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Lifestyle | 10.11.2021

Flammenkino

Kuscheln am Kamin, Lesen am Kachelofen: Loderndes Feuer bedeutet Sinnlichkeit, Unabhängigkeit und Wärme für unser Gemüt.

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© Shutterstock, Hersteller

Die Österreicher verbringen mehr Zeit in den eigenen vier Wänden. Das ist vor allem der Coronapandemie geschuldet. Im Zuhause verschmelzen sowohl Schule als auch Homeoffice, sowohl Kinderbetreuung als auch Sport. Allerdings möchte man nicht nur Anforderungen erfüllen, sondern auch einen Rückzugsort für sich selbst haben, an dem man entschleunigen und neue Energie gewinnen kann. Heizkamine und Kachelöfen tragen zu dieser ersehnten Wohlfühlatmosphäre bei.

Gerade in der kalten Jahreszeit ist ein ruhiger, gemütlicher Platz am Feuer ein Ort für eine persönliche Auszeit oder um nach einem anstrengenden Tag zur Ruhe zu kommen. Das Spüren der wohligen Wärme, das Hören des Knisterns des Feuers und das Sehen des Flammenspiels unterstützen die Sinne bei der Entspannung.

Bei der Anschaffung stehen neben dem Wunsch, ein Heizgerät zum Anlehnen zu haben, immer öfter ökologische Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit beim Heizen im Vordergrund.

SAUBERE VERBRENNUNG

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© MCZ Der Winter steht vor der Tür und der Wunsch nach einem Ort voller Wärme  und Gemütlichkeit ist groß. (Pelletofen von MCZ)

Standen früher Allesbrenner wegen ihrer Emissionen in der Kritik, so wird Wärme aus Holz und Pellets heute als umweltfreundliche Alternative zu Heizöl und Gas angesehen. „Saubere Verbrennung“ klingt utopisch, was ist damit gemeint? Natürlich entstehen bei der Verbrennung von Holz, wie bei allen Verbrennungen, Emissionen. Als Faustregel gilt: Je vollständiger die Verbrennung, desto weniger Emissionen werden verursacht.

„Vor allem heimische Hersteller von Öfen und Kesseln haben die Qualität der Holzverbrennung und die Energieeffizienz in den letzten Jahren enorm vorangetrieben“, geht aus der Initiative „Wärme aus Holz. Eine saubere Sache.“ des Österreichischen Biomasseverbandes hervor. Gemeint sind sowohl industriell hergestellte Öfen und Herde als auch individuell errichtete Kachelöfen.

Um also möglichst emissionsarm zu heizen, kommt es einerseits auf eine moderne Feuerstätte an, andererseits auf das richtige Einheizen und die Verwendung von naturbelassenem, trockenem Holz. Überdies sollten Öfen regelmäßig durch Fachleute gewartet werden, um die Luftbelastung weitestgehend zu reduzieren.

HEIZKAMIN ODER KACHELOFEN

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© Sommerhuber Die Kamine und Öfen haben sich auch in Sachen „saubere Verbrennung“ weiterentwickelt. (Sommerhuber Kachelofen)

Die Nachfrage nach Kachelöfen sei seit der Coronapandemie groß, wie viele Hafner und Ofenbauer berichten. Das stellt Thomas Schiffert, Geschäftsführer des Österreichischen Kachelofenverbands, fest und meint: „Viele Hausbesitzer wünschen sich nicht nur ein gemütliches Heizgerät zum Anlehnen, sondern es steht auch der Gedanke der ökologischen Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit beim Heizen im Vordergrund.“ Heizen mit Holz sei insofern eine gute Wahl, weil CO2-neutral. Und heimisches Holz wächst quasi vor der Haustüre in Österreich.

Ob Heizkamin oder Kachelofen ist Geschmackssache. Der Kachelofenverband empfiehlt, sich folgende Frage zu stellen: Geht es einem maßgeblich um das Heizen oder eher um die Feuerschau? Für großes Flammenkino ist man mit einem Heizkamin gut beraten.

Steht effizientes Heizen mit stundenlanger, milder Wärmeabgabe im Fokus, so sei der Kachelofen die richtige Wahl – gerne auch mit Glasscheibe.

GÜNSTIG UND GANZ OHNE STROM

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© Kaufmann Keramik Bei Stromausfällen sorgen holzbefeuerte Kamine für eine gewisse Sicherheit, da sie ganz ohne Strom auskommen. (Kaufmann Keramik)

Bei Stromausfällen oder Blackouts sorgen holzbefeuerte Kamine für eine gewisse Sicherheit, da sie ganz ohne Strom auskommen. Überhaupt müssten Stromheizer am meisten für ein warmes Zuhause berappen, wie der langjährige Heizkostenvergleich des Österreichischen Kachelofenverbands mit Stand September 2021 aufzeigt.

Holzheizer hingegen würden seit Jahren am günstigsten aussteigen. Ein beispielhaftes Einfamilienhaus mit 200 Quadratmeter Fläche und einem Verbrauch von 100 kWh/m2 pro Jahr komme mit Heizkosten von € 922 pro Jahr aus, gefolgt von Pellets mit € 1.085, während Stromheizer mit € 3.380 rechnen müssten.