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Lifestyle | 02.05.2018

Der Traum vom Fliegen

„Metamorphosen“ heißt das neue interdisziplinäre Projekt des Fotografen Michael Wittig mit dem Drahtkünstler Markus Moser. Die beeindruckenden Bilder sind im Mai in der Hipp Halle Gmunden zu bestaunen.

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Modell Julia Meyr (© Michael Wittig)

Der menschliche Traum vom Fliegen ist so alt wie die Menschheit selbst, und in ihm lebt viel von dem, was den Menschen ausmacht. Auch den Gmundner Fotografen Michael Wittig hat die Idee, sich mit dem Thema Fliegen künstlerisch auseinanderzusetzen, nicht mehr losgelassen. So hat er in Zusammenarbeit mit dem Scharnsteiner Künstler Markus Moser – von ihm stammen die riesigen Insektenflügel aus Draht – die Ausstellung „Metamorphosen. Träume zu Fliegen“ umgesetzt. Zu sehen sind die Kunstwerke erstmals am 05.05. um 18 Uhr bei der Vernissage in der Hipp Halle Gmunden. Weitere Besichtigungstermine sind Sonntag, 06.05, Samstag, 12.05., und Sonntag, 13.05., jeweils von 10 bis 18 Uhr.

Die Symbolik. Flügel sind seit Millionen von Jahren das Flug-Werkzeug zahlreicher Tiere. „Insekten sind die artenreichste Tierklasse und auch diejenigen, die es am längsten gibt und die am besten in der Lage sind, sich an ihre Umgebung anzupassen. Die Gewinner der Evolution, kann man sagen“, ist Michael Wittig fasziniert. Flügel symbolisieren für ihn perfekt den menschlichen Traum vom Fliegen, der Fotograf möchte mit dem Projekt aber auch zum Ausdruck bringen, dass der Mensch im übertragenen Sinne sehr wohl fliegen könne.

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Hans-Christian Haas als ägyptische Skarabäus-Gottheit „Kephri“ (© Michael Wittig)

Die Location. Die Hipp Halle in Gmunden – Claus Hipp, den viele aus der TV-Werbung für Babynahrung kennen, ist auch Künstler mit Leib und Seele und und stellt die Hipp Halle laufend für künstlerische und karitative Zwecke zur Verfügung – ist die perfekte Location für Wittigs interdisziplinäres Fotografie-Projekt: „Dieser Ort hat eine ganz eigene Aura, die richtige Stimmung für meine Projekte, und wirkt auf mich sinnlich und kontemplativ.“

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Self-Bodypainting von Elisabeth Mader (© Michael Wittig)

Die Modelle. Zu seinen Modellen kam Wittig, indem er online und in der regionalen Presse einen Aufruf startete. „Mein Wunsch war es, ganz verschiedene Menschen in ihrer Vielfalt abbilden zu können. So finden sich auch Menschen auf den Aufnahmen des Projektes, die keine professionellen Modelle sind.“

Die Modelle wurden mit Kleidung, nackt und mit Bodypainting fotografiert: Metamorphosen in drei Teilen. „Durch das Bodypainting schlüpfen die Modelle in die Haut eines anderen Wesens, verändern ihre Wahrnehmung, wechseln die Perspektive. Das sind wichtige Eigenschaften, die uns zum Beispiel dabei helfen, die eigenen Sichtweisen und Einstellungen zu überprüfen. Das kann uns definitiv Flügel verleihen!“ Die Aufnahmen mit Kleidung stehen für den Alltag, das Sein im Hier und Jetzt, wo die Liebe uns im siebten Himmel schweben lässt, wo Freude oder auch Anerkennung und Erfolg uns beflügeln, wir auf der anderen Seite aber auch durch Leid und Schmerz gelegentlich den Boden unter den Füßen verlieren. Und die Fotos, auf denen die Modelle nackt sind? „Diese Fotos symbolisieren die Innerlichkeit des Menschen. In uns drin sind wir unbekleidet, haben keine schützende Hülle, sind wir ganz wir selbst, rein und nackt. Der Traum zu fliegen lebt in sich selbst.“

Ob weitere Ausstellungen geplant sind? „Unbedingt! Das Projekt hat zwar nun eine Art Abschluss, aber es geht trotzdem weiter. Geplant sind Ausstellungen in Wien und Düsseldorf ...“