Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 14.03.2018

Befreite Lust

„Fifty Shades of Grey“ ist seit 8. Februar wieder in unseren Kinos. Schon der erste Teil der Geschichte um die schüchterne Ana und den schwerreichen Geschäftsmann Christian Grey war ein sagenhafter Erfolg an den Kinokassen, und das scheint sich im dritten Teil „Befreite Lust“ fortzusetzen. Warum eigentlich?

Bild 1803_O_Leben_5055_Sex_Illu.jpg
© Illustration von Laura Koller

Die besondere Faszination der Geschichte scheint das Spiel von Unterwerfung, Hingabe und Dominanz zu sein: Die junge Frau reinen Herzens kommt in die Sadomaso-Folterkammer ihres persönlichen „Sex-Gottes“, die beiden machen ein paar SM-Spielchen – die harmlos sind im Vergleich zu dem, was es im SM-Bereich tatsächlich alles gibt. Die Geschichte zeigt auf Seifenoper-verträgliche Weise das Tabu, Lust daran zu haben, sich hinzugeben, sich zu unterwerfen, in der Spannung des Ausgeliefertseins und der absoluten Hingabe körperliche Erregung zu spüren und intensiv wahrzunehmen. Dass diese junge Frau in allen Facetten so unwiderstehlich ist, dass der Mann gar nicht anders kann, als nur sie zu begehren und zu beschützen.


Sexuelle Erregung – jeder Körper auf seine Art. Maria: „Meine Fantasien handeln oft von Unterwerfung: Ich stelle mir manchmal beim Masturbieren vor, Unbekannte würden mich auf einer Sexparty festhalten und mich zum Orgasmus bringen. Und ich habe Vergewaltigungsfantasien. Real ist es extrem wichtig für mich, dass meine Grenzen respektiert werden. Nur ein paar meiner Fantasien haben sich zu sexuellen Wünschen entwickelt, die ich auch auslebe und nach und nach mit Partnern, denen ich vertraue, umsetze: Wir vereinbaren Safewords, eine Hardcore-Masochistin bin ich nicht, aber ich mag Schläge auf den Hintern (härter) und ins Gesicht (sanfter), an den Haaren ziehen, Worte, die für mich im Alltag beleidigend wären. Das bringt meinen Körper in sexuelle Erregung.“

Gerald: „Ich spüre sehr starke sexuelle Erregung, wenn ich in engen nassen Jeanshosen stecke. Allein die Vorstellung davon reicht oft. Wenn meine Partnerin sich dann noch auf mich drauflegt, steigert das die Erregung fast ins Unerträgliche. Der Orgasmus entspannt mich. Der Geschlechtsverkehr ist mir nicht so wichtig wie dieses starke Gefühl.“

Gerda: „Ich besuche ab und an ein BDSM-Studio, in das ich meine selbstgeschneiderten Ordenskostü-­ me mitnehme. Ich lasse mich an ein Andreaskreuz binden und mir den Hintern mit einem Stock versohlen. Dann mag ich mit nackter Haut eng aneinandergekuschelt über meine Fantasien reden. Mich fasziniert der Kontrast von Brutalität und Zärtlichkeit. Das erregt und befriedigt mich.“

Was verbindet diese Menschen? Sie haben Lust auf (außer-)gewöhnliche sexuelle Erlebnisse und Situationen und gestalten ihre sehr persönlichen Inszenierungen. Was mich zu meinem Tipp an Sie, liebe Leserinnen und Leser, führt:

Tipp:

Jeder von uns hat die Kompetenz, den eigenen Körper in eine Anspannung und so in sexuelle Erregung zu bringen. Und jeder auf seine ganz individuelle, dem eigenen Körper vertraute und passende Art und Weise. Wenn wir gut darauf achten, wer wir sexuell sind und was für unseren Körper passt, können wir Sexualität befriedigend gestalten.

Bild 1704_O_Leben_Sex_Susa.jpg
Susa Haberfellner dipl. Sexual- und Lebensberaterin, Klinische Sexologin: www.haberfellner- sexualberatung.at