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Lifestyle | 26.07.2016

Das Leben ist ein Honiglecken

Am Dach ausgewählter Kultureinrichtungen arbeiten rund 900.000 fleißige Honigbienen fast unbemerkt für die Linzer Umwelt. Wir trafen Imkerin Iris Wachter-Heiss, die uns einiges über „ihre“ Bienen zu erzählen hatte …

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(© DACHMARKE* / Florian Voggeneder und Jürgen Grünwald)

Im Linzer Musiktheater wird nicht nur zu „La Traviata“ oder „Schwanensee“ gesummt, auch am Dach geht es zu wie im Bienenstock. Kein Wunder, denn 100.000 schwarz-gelbe Honigbienen leben seit März 2014 auf diesem Fleckchen und schwärmen zum Nektarsammeln in den Linzer Großstadtdschungel aus. Auch auf dem Brucknerhaus, der Tabakfabrik, dem Ars Electronica Center, im Botanischen Garten, im Biologiezentrum und auf dem Dach der Linz AG, die die ImkerInnenkooperative bei ihren Aktivitäten unterstützt, wird Stadthonig unter dem Namen DACHMARKE* produziert. Für die Betreuung der insgesamt 18 Bienenvölker sind sechs ImkerInnen zuständig, die im vergangenen Jahr rund 300 Kilogramm Honig geerntet und geschleudert haben. Iris Wachter-Heiss war letztes Jahr noch Bienen-Neuling, jetzt hegt sie ihre kleinen Freunde mit viel Wissen: „Aus reinem Interesse besuchte ich einen Bienenkurs von Manfred Pointner im Wissensturm. Ich war vom Fleiß der Tierchen begeistert, und da ich in meinem Schrebergarten keine Bienenstöcke aufstellen darf, machte ich mich auf die Suche nach einem anderen Stellplatz – und landete für die DACHMARKE* sowohl im Biologiezentrum als auch auf dem Dach des Musiktheaters“, freut sich die Neo-Imkerin. 

Bienenalltag. Das Leben mit Bienen erfordert ein ständiges Mitdenken. Für Iris Wachter-Heiss und das Team der DACHMARKE* bedeutet das, den Ablauf im Bienenalltag genau zu kennen und schnellstmöglich zu handeln. Denn bei schlechtem Wetter etwa können keine Arbeiten am Bienenstock durchgeführt werden. „Wir müssen Wetterprognosen ständig im Auge behalten. Ein- bis zweimal die Woche besuchen wir „unsere“ Stöcke, beobachten die Honigproduktion in den Zargen, prüfen, ob es Königin, Arbeitern und Brut gut geht, behandeln die Bienen im Spätsommer gegen die Varroamilbe und füttern ab Herbst Biofutter zu. Der Bienenalltag ist eher ein jahreszeitlicher Ablauf als ein Tagesablauf.“ Da die eigene Bienenhaltung immer beliebter wird, gibt es mittlerweile viele Kurse und Möglichkeiten zum (Probe-)Imkern in ganz Österreich. Wer jedoch Bienen halten möchte, muss einige rechtliche Voraussetzungen erfüllen. So müssen bestimmte Abstände zur Grundstückgrenze gegeben, die Nachbarn einverstanden und profundes Wissen angelernt sein. 

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Neo-Imkerin Iris Wachter-Heiss. (© DACHMARKE* / Florian Voggeneder und Jürgen Grünwald)

Honig aus der (Klein-)Stadt. Die Bedeutung von Stadtbienen ist nicht zu unterschätzen, immerhin bestäuben sie die wild vorkommenden Pflanzenarten im urbanen Raum. „Vorteile des Stadtraums für Bienen gibt es viele“, weiß Iris Wachter-Heiss. „Während der gesamten Bienensaison bis in den Spätsommer hinein existiert ein Nahrungsangebot, da immer irgendetwas blüht. Man sollte meinen, auf dem Land gibt es viel mehr Nahrung, aber durch die konventionelle Landwirtschaft mit schnell verblühenden Feldern und fehlenden Wiesenstreifen finden die Bienen kaum Blüten. Honig ist ein wertvolles Produkt, das nebenbei herauskommt, aber die wirkliche Leistung der Bienen ist und bleibt die Bestäubung.“ Mag. Maximilian Liedlbauer, Präsident des OÖ. Landesverband für Bienenzucht, ergänzt: „Die Linzer StadtimkerInnen zeigen auf, dass die Stadt ein attraktives Umfeld für die Bienen ist. Die Vielfalt des Pollenangebotes der unterschiedlichsten Arten von Blumen, Sträuchern und Bäumen garantiert gesunde Bienenvölker und einen wertvollen Honig.“ Dabei ist Honig eines der reinsten Lebensmittel überhaupt. Das trifft auch auf Stadt-honig zu. Der Blütennektar ist von Feinstaub unbelastet, die Biene selbst ist ein perfektes Filtersystem. Nur das Beste kommt in den Honig.

Eine Blumenwiese für Maja. Damit sich die Bienen wohlfühlen, gilt es den Rasenroboter wegzulassen! Er sorgt zwar für einen perfekten Rasen, allerdings lässt er keine Blume am Leben. Auf dem Balkon hat man nicht nur selbst Freude an Thymian und Borretsch, auch die Bienen sind Fans dieser Pflanzen! Außerdem sollte der Herbizid- und Insektizideinsatz überdacht werden“, erklärt Iris Wachter-Heiss. Auch bei der DACHMARKE* wird  nach biologischen Grundsätzen und ohne Antibiotika gearbeitet. Die Qualität spricht für sich: Alle aktuellen Sorten wurden mit der höchsten Auszeichnung, dem „Honigland OÖ-Qualitätssiegel in Gold” sowie dem „Österreichischen Gütesiegel“, bewertet. 

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Die Linzer Stadtbienen produzierten 2015 rund 300 Kilogramm Honig. (© DACHMARKE* / Florian Voggeneder und Jürgen Grünwald)

Unter dem Namen Dachmarke* werden in Linz seit zwei Jahren Bienen gezüchtet. „Damit wollten wir die Imkerei aus ihrem Dornröschenschlaf befreien und die Honiggewinnung vor den Vorhang holen“, erklärt Rainer Kargel, Mitinitiator der DACHMARKE*. 

Erhältlich ist der Linzer Honig an den jeweiligen Standorten, im Online-Shop und in ausgewählten Geschäften in Linz.

www.dachmarke.com