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Lifestyle | 11.04.2017

Alles, nur nicht gewöhnlich

lectroswing-Weltstar Parov Stelar und seine Frau, Künstlerin Lilja Bloom, sind unter die Möbel-Designer gegangen und haben für TRAPA die Möbellinie „Voltaire“ entworfen. Ulli Wright war bei der spektakulären Präsentation in Wien dabei und hat sich mit ihnen über ihren Wohnstil und Parov Stelars neues Album „Burning Spider“ unterhalten.

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STELARBLOOM: Schon jahrelang beschäftigen sich Marcus Füreder und seine Frau Barbara mit Design und Kunst – nun haben sie für TRAPA eine eigene Möbellinie entworfen. (© Jan Kohlrusch)

Äußerst spektakulär, zum Sound von STELARBLOOM, gemixt aus den Geräuschen, die bei der Entstehung des Prototypen im Möbelwerk entstanden, wurde am 14. März auf der H.O.M.E.D.E.P.O.T.-Möbelmesse im Semperdepot in Wien das Geheimnis um die neue Möbellinie „Voltaire“ gelüftet. Als Designer für die massiven Tische und Beistelltische konnte der oberösterreichische Möbelerzeuger TRAPA den Elektroswing-Weltstar  Marcus Füreder alias Parov Stelar und seine Frau Lilja Bloom (Barbara Füreder) gewinnen. Und die Tische können sich sehen lassen – geradlinig, massiv und doch leicht in der Anmutung, so präsentiert sich „Voltaire“.

 

Aufträge und Projekte für Lady Gaga, Lana del Rey, Frauscher Boote und nun auch TRAPA zeigen, wie vielseitig ihr als Designerpaar seid. Was muss ein Projekt haben, damit ihr euren Namen hergebt und mitgestaltet?

Marcus: Das Projekt muss eine gewisse Eigenständigkeit haben und uns berühren. Und natürlich gehört auch eine Portion Wahnsinn dazu, damit es aufregend bleibt. Die Menschen hinter TRAPA sind totale Qualitätsverfechter, und das sind wir in unserer Arbeit auch.

 

Die Möbellinie „Voltaire“ wurde von euch beiden entworfen. Wie hat dabei die Arbeitsteilung ausgesehen?

Barbara: Wir beginnen mit einem Brainstorming und überlegen, was uns gefällt und in welche Richtung es gehen soll. Dann suchen wir nach Inspirationen, und plötzlich fügen sich unsere Ideen zu einem Ganzen. Ich habe sehr genaue Vorstellungen und sehe bis ins kleinste Detail, wie das Endergebnis aussehen soll. Natürlich hilft es, dass wir uns beide schon jahrelang mit Design und Kunst beschäftigen und einen sehr ähnlichen Geschmack haben. Was die „Voltaire“-Linie betrifft, wollten wir mit einem großen Esstisch beginnen, das Herzstück in jedem Haus, wo sich Leben trifft und Kommunikation stattfindet. Die Tische sind indirekt beleuchtet, womit man verschiedene Stimmungen erzeugen kann.

Marcus: Perfekt war, dass uns TRAPA völlig freie Hand gelassen hat. Wir haben den Tisch entworfen und präsentiert. Er hat den Verantwortlichen gefallen, so sind wir Schritt für Schritt weitergegangen.

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MISTER ELECTROSWING. Weltweit füllt Marcus Füreder unter dem Pseudonym Parov Stelar riesige Konzerthallen. (© Gabor Pocza/Shutterstock)

Ihr lebt teilweise in Mallorca und teilweise in Altenfelden im Mühlviertel. Was ist euch in Sachen Wohnen wichtig?

Marcus: Ich stehe auf Stil und auf Style, aber es muss immer lebbar sein. Ich war rund um die Welt bei sehr erfolgreichen Menschen eingeladen und hatte vielfach das Gefühl, dass ich mich in einem Museum befinde, weil alles total steril und clean war. Die Kombination aus Stil, Ausstrahlung und auch der Wohlfühlfaktor sind für mich das Um und Auf. Das war uns auch bei der Gestaltung des Tisches wichtig.

 

Ihr seid beide sehr erfolgreiche Künstler. Verschwimmen da die Bereiche Arbeiten und Wohnen?

Marcus: Wenn man den Beruf des Künstlers wählt, fließt das natürlich ins tagtägliche Leben mit ein. Auch unser Sohn Max wächst damit auf. Wir arbeiten nicht „nine to five“, daher müssen Studio oder Atelier und Lebensraum voneinander getrennt sein. Man muss sich ja auch fokussieren. Vor allem würden Barbara und mein Sohn wahnsinnig werden, wenn sie den ganzen Tag meine Musik hören würden (lacht).

 

Apropos Musik, Ihr neues Album „Burning Spider“ erscheint am 21. April und schlägt mit Blues- und Jazz-Elementen neue Töne an. Was hat Sie dazu inspiriert?

Marcus: Das Leben, würde ich mal sagen, und ich glaube, es wäre als Künstler auch sehr langweilig, stehen zu bleiben. Dazu habe ich in einem Buch eine sehr schöne Parabel gelesen: Ab wann ist man Beute? Beute ist man dann, wenn man vorhersehbar ist. Dann legt ein Jäger seine Falle aus und weiß, was das Beutetier macht. Ich möchte nicht Beute sein, sondern Jäger. Ich jage der Kunst nach. Außerdem bedeutet Veränderung immer auch eine gewisse Portion Mut. Viele Menschen werden sich bei meinem Album sicher denken: „Das bin ich jetzt nicht von ihm gewöhnt.“ Aber ich sehe es als Aufgabe eines Künstlers, in einem Moment, in dem man es nicht erwartet, einen Haken zu schlagen.

 

Am 17. Februar ist „Step.Two.Feat.Lilja.Bloom“ entstanden. Wie war die Zusammenarbeit im Studio?

Marcus: Ich habe am Song zu arbeiten begonnen und gewusst, den muss Barbara singen. Sie ist meine schärfste Kritikerin, und wenn sie sagt, ja, finde ich cool, ist mir das meistens zu wenig. Und in dem Fall hat sie gesagt, das ist er, das ist mein Song, den würde ich gerne machen. Wir waren uns sofort einig. Es ist nur so geflutscht und war eine unheimlich schöne Erfahrung, auch für die Beziehung.

 

Sie hatten gerade einen Auftritt in Neuseeland und sind in den nächsten Wochen in halb Europa unterwegs. Sind Barbara und Max auf der Tour dabei?

Marcus: Nein, leider nicht, das ist meine größte Crux. Es ist mein Job, mir persönlich ist es egal, ob ich heute da und morgen dort bin. Leider kann die Familie nicht mitkommen, weil Max inzwischen auf Mallorca zur Schule geht. Es fällt mir zunehmend schwerer, länger weg zu sein.

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Geradlinig, massiv und aus Naturholz: Den Tisch und die Beistelltische aus der Möbellinie „Voltaire“ gibt es in unterschiedlichen Größen. (© TRAPA)
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© TRAPA

Wie schwierig ist das für Sie und Max, Barbara?

Sicher vermissen wir Marcus, aber Max kennt es nicht anders und hat sich bereits daran gewöhnt, dass der Papa mal länger weg ist. Wir beschränken das aber auf maximal zwei Wochen. Das geht. Marcus ist dann aber auch wieder ein paar Monate am Stück zuhause.

 

Marcus, ich stelle mir das Touren ziemlich anstrengend vor. Wie halten Sie sich in Form?

Mit Sport, denn dadurch bekomme ich wieder Boden unter den Füßen. Das Geschäft, in dem ich mich bewege, ist surreal. Ich verkaufe Gefühle, und ich verkaufe auch meine Gefühle. Irgendwo muss man sich wieder aufladen. Dazu braucht man etwas ganz Normales, etwa laufen gehen und einen Muskelkater spüren. Das ist ganz wichtig.

 

Und was erdet Sie?

Genau solche Dinge und ein ganz normales Familienleben. Max und Barbara sehen mich nicht als die Kunstfigur, sondern als den Menschen, der ich bin.

 

Am 29. Juli gastiert Parov Stelar auf der Burg Clam. Wie ist so ein Heimspiel?

Schön! Es ist immer etwas Besonderes, wenn man „nach Hause“ kommt. Ich bin auch aufgeregter als sonst, weil ich viele Menschen kenne, die dort sind.  Vor allem das Ambiente ist wunderschön. Ich habe viel gespielt in meinem Leben, aber so eine Kulisse wie auf der Burg Clam gibt es nicht oft.

 

Um noch einmal auf die Möbel zurückzukommen: Ist da noch mehr in Planung?

Barbara: Ja, wir haben bereits neue Möbelstücke und Accessoires für die Firma Trapa entworfen, die bald in Produktion gehen werden. Unser Skizzenbuch ist voll – und die Ideen gehen uns so schnell nicht aus... :-)