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Lifestyle | 27.11.2019

Cybersex

Erotische Konversation gibt es wohl schon so lange, wie Menschen miteinander kommunizieren. Diese hat sich mit neuen technischen Möglichkeiten jedoch stark verändert. Willkommen in der Welt des Cybersex!

Bild Cybersex.jpg
© Shutterstock

Unter „Cybersex“ versteht man jede Form von Erotik, die mithilfe von Computertechnologie oder durch Interaktion per Internet ausgelebt wird. Das reicht vom Masturbieren beim Ansehen von Pornos über sexuell motivierte Chats bis hin zum erotischen Vergnügen in Cyber­sex-Anzügen.

Cybersex (CS) kann alles sein, was mithilfe von Technologie Lust erzeugt – und ist ein Milliardengeschäft. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass es zahlreiche Innovationen in diesem Bereich gibt:

In 3D-basierten Online-Rollenspielen haben Spielerinnen und Spieler die Möglichkeit, ihre sexuellen Fantasien nicht nur verbal auszudrücken, sondern ihre Avatare entsprechende Handlungen auch virtuell ausführen zu lassen.

Wer seinen Avatar nicht nur per Tastatur und Maus steuern, sondern auch körperlich dabei sein möchte, kann mittels VR-Brille, Datenhandschuhen und Toys, die mit der virtuellen Handlung korrespondieren, komplett in erotische virtuelle Realitäten abtauchen und ein Teil des Geschehens werden.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Schnittstellen zwischen rein virtuellem Sex und dem realen sexuellen Erleben zu schaffen. Mithilfe so genannter Teledildonics – das sind Sexspielzeuge mit der Möglichkeit zur Fernsteuerung – können sich Paare auch aus der Ferne miteinander amüsieren. Zum Beispiel mit einem Vi­brator, der auf Anrufe reagiert. Oder einem „Couple Toy“, das aus einem
Vibrator für SIE und einem Masturbator für IHN besteht, die über das Internet miteinander kommunizieren und sogar Körperbewegungen direkt übertragen können.

Die Nase vorn haben wie so oft die Japaner: Der dort entwickelte CS-Anzug ist der Inbegriff der Cybersex-Innovationen. Zwei miteinander verbundene Träger bzw. Trägerinnen dieser Anzüge können sich gegenseitig sehen, hören und spüren! Möglich wird das durch zahlreiche integrierte Sensoren und Vibratoren. In Europa ist dieser Anzug noch nicht auf dem Markt, die Technik funktioniert aber bereits – und wird in Zukunft sicher noch weiterentwickelt.

 

Was ist das Reizvolle an Cyber Sex?

Lustvoll. Der Austausch von erotischen Nachrichten oder Fotos, gemeinsames Masturbieren mit Webcam-Übertragung, fernsteuerbare Toys – CS kann für Paare, die in Fernbeziehungen leben, eine Bereicherung sein.

Verfügbar. Man ist nicht auf ein menschliches Gegenüber angewiesen, sondern kann sich Lust verschaffen, wann immer man möchte. Dabei scheint die Anzahl verfügbarer Sexualpartner unendlich zu sein.

Anonym. In einem Chat oder Forum kann man in eine völlig neue Rolle schlüpfen. Mit so einer künstlichen Identität ist es möglich, erotische Fantasien auszuleben, die in der Realität undenkbar sind.  

Sicher. Durch das Fehlen des Körperkontaktes kann man – auch beim Ausleben extremer Fantasien – nicht physisch verletzt werden. Eine Infektion mit sexuell übertragbaren Krankheiten und eine ungewollte Schwangerschaft sind ebenfalls ausgeschlossen.

Einfach. Junge Erwachsene nutzen CS oft als ersten Schritt, um sexuelle Erfahrungen zu sammeln. Sie können austesten, was beim anderen Geschlecht gut ankommt, bevor sie es in der realen Praxis umsetzen.

Geheim. Niemand bekommt mit, was im Internet getrieben wird. Auch nicht der Partner …

Daraus ergeben sich allerdings Fragen, die sich unsere Eltern noch nicht stellen mussten: Wie weit darf der Partner online gehen? Gilt beispielsweise animierter Geschlechtsverkehr mit einem Sexchat-Avatar als Fremdgehen? Darüber reden Paare meist erst, wenn einer der Partner etwas getan hat, mit dem der andere nicht einverstanden ist. Die Folgen sind Unverständnis, Enttäuschung und Misstrauen. Alleine ist es schwer, aus der Spirale von Vorwürfen und Rechtfertigungen auszusteigen. Dann ist es hilfreich, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen!

 

Gefahren

Wenn Sie auf anonymen Cybersex stehen, sollten Sie niemals Ihre wirkliche Identität preisgeben! Achten Sie darauf, auch in Ihrem Profil keine Daten wie Adresse oder Telefonnummer anzuführen, um die Gefahr von persönlicher Belästigung auszuschließen. Auch das Versenden erotischer Bilder ist mit Vorsicht zu genießen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Sexpartner zu weit geht, weisen Sie ihn ausdrücklich darauf hin! Seriöse Cybersex-Seiten bieten außerdem die Option, das jeweilige Mitglied zu melden.

Cybersex kann die Fantasie anregen, eine kurze Flucht aus dem Alltag sein und Stress abbauen. Wenn CS allerdings zum Lebensmittelpunkt wird, drohen Vereinsamung und Realitätsverlust. Wie in so vielen Bereichen gilt auch hier: Die Dosis macht das Gift!

www.doriskaiser.com