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Lifestyle | 02.11.2022

Die Magie der Berge

Die Marchtrenkerin Jennifer Brandstätter hat die Liebe zu den Bergen schon in ihrer Kindheit entdeckt. Auf ihrem Wanderblog „Wanderful“ teilt sie ihre Bergtouren mit den LeserInnen und gibt Inspiration für Natur- und Wanderinteressierte – von Anfänger bis Fortgeschrittene.

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© Jennifer Brandstätter

Unser schönes Oberösterreich ist ein Paradies für WanderInnen. Die Bewegung an der frischen Luft, hoch oben in den Bergen, tut Körper und Seele gut und lässt uns unsere Sorgen mal für einen Moment vergessen. „Ich liebe am Wandern, dass ich einfach abschalten kann“, schwärmt Jennifer Brandstätter über ihre Leidenschaft. Wir haben mit der 33-Jährigen, der über 11.000 Menschen auf Instagram folgen, über ihre Liebe zu den Bergen gesprochen und uns Inspiration fürs Winterwandern geholt.  

 

Die Oberösterreicherin: Frau Brandstätter, wie haben Sie die Liebe zu den Bergen entdeckt? 
Jennifer Brandstätter: Ich bin in Kremsmünster aufgewachsen und war schon als Kind mit meinen Eltern immer viel wandern. In meiner Jugend habe ich das Wandern dann etwas aus den Augen verloren und seit 2019 habe ich die Liebe zu den Bergen wieder neu entdeckt. 

 

Wie entstand die Idee zu dem Blog? 
Ich habe meine Wanderungen damals ab und zu auf meinen Social-Media-Kanälen geteilt und habe immer ganz viele Fragen dazu bekommen. Wo ich da weggegangen bin, wie viele Höhenmeter das waren, usw. Die Anfragen wurden dann so häufig, dass ich beschloss, das alles mal zusammenzuschreiben. So entstand mein Blog mit Fotos, Beschreibungen und allen Details, die für die jeweiligen Touren wichtig sind. 

 

Gehen Sie hauptsächlich in Oberösterreich „Gipfeljagen“? 
Ich liebe die oberösterreichischen Berge, bin aber auch gerne in der Steiermark oder im Salzburger Land in den Bergen unterwegs. Auch im Urlaub ist immer der erste Blick: Wo gibt es hier Wandertouren? (lächelt). 

 

Was fasziniert Sie am Wandern? 
Es macht einfach den Kopf frei. Ich liebe am Wandern, dass ich einfach abschalten kann und Zeit habe, mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Auch wenn das Gehen anstrengend ist, kann ich mich da am besten entspannen. Andere gehen dafür vielleicht auf den Golfplatz, ich gehe in die Berge und habe beim Wandern die besten und kreativsten Ideen (lächelt). 

 

Wie oft sind Sie in den Bergen?  
Mein Ziel für 2021 war, 100 Gipfel im Jahr zu schaffen, das habe ich mit 150 Gipfeln dann sogar übertroffen (lacht). Ich gehe, so oft es die Zeit zulässt, meistens so zweimal die Woche in die Berge. Manchmal auch nur schnell eine kleine Tour frühmorgens vor der Arbeit oder zum Sonnenuntergang auf kleine Gipfel, die ich schon gut kenne und die schnell zu erreichen sind. 

 

Haben Sie einen Lieblingsgipfel in Oberösterreich? 
Ja, den Mittagstein in Steinbach am Ziehberg. Der ist für mich rasch erreichbar und hat ein tolles Gipfelplateau, wo man lange sitzen und die wunderschöne Aussicht genießen kann. 

 

Gibt es noch Gipfel auf Ihrer Bucketlist, die Sie unbedingt einmal besteigen möchten?
Ja, da gibt es ganz viele! Ich bin so ein richtiger Nerd, was das betrifft, und sitze mit der Alpenverein-App vor meiner Liste und suche mir die Gipfel raus (lacht). Einer davon ist zum Beispiel der Ramsauer Größtenberg in Molln, der hat ein schönes Holzgipfelkreuz und den kennen ganz wenige.

 

Was ist das Besondere am Winterwandern? 
Die Landschaft ist im Winter einfach ganz anders. Die Farben, der glitzernde Frost, oder wenn dann schon Schnee liegt – da sieht alles ganz verzaubert aus (lächelt). Wenn der Schnee unter den Schneeschuhen knirscht und man einen guten Tee mithat, den man am Gipfel trinkt, und über die verschneite Landschaft schaut – das hat eine ganz eigene Magie. 

 

Worauf sollte man beim Winterwandern achten? 
Wichtig ist, dass man nicht in einem Lawinengebiet unterwegs ist. Da gehe ich immer auf Nummer sicher. Man muss im Winter nicht auf die höchsten Berge gehen, wir haben so schöne kleine Berggipfel in Oberösterreich mit tollen Aussichten, die im Winter total schön zu gehen sind. Die Sicherheit geht immer vor und die Ausrüstung sollte man sowieso immer gut an die Gegebenheiten anpassen. 

 

Welche Ausrüstung empfehlen Sie zum Winterwandern?
Ganz wichtig sind im Winter Grödeln (Fußschneeketten) und gute Winterwanderschuhe. Wenn viel Schnee liegt, sollte man auch unbedingt Schneeschuhe miteinpacken. Haube, Handschuhe und gute Wintersportkleidung sind ebenso wichtig. Mein Tipp: Unbedingt alles in doppelter Ausführung dabeihaben, gerade im Winter schwitzt man ein Shirt oder eine Haube schnell durch und da ist die Erkältungsgefahr groß, wenn man mit der feuchten Kleidung weitergeht. 

 

 

 

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© Jennifer Brandstätter

Einfach

3-Gipfel-Tour rund um die Burg Altpernstein

Wer eine schnelle, gemütliche und aussichtsreiche Tour sucht, ist bei dieser knackigen, knapp 2,5 Stunden dauernden Tour bestens versorgt.

Parken: In einer der beiden Parkbuchten bei der Burg Altpernstein (Micheldorf, Bezirk Kirchdorf), Auffahrt im Winter grundsätzlich gut möglich

Gehzeit: 2,5 Stunden mit Schneeschuhen

Länge: circa 6,9 Kilometer

Höhenmeter: circa 550 

Level: Anfänger

Gipfelkreuz: ja - Hirschwaldstein (1.095 Meter), Zederbauernspitz (1.082 Meter) und Ochsenkogel (935 Meter)

Markierung: zum Teil sehr gut markiert – auch mit Steinmandl

Weg:
Vom Parkplatz folgt man der Straße bis zur Burg und sieht sofort die gelben Beschriftungstafeln – wir sind zuerst zum Hirschwaldstein aufgestiegen. Dauer rund 50 Minuten mit Schneeschuhen. Danach ging es vom Hirschwaldstein runter bis zur Markierung Richtung Eustachiuskreuz. Dort hält man sich links bis zur Gabelung und folgt danach dem Holzschild den Wald runter. Der Weg führt nun kurz wieder ein Stück rauf zum Zederbauerspitz (Gehzeit ca. 30 Minuten, auch dort steht ein Kreuz). Danach folgt man dem Kamm rechts rüber bis zum Ochsenkogel (Steinmandel teilweise ersichtlich, Gehzeit rund 30 Minuten). Für den Abstieg haben wir den Weg rechts vom Gipfelkreuz gewählt, runter zur Schotterstraße und sind so wieder retour zur Burg gelangt.

Ausrüstung: jetzt im Winter unbedingt Grödel bzw. Schneeschuhe (wir haben zum Teil gewechselt).

 

 

 

Mittel

Schallerkogel (1.874 m), Lagelsberg (2.014 m) und Einkehr Zeller Hütte (1.575 m)

Parken: Parkplatz Schafferteich in Vorderstoder (gebührenpflichtig/ € 4 für 24 Stunden)

Gehzeit: gesamt gute 5 Stunden 

Aufstieg bis zur Zeller Hütte:
angeschrieben mit 2 Stunden 

Weiter Aufstieg bis zum Schallerkogel: circa 40 Minuten

Vom Schallerkogel bis zum Lagelsberg: nochmals gute 20 Minuten

Retour vom Lagelsberg zur Zeller Hütte: Gute 30–40 Minuten

Abstieg von Zeller Hütte bis zum Schafferteich: 45–60 Minuten

Weg: rund 12 Kilometer, Weg markiert mit Tafeln

Höhenmeter: 1.185 

Level: für Geübte – aufgrund Höhenmeter und Ausdauer

Wegbeschreibung: Vom Schafferteich ist der Weg sehr gut mit Tafeln markiert. Zu Beginn geht es flacher in den Wald und von dort aus die ersten Höhenmeter gemütlich voran. Kleine Aussichtsplätze laden zum Verweilen ein. Nach rund 2 Stunden erreicht man die Zeller Hütte. Von der Hütte geht es links weiter rauf Richtung Lagelsberg – hier ist es schon ein wenig steiler. Nach rund 40 Minuten kann man hier auch zum Schallerkogel abbiegen – die Aussicht lohnt sich! Über Latschen erreicht man dann noch den Lagelsberg mit seiner fantastischen Aussicht – Achtung: Hier ist es zum Teil sehr windig – warm einpacken! Abstieg über denselben Weg – Hütteneinkehr nicht vergessen ...

 

 

Schwer

Haderlauskögerl (1.547 m) & Rotgsol (1.560 m) im Reichraminger Hintergebirge

Das Haderlauskögerl und der Rotgsol sind dem Sengsengebirge im Norden vorgelagerte, eher stille und wenig besuchte Gipfel im Naturschutzgebiet Kalkalpen. Der Anstieg führt nur über unmarkierte Pfade, die ein wenig Orientierungssinn verlangen, zu den beiden teils aussichtsreichen, almartigen Wiesen-Gipfeln.

Parken: Parkplatz Schwarzgraben (Breitenau). Einfahrt nur von 6 bis 9 Uhr gestattet, ansonsten muss man beim Parkplatz Bodinggraben schon stehenbleiben und 2,1 Kilometer mehr einplanen.

Gehzeit: (ohne Schneeschuhe) rauf 3,5 Stunden und runter ca. 2 Std. 15 Min.

Weg: knapp 12 Kilometer

Höhenmeter: 970 

Level: Gipfelstürmer – da Wegfindung teilweise schwierig – APP/Karte empfohlen!

 

Wegbeschreibung: Wir sind zuerst der Forststraße knapp 1,5 Kilometer gefolgt – leicht moderat steigend zur verfallenen Zaglbaueralm, über den Wiesenhang zum Waldrand und dann den Pfadspuren folgend zum Kamm.

Hier haben wir uns westwärts gehalten, ebenfalls unmarkiert, leicht steigend durch den Wald hinauf. Oben erkennt man dann gleich das Haderlauskögerl und sieht von Weitem auch schon den Gipfel Rotgsol.

Abstieg erfolgt über denselben Weg.

Tipp: Übrigens gibt es dort im Tal weitere tolle Ausgangspunkte für Wanderungen wie den Trämpl oder Alpstein ... also ich komme wieder!

 

www.wanderful.co.at 

Instagram: wanderful_life