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Lifestyle | 05.11.2019

Einfach Freude schenken

Zum Geburtstag ihres Mama-Blogs hat Sophie Hauser ein etwas anderes Charity-Projekt gestartet. Sie unterstützt drei Familien, die es im Leben nicht einfach haben – und wir können ihr dabei helfen.

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Mama-Bloggerin Sophie Hauser mit ihrem Mann Stefan, Sohn Leonidas (3) und Tochter Seraphina, die im Mai zur Welt gekommen ist. (© Sabine Kneidinger & Kerstin Poferl)

Es war der dritte Geburtstag ihres Mama-Blogs „kinderlachen&elternsachen“, der Sophie Hauser  in diesem Sommer zum Nachdenken brachte. „Es gibt viele, die das Bloggen versuchen, aber nur wenige, die über einige Jahre bestehen“, erzählt die junge Mama aus Kremsmünster. „Aus diesem Grund feiere ich meinen Blog-Geburtstag jedes Jahr mit viel Motivation.“ In den vergangenen Jahren gab es deshalb Gewinnspiele, doch das war ihr heuer zu wenig. Sie wollte die Reichweite ihres Blogs für etwas Gutes nützen. Schon war die Idee des Charity-Projekts „Freude schenken hoch drei“ geboren. Das Besondere daran ist, dass Sophie Hauser zeigen möchte, wie einfach es sein kann, jemandem zu helfen. „Weil man auch mit Kleinigkeiten anderen Menschen Freude bereiten kann“, ist sie überzeugt. Aus diesem Grund kann man bei ihr nicht nur Geld spenden, sondern auch mit Dienstleistungen oder Sachspenden helfen.

 

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Bleiben trotz der vielen Schicksalsschläge optimistisch und gut gelaunt: Elisabeth und Rene Raml mit ihren Söhnen Marius und Luis. (© privat)

Lebensfreude trotz Schicksalsschlägen. Unterstützt werden drei Familien, die es nicht ganz so einfach im Leben haben. Wie etwa Familie Raml aus Neuzeug. Mama Elisabeth hatte als Kind einen Schlaganfall und lebt seitdem mit einer Hemi-Spastik. „Davon betroffen ist meine linke Körperhälfte, vor allem mein Arm und auch das Bein“, erklärt sie. „Feinmotorisch kann ich meine Hand gar nicht nutzen, weil sie so gut wie immer verkrampft ist. Aber ich habe meine Beeinträchtigung seit mehr als 20 Jahren und komme mittlerweile gut damit zurecht.“

Als sie schwanger wird, scheint das Glück von ihr und Ehemann Rene perfekt. Doch in der 18. Schwangerschaftswoche stellen die Ärzte eine Unregelmäßigkeit bei dem Embryo fest, raten dem jungen Paar sogar zur Abtreibung, die allerdings nie eine Option für sie war. Tatsächlich wird der kleine Marius mit einem Nierenschaden geboren, bereits in den ersten Lebenswochen muss er sich vier medizinischen Eingriffen unterziehen. Eine schwere Zeit für die junge Familie. Heute lebt der mittlerweile Sechsjährige mit einer chronischen Niereninsuffizienz und einem Stoma (Anm. d. Red.: künstlicher Darmausgang). Durch die Erkrankung hat er auch eine Gedeihstörung, was bedeutet, dass Größe und Gewicht von Marius nicht seinem Alter entsprechen. „Er ist hier gleich auf mit seinem Bruder Luis, der zwei Jahre jünger ist“, erzählt Elisabeth Raml. „Darum mussten wir damit beginnen, Wachstumshormone zu spritzen, was für ihn alles andere als angenehm ist. Und was die Niereninsuffizienz betrifft, wird irgendwann mal eine Transplantation ein Thema werden.“

Vor zwei Jahren schlug das Schicksal dann ein weiteres Mal zu: Papa Rene stürzte auf dem Nachhauseweg 20 Meter in die Tiefe und schlug mit dem Gesicht auf einem Felsen auf. Sämtliche Knochen waren zertrümmert, die Rippen geprellt, Flüssigkeit hatte sich in der Lunge angesammelt. Seitdem lebt er mit insgesamt zehn Metallplatten und 32 Schrauben im Gesicht.

„Für mich ist Elisabeth eine Heldin“, sagt Sophie Hauser. „Darum würde ich mich sehr freuen, wenn wir ihr und ihrer Familie ein paar Wünsche erfüllen könnten.“ Wie etwa eine Shoppingtour samt Friseurbesuch für die Zweifachmama.

 

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Liebe, Lebensfreude und doch so viel Leid: Claudia und Hubert Brandstätter mit Marvin, Jonathan und Henry, der rund um die Uhr Pflege braucht. (© Kerstin Poferl/www.familiengeschichten.photo)

Pflege rund um die Uhr. Eine rührende Geschichte kann Sophie Hauser auch von Familie Brandstätter erzählen, die sie bei ihrem Charity-Projekt ebenfalls unterstützt. Hier ist Söhnchen Henry das „besondere“ Kind. Er unterscheidet sich durch sein Tracheostoma, eine Sonde, Klumpfüße, Muskelschwäche und eine globale Entwicklungsverzögerung im Vergleich zu anderen Zweijährigen. Dennoch haben sich Mama Claudia und Papa Hubert ganz bewusst für ihren „Sonnenschein“, wie sie ihn nennen, entschieden und somit gegen eine Abtreibung. Allerdings ist ihr Alltag seitdem geprägt von intensiver Pflege, die Henry rund um die Uhr braucht. „Leider verträgt er sein Tracheostoma, dessen Zugang mittels Luftröhrenschnitt gelegt wurde, überhaupt nicht“, erzählt Claudia Brandstätter. „Darum muss er täglich etwa 100 Mal abgesaugt werden – auch in der Nacht. Hinzu kommt, dass sein Zwillingsbruder Jonathan noch immer nicht durchschläft. So kann man sich wahrscheinlich vorstellen, wie unsere Nächte aussehen. Mein Mann und ich schlafen fast immer getrennt, damit wir den Tag so halbwegs schaffen.“

Der größte Wunsch der Familie ist es deshalb, einmal gemeinsam mit professionellem Pflegepersonal auf Urlaub zu fahren und neue Kraft tanken zu können. Allerdings sind die Kosten für Kinderintensivpersonal immens. Laut Claudia Brandstätter beläuft sich der Stundensatz auf etwa 45 Euro, Nacht- und Wochenendstunden kosten noch mehr. Auf der Wunschliste von Henry und seiner Familie finden sich außerdem Bodys (ab Größe 92/98), Stoffwindeln und Kinderhandtücher, denn durch das viele Erbrechen und die Sonde muss der kleine Bub sehr oft umgezogen werden.

 

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Ein Bild aus besseren Zeiten: Claudia Meiböck vor ihrer Erkrankung mit ihrem Lebenspartner Karl und den Söhnen Marcus (16) und Lucas (9). (© privat)

Keine Hochzeit wegen Krebserkrankung. Eine weitere Familie, der sie Gutes tun möchte, hat Sophie Hauser im niederösterreichischen Tulln an der Donau gefunden. Zweifachmama Claudia Meiböck wollte in diesem Sommer ihrem Lebensgefährten Karl das Jawort geben, doch das Schicksal machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Claudia erkrankte vergangenen Herbst an Brustkrebs und musste sich nach der Operation einer Chemotherapie und einer Bestrahlung unterziehen. In dieser für sie und ihre Familie sehr anstrengenden Zeit kommt der nächste Schicksalsschlag: Claudias Mutter stirbt im Sommer – zwar nach längerer Krankheit, aber doch sehr unerwartet.

Die geplante Hochzeit soll nun im nächsten Jahr stattfinden – und dafür wird noch einiges benötigt, denn Claudia und Karl träumen von einer Vintage-Hochzeit. „Wir konnten schon vieles organisieren und in die Wege leiten, dennoch hoffe ich, dass wir noch viel mehr bewegen können“, betont Initiatorin Sophie Hauser. „Jede Kleinigkeit bereitet Freude und bringt uns bei allen drei Familien einen Schritt näher an unser Ziel. Ein Glas selbstgemachte Marmelade, ein entspannendes Schaumbad, Spielzeug für die Kids oder ein paar Euro auf das Spendenkonto – alles hilft!“

Sie hofft vor allem, dass sie noch den einen oder anderen Gutschein etwa für einen Kinobesuch oder Eintritt in Parks bekommt. Für die Zukunft plant sie weitere Charity-Projekte, denn das sei das Mindeste, was sie als Mama zweier gesunder Kinder tun könne, so Hauser.

 


So können Sie helfen!

Sophie Hauser unterstützt mit ihrem Charity-Projekt „Freude schenken hoch drei“ drei Familien, deren berührende Schicksale ausführlich auf ihrem Blog nachzulesen sind. Im Unterschied zu gängigen Hilfsaktionen geht es nicht in erster Linie um Geldspenden, sondern vielmehr um Sachspenden, Gutscheine und Dienstleistungen. Was sich Kinder und Eltern wünschen, können Interessierte ebenfalls am Blog erfahren – von Lego über Kleidung bis hin zu Ausflügen.

Das Projekt läuft übrigens noch bis 17. November – und so lange können Sie auch noch helfen!

Mehr Infos: www.kinderlachenelternsachen.com