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Lifestyle | 18.01.2017

AUF EIS GELEGT? INLINE SKATING IM WINTER

Schnell unterwegs sein und auf eleganteste Weise auf den Rollen dahingleiten – keine Frage, Inline Skaten macht Spaß. Schwerwiegender Nachteil: Es ist eine Sportart für die wärmeren Monate des Jahres. Oder? Nicht zwingend, denn auch in der kalten Jahreszeit gibt es noch ausreichend Gelegenheiten, sich mit dem Hobby sinnvoll auseinanderzusetzen.

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Nur weil die Bedingungen draußen schlecht sind, müssen die Inline Skates nicht in den Winterschlaf. (© fotolia.com, Azaliya (Elya Vatel))

Im Sommer ist es für viele die Fortbewegungsmethode überhaupt, schon deshalb weil es deutlich schneller ist als das Laufen. Wenn die äußeren Bedingungen wieder einigermaßen stimmen, geht es deshalb wieder rauf auf die Rollen und raus auf die Straßen und Wege der Region. Zumindest solange, bis Schnee und Eis sich wieder als kaum überwindbare und noch dazu gefährliche Hindernisse erweisen. Das ist eine ärgerliche, aber nicht zu vermeidende Begleiterscheinung eines saisonabhängigen Hobbys.

Was aus verschiedenen Gründen schade ist, denn es bedeutet nicht nur einen erzwungenen Verzicht auf eine geliebte Freizeitaktivität, sondern ein möglicherweise unerwünschtes Aussetzen des Trainings. Zugegeben, bei nasskaltem Wetter kostet es schon mehr als nur ein wenig Überwindung, auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen. Allerdings bedeutet der verlockende Rückzug auf die Couch einen deutlich beschwerlicheren Wiedereinstieg, sobald die Bedingungen wieder besser sind. Grund genug also, sich nach alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten rund um das Inline Skaten umzusehen.

 

1. DIE INNEREN WERTE

Die Straßen und Wege sind für das Inlinen wegen erhöhten Schneeaufkommens und Glättegefahr nicht zu gebrauchen – daran lässt sich auch nur wenig ändern. Denn so vielfältig das Equipment (und wir reden hier vorerst nur über die Skates) sein mag, die Anpassungsmöglichkeiten an winterliche Straßenverhältnisse sind im Bereich zwischen unzureichend und nicht vorhanden. Mit einer recht eindeutigen Tendenz zu Zweitem.

Sicher könnten wir es mit weicheren Gummirollen versuchen und tatsächlich ließen sich wohl auch Rollen mit einem leichten Profil finden. Optimale Lösungen sind das jedoch keineswegs, denn entweder sind diese Rollen bestenfalls für nassen (aber eben nicht gefrorenen oder verschneiten) Untergrund gedacht oder sie lassen sich gar nicht erst auf alle Skates aufziehen.

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Im Sommer selbstverständlich, im Winter hingegen schwierig – die Ausweichmöglichkeit Halle ist deshalb durchaus attraktiv. (© fotolia.com, jayzynism)

Praktischerweise braucht es diesen Aufwand vielfach überhaupt nicht. Weil es nämlich durchaus Ausweichmöglichkeiten gibt, für die das Haus zwar kurzfristig verlassen werden muss, aber glücklicherweise nicht von den Witterungsverhältnissen abhängig ist. Tatsächlich bieten gerade Vereine in den Wintermonaten Trainingsgelegenheiten in der Halle an. Der Österreichische Inline Skating Club ÖISC bietet das Skaten in der Halle schon ab dem Herbst an, da kann dann auch kein noch so unangenehmer Regenguss das Rundendrehen verhindern. Wer dafür nicht den Weg bis nach Wien auf sich nehmen möchte, kann sich an den Linzer Inline- und Speedskating Club 2010 halten. Der gewährt wintergefrusteten Inline Skatern ebenfalls Unterschlupf und eine Alternative zu den Widrigkeiten des Winters.

 

2. TECHNIK, DIE BEGEISTERT

Der Reiz des Inline Skaten liegt, wie bei jedem sportlichen Hobby, dem in der freien Natur nachgegangen werden kann, natürlich nicht nur im Bewegungsaspekt. Es geht schließlich immer auch darum, die Zeit im Freien zu genießen. Abwechslung für die Augen sozusagen. Die ist nachvollziehbarerweise in einer Halle gewissen Beschränkungen unterworfen. Von dieser Warte betrachtet natürlich ein Nachteil, allerdings auf der anderen Seite eine gute Gelegenheit, sich auf das Skaten selbst zu konzentrieren.


Also im Klartext: Die Technik trainieren, damit die Ausflüge in den sonnigeren Monaten umso geschmeidiger werden. Immerhin gibt es hier möglicherweise noch genug Details in den Bewegungsabläufen, die optimiert werden können. Das ist tatsächlich gar nicht unwahrscheinlich, weswegen sich das Training gemeinsam mit den „Profis“ bestens eignet, um die Nachbesserungen bei Körperhaltung und Skating-Schritt unter kompetenter Anleitungen anzugehen.

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Damit das Dahingleiten im kommenden Sommer möglichst elegant gelingt, lohnt sich ein Technik-Training über die kalten Monate. (© fotolia.com, Aniol)

Allerdings sind die Hallentrainings auch für diejenigen, die noch keine Erfahrung im Umgang mit den Skates haben, nicht die schlechteste Einstiegsmöglichkeit. Beim Erlernen des Inline Skaten gibt es schließlich Vieles zu beachten und im Rahmen eines gemeinsamen Hallentrainings können sicher viele zusätzliche Tricks und Kniffe mitgenommen werden, die ansonsten nur unter Schmerzen im Selbstversuch herausgefunden werden. Die lassen sich zwar auch Indoor nicht kategorisch ausschließen, allerdings dürfte der Hallenboden doch angenehmer für erste Fallübungen sein, als der raue Asphalt der Straße. Der wiederum dürfte einiges von seinem Schrecken verlieren, wenn die Vorbereitungen innerhalb eines sicheren Umfelds schon absolviert sind, bevor es dann zur Outdoor-Saison wieder nach draußen geht.

 

3. IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT

Das ist keine Aufforderung zum Ausruhen, ganz im Gegenteil. Wenn das Wetter und/oder die Jahreszeit es nicht zulassen, auf den Inlinern unterwegs zu sein, bleibt mehr Zeit, um den Körper für das Skaten in Form zu bringen – oder eben in Form zu halten. Das gezielte Training für die stützende Muskulatur dürfte zwar auch bei den Winter-Einheiten der Vereine eine Rolle spielen, aber es spricht nichts dagegen, die Kraftübungen auch zu Hause weiterzuführen.

Das hat mehrere Vorteile. An erster Stelle: Die Haltearbeit, die der Körper beim Inline Skaten verrichten muss, macht weniger schnell müde. Die Ausflüge im Sommer dürfen deshalb auch gerne etwas länger werden. Vorteil Nummer Zwei: Der Sommer kann auch generell gerne kommen, denn bis dahin haben die Übungen für den Bauch, den Rumpf, den Rücken und den Po ganz sicher schon ihre Wirkung getan.

Worüber wir nicht vergessen sollten, dass einer der Schwerpunkte definitiv bei den Beinen liegt. Auch hier gilt es, frühzeitigen Ermüdungserscheinungen vorzubeugen und gleichzeitig für mehr Kraft in den Schenkeln zu sorgen. Es lohnt sich in jedem Fall, den Kraftaspekt nicht zu vernachlässigen, denn es ist leider nicht möglich, die antrainierten Fähigkeiten zu speichern. Es gibt also keinen Grund, sich auf den Lorbeeren, sprich den Muskeln des vergangenen Sommers auszuruhen – jedenfalls dann nicht, wenn diese in den nächsten Sommer herübergerettet werden sollen.

Abgesehen davon können die Übungen zugleich zur Generation der Muskeln beitragen, falls wir die bei allzu ausgiebigen Ausfahrten in den wärmeren Monaten überstrapaziert haben sollten. So schonend das Inline Skaten für die Gelenke sein mag, für den Muskelapparat ist es auf Dauer aber doch eine Belastung.

 

4. ABWECHSLUNG IST IMMER GUT

Angenommen, wir haben unser wöchentliches Pensum an Sprungübungen, tiefem Gehen und Crunches schon hinter uns gebracht und weiterhin angenommen, der Gedanke an das Skaten in einer Halle entspricht nicht unseren Vorstellungen und nehmen wir dann noch an, dass es uns doch nach draußen treibt, weil das Wetter einfach zu herrlich ist – selbst dann gibt es immer noch Alternativen, die dem Inline Skaten nahe genug stehen, um die Winterpause ohne größeren Verdruss zu überstehen. Sofern wir uns nicht mit der einen oder anderen Runde Jogging begnügen, was unter den richtigen Voraussetzungen natürlich auch immer eine Option ist.

Die wahrscheinlich naheliegendste Möglichkeit ist das Tauschen der Skates gegen Schlittschuhe. Die Bewegungsabläufe ähneln sich doch sehr, allerdings ist das Eislaufen – besonders wenn es in Richtung Eisschnelllauf geht – im Bereich der Technik sogar noch anspruchsvoller. Da ist Präzision gefragt, um nicht aus der Bahn zu geraten. Für die Rückkehr auf die Rollen ist das jedoch kein Nachteil, denn neben den technischen Belangen werden selbstverständlich parallel genau die Muskelgruppen weitertrainiert, die spätestens im Sommer ohnehin wieder gefragt sind.

Und dann gibt es ja noch die verschiedenen anderen Wintersportarten, mit denen wir den Umgang mit unterschiedlichen Gleitformen und die Körperbalance trainieren können. Ob Skifahren, Carven oder Langlauf, sie alle sind eine gute Möglichkeit, das Gefühl für diese Form der Fortbewegung zu stärken. Jedenfalls solange Schnee in ausreichendem Maße vorhanden ist.

Ansonsten ließen sich Skating und Anleihen aus dem Wintersport – je nach Wetterlage – beim Cross Skaten ganz einfach miteinander verbinden. Das Beste aus der warmen und der kalten Jahreszeit in einer Sportart, wenn man so will. Abgesehen davon bietet es natürlich dieselben Vorteile wie das „normale“ Inline Skaten, vor allem die Schonung der Gelenke. Der Bewegungsablauf ist dann allerdings doch dem Skilanglauf näher, weswegen die Technik leicht angepasst werden muss. Nichtsdestotrotz bleibt es eine gute Abwechslung, falls dafür Bedarf besteht.