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Lifestyle | 05.09.2022

Die längste Verbindung

Der Brenner Basistunnel (BBT), der Franzensfeste in Südtirol mit Innsbruck bzw. Tulfes in Nordtirol auf einer Gesamtlänge von 64 Kilometer verbindet, wird die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt sein. Ein einzigartiges Projekt, das wesentlich zur Wandlung der Mobilität in Europa beitragen soll.

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Unter dem Brennerpass entsteht die längste unterirdische Eisenbahnverbindung der Welt für den Güter- und Personenverkehr. Insgesamt umfasst das Tunnelsystem des BBT ca. 230 Tunnelkilometer. © BBT SE

Ein neuer Verbindungsweg durch die Alpen: Unweit der italienischen Ortschaft Franzensfeste, im Eisacktal, befindet sich das südlichste Baulos des gesamten Projektes. Im Baulos „Eisackunterquerung“, das wir im Juni besuchen durften, sind die Vortriebsarbeiten nahezu abgeschlossen. Der Zufahrtstunnel und die Haupttunnel wurden bereits fertiggestellt, und auch die Verbindungstunnel und die Querschläge sind in der Fertigstellungsphase.

 

Das Kernstück des Scan-Med-Korridors

Am 19. Mai dieses Jahres fand außerdem der „Durchschlag“ zwischen den beiden italienischen Baulosen, Eisackunterquerung und Mauls, statt. Somit gibt es heute eine durchgängige Verbindung vom Südportal des Brenner Basistunnels bis zur Staatsgrenze zwischen Italien und Österreich.

Die Bedeutung dieser Infrastruktur für die Mobilität auf unserem Kontinent wird als wesentlich eingeschätzt. Der BBT stellt das Kernstück des Scan-Med-Korridors von Helsinki in Finnland nach La Valletta auf der Insel Malta dar und ist ein Projekt, in das die Europäische Union erheblich investiert.

 

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Ein einzigartiges Projekt, das wesentlich zur Wandlung der Mobilität in Europa, hin zu einem effizienteren und nachhaltigeren Modell, beitragen soll. © BBT SE

Achse München – Verona

Der Tunnel wird für die Durchfahrt von Güter- und Personenzügen genutzt. Letztere können beispielsweise mit einer Geschwindigkeit von bis zu 250 km/h durch den Tunnel fahren. Dank der Beseitigung der großen Steigungen wird es möglich sein, die Reisezeit zwischen Innsbruck und Franzensfeste von derzeit 80 Minuten auf nur 25 Minuten zu verkürzen und damit die Mobilität auf der gesamten Achse München –Verona zu erleichtern.

 

Ein zukunftsträchtiges Projekt

Beim Bau der Infrastruktur wird die Tiroler Bevölkerung in beiden Ländern laufend einbezogen und auch die natürliche Umgebung wird entsprechend berücksichtigt. Dazu werden die sogenannten „Ausgleichsmaßnahmen“ umgesetzt, die dem Schutz der natürlichen Ressourcen und der Schaffung eines Mehrwertes für die Bevölkerung und der Umwelt dienen sollen. Ein Beispiel dafür ist die Revitalisierung des Moorbereichs Tantegert bei Innsbruck oder der Schutz einer Orchideenwiese im Tiroler Padastertal.

 

Geplante Fertigstellung 2031

Nachhaltige Mobilität, Umwelt und Effizienz sind die Schlagwörter dieses zukunfts-
trächtigen Projektes, dessen Fertigstellung im Jahr 2031 geplant ist. Nach einer Probephase wird der Tunnel im Jahr 2032 in Betrieb gehen. Somit wird tief im Berg unterhalb des Brennerpasses gemeinsam daran gearbeitet, unser Land und Italien im europäischen Kontext noch enger zu verbinden.