonnen. Dieses Abenteuer endet für den Oberösterreicher bis heute nicht. Durch seine journalistische Arbeit in Fernsehen, Radio und diversen Zeitungen, vor allem aber durch die tausenden Vorträge und 19 Bücher kann er die Begeisterung fürs Garteln weitergeben. In seinem neu überarbeiteten Buch „Best of – Der Garten für intelligente Faule“ hat er allerlei (fast) überlebenswichtige Tipps für einfaches und effektives Gärtnern zusammengetragen. 

 

Gutes Werkzeug bringt Freude

Wer einen Garten neu anlegt, wird sich Rat im Gartencenter, einem Baumarkt oder im Fachgeschäft für Gartenzubehör holen. Dann beginnt auch das große Rätselraten: Welches Werkzeug benötige ich und worin erkennt man gute Qualität? Der Preis ist meist Entscheidungskriterium Nummer eins, aber: Gute Qualität kostet einfach mehr, eine größere Investition lohnt sich und spart Ärger. Besonders bewährt hat sich Werkzeug aus Kupfer, welches das Bodenleben fördert und für gesundes Pflanzenwachstum sorgt.

 

Die schönsten Zwiebelblumen

Der Gang zum Blumenfachhandel im Frühling ist wohl einer der schönsten: Die Vorfreude auf Gänge voll duftender Blüten steigt ins Unermessliche. Besonders die Palette an schönen Blumenzwiebeln ist besonders groß, so schnell kann man gar nicht schauen, da sind Einkaufswagen und -korb schon mit den bunten Glücklichmachern gefüllt. Zu den beliebtesten Frühlingsblumen gehören Schneeglöckchen, Krokus, Narzisse und Hyazinthe. Im Herbst des letzten Jahres eingepflanzt, schieben sie schon bald nach Anstieg der Temperatur ihre zarten Köpfe aus der Erde. Als Vorsorge vor Kahlfrösten (strenger Frost ohne Schneedecke) wird die Pflanzstelle mit Kompost abgedeckt. Nach der Blüte im Frühjahr bleiben die Zwiebeln in der Erde, die Blätter werden erst nach Gelbwerden abgeschnitten, weil die Zwiebeln aus ihnen Kraft für die nächste Blüte tanken. Nach der Eisheiligen von 11. bis 15. Mai werden dann die Sommerblumen Gladiolen, Dahlien, Begonien und Blumenrohr gepflanzt. Schon beim Pflanzen sollte man ihnen Kompost und Langzeitdünger beimischen, da sie die ganze Saison über viele Nährstoffe brauchen. 

 

Kleiner Garten im Topf

Die Pflanzsaison beginnt für fast alle Balkonblumen Anfang bis Mitte Mai, nach den Eisheiligen. Um auch auf kleinem Raum Urlaubsfeeling zu bekommen, gilt es, ein paar Regeln zu beachten: Pflanzen Sie alle Blumen genauso tief, wie sie im ursprünglichen Topf waren. Das Um- und Einpflanzen bedeutet für alle Pflanzen einen Schock, daher sollten sie in den ersten Tagen besonders sorgfältig gepflegt werden. Nach einem ersten Angießen kommen die fertig bepflanzten Blumenkästen zwei bis drei Tage in den Halbschatten, bevor sie in die Sonne übersiedeln. Gegossen wird in dieser Zeit nicht zu viel, um Staunässe zu vermeiden, später darf man dann mehrmals am Tag kräftig „Wasser lassen“.

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(© Rolf Friesz)

Erste Hilfe für Blumenzwiebeln

 

Warum blühen meine Narzissen nicht mehr?

Narzissen benötigen zur richtigen Zeit viele Nährstoffe. Sobald die Blätter gut zehn Zentimeter herausgekommen sind, sollte mit einem stickstoffreichen Dünger – ideal ist organischer Rasendün-ger – gedüngt werden. Ebenso kann von Zeit zu Zeit Holzasche um die Pflanzen gestreut werden. 

 

Welche Zwiebelblumen werden von Wühlmäusen verschont? 

Narzissen werden von Wühlmäusen links liegen gelassen und Zierlauch rühren sie nur teilweise an. Mein Tipp: Befüllen Sie große Blumentöpfe mit sandiger Erde und setzen Sie die Blumenzwiebeln hinein. Diese Töpfe können in Staudenbeeten eingesenkt werden – so werden die Zwiebeln verschont. 

 

Buchtipp:

Karl Ploberger, „Best of – Der Garten für intelligente Faule“, Av Buch Verlag, ISBN: 978-3-8404-7546-7; 

€ 24,95