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Lifestyle | 07.02.2022

Drei Ladys auf Skitour

Für ihre Ski-Filme reist Freeride-Pionierin Sandra Lahnsteiner um die ganze Welt und bringt dabei auch immer wieder weibliche Role Models ins Rampenlicht. Für ihre erste „Bergwelten“-Dokumentation war sie fünf Tage lang mit zwei Spitzensportlerinnen auf der „Trans Salzburgerland“ von Sportgastein bis nach Hinterglemm unterwegs.

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© Mathäus Gartner/Shades of Winter

Eine Tour, wie sie in keinen Büchern steht. Grundlage für die Skidurchquerung „Trans Salzburgerland“ war die Idee von Profi-Freeriderin und Filmemacherin Sandra Lahnsteiner, in fünf Tagen von ihrer Wahlheimat Gastein aus ins Glemmtal, der Heimat von Freeridekollegin Sabine Schipflinger, zu gehen. Auf einer völlig neuen Routenführung und erstmals in dieser Form planten die beiden Freeriderinnen ihr Skitouren-abenteuer über 8.000 Höhenmeter und 100 Kilometer Wegstrecke. 

 

Großglockner als Draufgabe. Riesentorlauf-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg, die das Gasteinertal bereits im Rahmen des „Mountain Women’s Talks“ kennengelernt hat, fand sofort Gefallen daran, gemeinsam mit Sandra und Sabine die beiden Salzburger Täler auf Tourenski zu verbinden. Für eine Draufgabe, die zu Tourbeginn nicht am Gipfelplan stand, entschieden sich die drei Athletinnen am Ende spontan und erfüllten sich mit der erstmaligen Besteigung des Großglockners einen Traum, der zum krönenden Höhepunkt wurde. 

 

Doku für „Bergwelten“. Und mit Filmemacherin Sandra Lahnsteiner im Team war es fast klar, dass die Skitour der drei Powerladys als beeindruckende TV-Dokumentation auch für die Ewigkeit festgehalten wurde. Der Film „Trans Salzburgerland“ ist übrigens Lahnsteiners erste „Bergwelten“-TV-Produktion für ServusTV. Wir haben mit der Filmemacher über ihre Rollen als Produzentin, Regisseurin und Ideengeberin gesprochen.

 

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© Mathäus Gartner/Shades of Winter

OBERÖSTERREICHERIN: Frau Lahnsteiner,  Sie kennen die Berge Ihrer Wahlheimat Gastein von vielen Seiten im Winter wie Sommer. War der Wunsch, vor der eigenen Haustüre ein neues Projekt zu begehen, Vater des Ursprungsgedanken zu „Trans Salzburgerland“? 

Sandra Lahnsteiner: Ich durfte durchs Skifahren in den letzten Jahren soviel reisen, soviel erleben. Ich war in Alaska, Japan, Chile, Argentinien, Kanada, Hawaii, Marokko, Schweden, Norwegen, Island und doch schätze ich die Heimat, da wir mit den Alpen so wunderschöne Berge direkt vor der Haustür haben. Ich wollte daheim ein Abenteuer erleben – mehrere Tage mit Freundinnen in den heimischen Bergen unterwegs sein, diese besser kennenlernen, gemeinsam etwas erleben, spüren, draußen sein.  

 

Welche Planungsdimension hatte dieses „Bergwelten“-Projekt und gab es eine Rollenverteilung im Team in der Vorbereitung und Durchführung? 

Meine Rollen waren Produzentin, Regisseurin und Protagonistin. Hinter jedem Film, jedem Projekt steckt bereits vor dem ersten Drehtag sehr viel Planungszeit und Organisation, und auch nachdem alles im Kasten ist, gibt es noch einmal unheimlich viel zu tun. Um all meinen Rollen gerecht zu werden, habe ich versucht, alles so gut wie möglich vorab zu organisieren, um während der Tour möglichst befreit zu sein. Für die Regiearbeit hatte ich zum Teil Unterstützung durch einen weiteren Regisseur  – so konnte ich mich vor der Kamera auch wirklich auf meinen Part als Sportlerin, als Sandra, fokussieren. Der Film „Trans Salzburgerland“ ist ja nach all meinen „Shades of Winter“-Filmen meine erste Dokumentation für „Bergwelten“.

 

War diese Mehrfachrolle für „Bergwelten“ auch eine Mehrfachbelastung?  

Die Mehrfachrolle war natürlich eine große Herausforderung, aber genau diese Herausforderungen liebe ich, deswegen mach ich es ja auch! Es ist großartig, dass ich die Chance habe, meine Abenteuer in den Bergen zu dokumentieren, Geschichten zu erzählen, einen Film davon „heimzubringen” und damit andere Menschen daran teilhaben zu lassen, sie für ihr eigenes Abenteuer zu inspirieren. 

 

Sie haben umfangreiche internationale Bergerfahrung, was ist der besondere Reiz der heimischen Bergwelt? 

Die Berge daheim sind einfach etwas ganz Besonderes und bieten unendliche Möglichkeiten. Man kann bei einer Skitour nicht einfach losziehen, man muss darauf achten, wann einem die Natur die richtigen Bedingungen anbietet. Es fasziniert mich, wie weit man kommt, wenn man von einem Gipfel zum anderen geht. Es beeindruckt mich, wenn ich auf die Berge schaue und mich erinnere, dass ich schon oben war, dabei denke ich an neue Ziele. 

 

Apropos Ziele, hat die „Trans Salzburgerland“ eine gedankliche Tür zu neuen, weiteren Projekten dieser Art geöffnet? 

Klar! Wer mich kennt, weiß, dass ich längst weitere Abenteuer im Kopf habe. Das war der Start, wer weiß, vielleicht zu einem weiteren „Bergwelten“-Film.

 

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© Mathäus Gartner/Shades of Winter

Trans Salzburgerland die Tour

Die „Trans Salzburgerland“ ist ein Skitouren-Abenteuer, von dem jeder träumt. Die Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg und die Profi-Freeriderinnen Sabine Schipflinger und Sandra Lahnsteiner wagten eine hochwinterliche Skidurchquerung des Salzburgerlandes. Fünf Tage lang kämpften sich die drei Frauen auf der „Trans Salzburgerland“ von Sportgastein nach Hinterglemm – über Grate und Gletscher.

Die Route führte die drei Skifahrerinnen vom Gasteiner Nassfeld Richtung Westen auf den Silberpfennig (2.600 Meter) und weiter ins Raurisertal nach Kolm-Saigurn. Von dort aus kämpften sie sich durch einen eisigen Sturm auf den Hohen Sonnblick (3.106 Meter), ein Skitourenklassiker. Auf der Hauptetappe durch die Hohen Tauern von Heiligenblut aus Richtung Oberwalderhütte, forderte die angespannte Lawinenlage eine neue Risikobewertung und letztlich eine frostige Nacht im Biwak. Der folgende Tag, eine Hitzeschlacht über den Hufeisenbruch und die Pasterze, hätte kaum gegensätzlicher sein können. Übers Stubachtal ging es hinaus ins Salzachtal und zum Finale in die Kitzbühler Alpen auf den Manlitzkogel (2.247 Meter). 

Der gemeinsam bestandene Härtetest ließ die drei von einem neuen großen Ziel träumen: dem Großglockner, der als Highlight auf sie wartete.