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Lifestyle | 30.11.2022

Die Csárdáfürstin zu Silvester im Brucknerhaus

Am Silvesterabend laden Hausherr Dietmar Kerschbaum als Fürstensohn Edwin und seine Frau Renate Pitscheider als Varieté-Sängerin Sylva Varescu zu einer prominent besetzten Aufführung des Operettenklassikers „Die Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán ins Brucknerhaus Linz ein.

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© Volker Weihbold

Am 17. November 1915 inmitten des Ersten Weltkriegs in Wien zur Premiere gebracht, reagierte „Die Csárdásfürstin“ unmittelbar auf die Krise des Vielvölkerstaates, indem sie männliche Protagonisten mit soldatischer Grundhaltung zeigt. Vor allem aber feiert sie die gesellschaftseinigende Urkraft der Liebe, die zur Verbindung eines feschen Fürstensohnes aus Österreich mit einer Schönheit aus Ungarn, die einen rumänischen Namen trägt, führt. 

„Die Csárdásfürstin“ wird heuer an Silvester im Linzer Brucknerhaus aufgeführt. In die Rolle des Fürstensohnes Edwin schlüpft Intendant und Hausherr Dietmar Kerschbaum, in der Rolle der Varieté-Sängerin Sylva Varescu sehen wir seine Frau Renate Pitscheider. Eine weitere Gelegenheit, Kálmáns erfolgreichstes Bühnenwerk im Brucknerhaus zu erleben, gibt es am 5. Jänner 2023. Wir haben mit dem Brucknerhaus-Intendanten und künstlerischen Vorstandsdirektor der LIVA, Dietmar Kerschbaum, über „Die Csárdásfürstin“ und seine Rolle gesprochen. 

 

Die Oberösterreicherin: Herr Kerschbaum, Sie stehen als Fürstensohn Edwin in „Die Csárdásfürstin“ endlich wieder einmal selbst auf der Brucknerhaus-Bühne, worauf freuen Sie sich am meisten? 
Dietmar Kerschbaum: Ich freue mich, dem Publikum im Brucknerhaus mit diesem Meisterwerk einen schönen und vergnüglichen Abend bieten zu können. Die Operette ist, wenn sie gut gemacht wird, ein rauschendes Fest der Liebe und der Freude. Genau das wollen wir mit den Aufführungen zu Silvester sowie am 5. Jänner bieten. Am Silvesterabend wird der Große Saal des Brucknerhauses die normale Bestuhlung haben, am 5. Jänner hingegen verwandelt sich das Parterre im Großen Saal in ein Varietétheater. Das Publikum nimmt an Tischen Platz, an denen kulinarische Köstlichkeiten und Getränke auch während der Aufführung konsumiert werden können. 

 

Was gefällt Ihnen an dieser Liebesgeschichte besonders gut? 
Mir gefällt, dass sie nicht simpel gestrickt ist. Sylva und Edwin sind keine oberflächlichen Charaktere, sondern zu tiefen Empfindungen fähig. Das bedeutet auch, dass sie verletzt werden können. Sylva widerfährt dies im zweiten Akt, weil sie das Gefühl hat, nur deshalb als Braut des Fürstensohnes Edwin akzeptiert zu werden, weil sie durch eine vorgetäuschte Heirat mit einem Adeligen nun selbst adeligen Standes ist. Als gefeierte Varieté-Sängerin, als Csárdásfürstin, wäre sie in Edwins Familie zunächst nicht willkommen gewesen. Umso schöner ist es, wenn die beiden dann am Ende doch zueinanderfinden. 

 

Aber nicht nur die Liebe steht im Vordergrund, auch die Kriegskatastrophe bzw. der Einschnitt des Kriegsbeginns spiegeln sich in den Liedtexten des zweiten und dritten Aktes wider … Warum war es Ihnen wichtig, durch die Auswahl des Stückes „Die Csárdásfürstin“ einen aktuellen Bezug (zum Ukraine-Krieg) herzustellen?
Als wir uns für „Die Csárdásfürstin“ entschieden haben, war vom Krieg in der Ukraine noch keine Rede. Aber natürlich kommen einem nun ganz andere Gedanken in den Sinn, wenn man sich mit diesem Stück beschäftigt. Die Uraufführung fand 1915 – also mitten im Ersten Weltkrieg – statt. Man kann die Menschen heute wahrscheinlich besser verstehen, die in solch schweren Zeiten Ablenkung und Trost gesucht und diese in der Operette gefunden haben. 

 

Was nur die wenigsten wissen: Sie singen gemeinsam, wie auch bei den letzten Silvesterkonzerten, mit Ihrer Frau. Wie funktioniert das Privatleben gekoppelt mit dem Bühnenleben? Proben Sie zu Hause gemeinsam?
Die Operette hat uns zusammengeführt. In „Eine Nacht in Venedig“ spielten wir das Liebespaar, aus der Bühnenliebe wurde eine echte und heute sind wir glücklich verheiratet. Gemeinsam proben wir in der Regel nur, wenn wir auch gemeinsam auftreten.  

 

Das letzte Mal standen Sie beim Sommerfest auf der Bühne, vergangenes Jahr zu Silvester und beim Musikalischen Adventkalender: Wie viel müssen Sie üben, um Ihre Stimme fit für die Bühne zu halten? Wie bringen Sie das in Ihrem Alltag als Vorstandsdirektor und Intendant unter? Wie hoch ist das Lampenfieber? 
Singen verlernt man nicht. Üben muss ich jene Werke, die auf dem Programm stehen, aber die Gesangstechnik muss einem schon vorher in Fleisch und Blut übergegangen sein. Da es ja nicht mehr allzu oft vorkommt, dass ich als Sänger auf der Bühne stehe, lässt sich das mit meiner Tätigkeit als künstlerischer Vorstandsdirektor der LIVA sehr gut vereinbaren. Lampenfieber ist vorhanden, egal ob im eigenen Haus oder nicht. Sicher auch deshalb, weil das Publikum immer das Recht hat, mit höchster Qualität bedient zu werden. Das ist der Anspruch, den ich in allen meinen Tätigkeiten an mich habe, ob als Sänger oder als Intendant. 

Termine & Tickets

31. Dezember 2022, 19:30 Uhr
Das große Silvesterkonzert:
„Die Csárdásfürstin“

5. Jänner 2023, 19:30 Uhr
„Die Csárdásfürstin“:
Varieté-Special

Tel.: 0732/77 52 30
E-Mail: [email protected]
www.brucknerhaus.at