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Lifestyle | 30.09.2015

Architektur im Einklang mit der Natur

Planer und Architekt Norbert Bruckner komponierte in der Indianerdorfgemeinde Natternbach sein persönliches Meisterwerk für sich und seine Familie.

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Architektur vom Feinsten. (© Roland Wimmer, Eder/inpure, Josko)

Libellen tummeln sich zwischen den Wasserpflanzen. Der Sprudelstein im Schwimmteich 

verströmt ein angenehmes Plätschern, das wie eine leise Hintergrundmelodie in der Luft schwingt. Inmitten von sattem Grün, am Rande einer Siedlung mit Blick auf Wald, Wiesen und Felder, hat sich Familie Bruckner-Wolfschluckner vor drei Jahren in der für ihr Indianerdorf bekannten Hausruckgemeinde Natternbach die Natur regelrecht ins Haus geholt. „Natur liegt wieder im Trend“, stellt Norbert Bruckner (49) nicht nur bei sich selbst, sondern auch in seiner Tätigkeit als Architekt mit einem Lächeln fest. „Sogar Äste im Holz, die in der modernen Architektur lange Zeit verpönt waren, sind wieder erlaubt.“

 

Auffällig unauffällig

Der Stil des Baus ist auffällig modern, und dennoch hält sich der geradlinige,
u-förmige Baukörper mit Flachdach unauffällig in der Landschaft geduckt. Alle Räume finden auf einer Ebene Platz. Auf Barrierefreiheit haben der gelernte Tischler und die Physiotherapeutin großen Wert gelegt, schließlich sollten auch das Planungsbüro und Martinas Therapieraum, die an das Haus angegliedert sind, für Kunden und Patienten ohne Hürden erreichbar sein. Die Garage verbindet den beruflichen Bauriegel mit dem privaten und trennt sie zugleich. 

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Familie Bruckner in ihrer Küche. (© Roland Wimmer, Eder/inpure, Josko)

Harmonie auf ganzer Linie

Die Inneneinrichtung des modernen Baus entwarf Norbert J. Bruckner in enger Zusammenarbeit mit der Tischlerei Bruckner, die von seiner Nichte geführt wird. So konnten Möbel, Türen und Co passgenau nach den Wünschen des Bauherrn gefertigt werden. Im Gebäudeinneren geben erdige Farben und natürliche Materialien den Ton an. Eiche, Fichte, Kalkstein, Lehm wie auch Leder bilden zusammen einen harmonischen Einklang. „Bitte nehmen Sie doch Platz“, ertönt die freundliche Aufforderung von Familie Bruckner beim Besuch, während sie mir einen Stuhl am großzügigen Eichen-Esstisch anbietet. Es ist ein besonderer Platz, wie ich später erfahre. Der Lieblingsplatz des Hausherrn. Schnell wird klar, warum. Vor mir eröffnet sich ein herrlicher Blick auf die traumhafte Gartenanlage und sein Herzstück: ein fantastischer Naturpool. Raumhohe Glaselemente verschmelzen das wohlige Wohngefühl drin­nen mit der idyllischen Atmosphäre draußen.

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Zeitloses Haustür-Design. (© Roland Wimmer, Eder/inpure, Josko)

Gegensätze förmlich vereint

Ein durchdachtes Konzept vereint Gegensätze, die auf den ersten Blick unvereinbar scheinen: Uneinsichtigkeit mit freier Sicht. Wohnen auf einer Ebene, mit kurzen Wegen. Berufliches und Privates sind getrennt und liegen doch nah beisammen. Ein eigenes Reich für die Kinder Melina (14) und Simon (12) nahe des Eingangs, das lärmendes Toben, ungestörtes Lernen und das Einladen von Freunden zugleich erlaubt. Die einjährige Planungs- und zweijährige Bauzeit haben sich gelohnt. Das Haus der musikalischen Familie aus Klavier-, Klarinette- und Gitarre-Spielern spielt viele Stücke. Die Haustechnik wurde aber bewusst minimalistisch gehalten. Fingerprint an der Eingangstür und kontrollierte Wohnraumlüftung erweisen sich als nützlich, ansonsten wurde auf „technische Spielereien“ weitgehend verzichtet. „Viel wichtiger war uns, dass das Haus wenig Arbeit macht“, betonen Martina und Norbert Bruckner. Und das sei bestens gelungen. Der Naturpool reinigt sich selbst. Stein- und Holzböden sind unempfindlich und pflegeleicht. Flächenbündige Wandschränke machen das Sauberhalten einfach.

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Außen schlicht, innen gemütlich. (© Roland Wimmer, Eder/inpure, Josko)

Stille Örtchen

Manche Details eröffnen sich erst auf den zweiten Blick. Wer sich beim Betreten des Hauses fragt, was sich wohl hinter der braun verkleideten Wand aus Lederpaneelen verbirgt, wird sich wundern. In dem Lederkubus mit umlaufender Oberlichte aus Glas versteckt sich das stille Örtchen. „Wir nennen es das Kofferklo“, schmunzelt Norbert Bruckner. Ein weiteres stilles Örtchen in etwas anderer Form hat sich der Weinliebhaber im Keller geschaffen. Ein rustikal gestalteter Raum mit rotem Ziegelgewölbe lässt sofort ein Gefühl wie beim Weinheurigen aufkommen – ein idealer Ort für ruhige Momente zum Genießen.

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Der Hausherr hat ein gutes Händchen für Deko. (© Roland Wimmer, Eder/inpure, Josko)