Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 10.07.2018

Der Naturgarten

Ökogärten sind auf dem Vormarsch. Zu unserem Glück: denn sie machen das kleine Stück Erde noch paradiesischer ...

Bild 1807_O_shutterstock_10301737.jpg
Trockenmauern setzen klare Akzente und dienen als Zuhause für viele Tiere. (© Shutterstock)

In den vergangenen Jahren ist das Bewusstsein gestiegen, welchen Schaden wir der Natur in unserem Garten anrichten: Synthetische Düngemittel und Pestizide, Rasenroboter und ein immergrüner Einheitsbrei sorgen zwar für den perfekten Rasen und die dicksten Kartoffeln, hält jedoch Bienen, Schmetterlinge und viele andere Tiere auf Abstand. Der Garten, so denken wir, ist unser Reich. Dass wir dessen Schönheit und Idylle aber unseren summenden und singenden Besuchern zu verdanken haben, daran denken wir viel zu wenig. Doch was kann man tun, um im Einklang der Natur zu Leben? Und vor allem: Was bringt‘s?

Ordnung darf sein. Der Natur einen Teil der Regie zu überlassen heißt nicht, dass alles wild durcheinander wuchert und sich der Naturgarten in ein Wildbiotop verwandelt. Naturnah Gärtnern steht für das Arbeiten mit den Naturgesetzen, nicht gegen sie. Besonders in den ersten Jahren braucht ein Naturgarten Pflege: Hecken und Sträucher müssen geschnitten, Blumenbeete angelegt, eventuell ein Biotop angelegt werden. Letzteres ist keinesfalls nur die Brutstätte für Gelsen; richtig angelegt, finden sich schon bald Kröten und Libellen ein, die für eine ökologische Vielfalt und eine biologische Schädlingsbekämpfung sorgen. Ein Komposthaufen ist, auch wenn er meist lieber in die Ecke verbannt wird, das Herz des Gartens: Alles, was dem Garten entnommen wird, wird ihm in Form von wertvollem organischen Dünger zurückgegeben. Der Komposthaufen hilft, einen gesunden und lebendigen Boden mit vielen wichtigen Nährstoffen aufzubauen.

Bild 1807_O_shutterstock_28316481.jpg
Mit nur wenigen Handgriffen werden auch Balkon und Terrasse zum kleinen Naturparadies. (© Shutterstock)

Naturnahe Gartengestaltung. Gartenbesitzer, die etwas für den Umweltschutz tun wollen, können direkt vor der eigenen Haustüre ein Zuhause für Vögel, Insekten und andere Tiere schaffen. Die Anlage eines Naturgartens ist nicht nur einfach, für den Anfang reichen auch ein oder zwei einladend natürlich gestaltete Ecken. Die wichtigste Naturgärtnerregel lautet: Einheimische Pflanzen sind Pflicht! Denn nur sie bieten den hiesigen Tierarten Nahrung. Je höher die Vielfalt, desto besser funktioniert das kleine Ökosystem im Garten. Ein tierfreundlicher Trend sind sogenannte Insektenhotels: Diese künstlich geschaffenen Nist- und Überwinterungshilfen können fix und fertig erworben werden oder kommen in einem Bausatz zum Selberbauen daher. Nützlinge wie Hummeln, Wildbienen, verschiedene Wespenarten, Flor- und Schwebfliegen, Marienkäfer, Schmetterlinge und Ohrwürmer nehmen ein solches Habitat gerne an. Aufgestellt wird das Insektenhotel in südlicher Richtung, in der Nähe einer blühenden Wiese und ca. 50 Zentimeter über dem Boden.

Zierrasen ade. Der berühmte englische Zierrasen ist zwar hübsch anzuschauen, im Naturgarten allerdings nicht gefragt. Wer auf das gepflegte Grün nicht verzichten möchte, kann zwar zu Rasenroboter und Rasenmäher greifen, sollte aber unbedingt eine Fläche für Insekten & Co. einplanen. Abgetrennt mit Natursteinen, entsteht so ein spannender Kontrast, der tierische und menschliche Besucher gleichermaßen begeistert. Eine Hecke bietet vielen Tieren Nahrung und Unterschlupf, eine Trockenmauer mit großen Fugen setzt einen klaren architektonischen Akzent und bietet Wohnraum für Hummeln und Eidechsen. Wer einen Balkon oder eine Terrasse besitzt, kann auch hier mit der Natur leben: Töpfe mit insektenfreundlichen Pflanzen sehen schön aus und machen Freude.

Design im Naturgarten. Auf stylische Essgruppen, gemütliche Lounges und schicke Schattenspender muss im Naturgarten keinesfalls verzichtet werden! Wer jedoch auch hier die Natur ins Spiel bringen möchte, greift zu Möbeln aus möglichst naturbelassenem Holz, und natürliche Materialien wie Leinen und Baumwolle machen sich als Sonnensegel gut. Ein schöner Schattenplatz kann mit einem Rankgerüst geschaffen werden, an dem Kletterpflanzen wie Rosen, aber auch Bohnen hinaufwandern. Besonders harmonisch statt moderner Gas- oder Elektrogrills wirkt eine gemauerte Variante oder eine offene Feuerstelle mit Gitterrost. Doch auch im Naturgarten heißt es: Erlaubt ist, was gefällt! Und ein Ort für wildes Getier findet auch im kleinsten Garten seinen Platz.

Bild 1807_O_shutterstock_31800362.jpg
Insektenhotels bieten summenden Besuchern den perfekten Unterschlupf. (© Shutterstock)