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Lifestyle | 02.09.2022

40 verrückte Wahrheiten über Frauen und Männer

In seiner Praxis als Psychotherapeut staunt Michael Lehofer immer wieder, wie wenig viele Menschen darüber wissen, wie eine Liebesbeziehung „geht“. Aber allgemeingültige Regeln gibt es dafür nicht. Also, was tun? Ein Buch schreiben, hat sich der Bestsellerautor, Philosoph und Psychotherapeut gedacht. In seinem neuen Werk mit dem Titel „40 verrückte Wahrheiten über Frauen und Männer ... die Sie unbedingt kennen sollten, wenn Sie mit Ihrem Partner glücklich werden wollen“ gibt er seine Erkenntnisse, die zu einer möglichst glücklichen Liebesbeziehung beitragen können, wieder. In 40 Thesen bringt er sie mit liebevollem, gereiftem und humorvollem Blick auf den Punkt. Wir haben uns vier Thesen aus dem Buch näher angesehen.

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Beziehungen sind nicht immer einfach. Das hat auch Psychotherapeut Michael Lehofer erkannt und ein Buch geschrieben, das Beziehungen retten soll. © Unsplash

WARUM MÄNNER IN LANGJÄHRIGEN PAARBEZIEHUNGEN RÜLPSEN UND FURZEN.

Es ist erstaunlich, wie sehr sich Männer – ja, hauptsächlich sind es Männer – in langjährigen Beziehungen gehen lassen. Wenn sie eine Partnerin erobern wollen, zeigen sie sich von ihrer besten Seite. Doch mit der Zeit wird alles anders. Je fixer die Beziehung ist, desto stärker wird die Neigung, sich gehen zu lassen. So ist es eine Tatsache, dass Männer mit der Zeit im häus­lichen Rahmen rülpsen und im Trainingsanzug den Sonntag­nachmittag mit Fernsehsport verbringend gerne furzen. Das machen sie auch im Ehebett, dann stinkt es unter der gemein­samen Decke. Diese Verhaltensweise ist wenig sexy. Das Sich-Daneben-Benehmen in engen Partnerschaften ist ein Zeichen der Vertrautheit, die gleichsam eine Entfremdung be­deutet. Wenn man einen anderen als zu sehr zu sich gehörig fühlt, gleichsam als Teil von einem selbst, dann mutet man dem anderen alles zu, ohne Wenn und Aber. Denn zu große Nähe zu einem Menschen führt zu einer Auflösung des Dus, es gibt nur Ich. Insofern ist die Erfahrung, die man als Betroffener in solchen Beziehungen macht, ganz richtig: Man wird ausradiert. Man wird für den anderen durch seine fehlende Wahrnehmung gleichsam unsichtbar. 

Erst wenn die Beziehung offenkundig bedroht ist, da die Frau ein entfremdendes Verhalten an den Tag legt, wird das, was vorher undenkbar war, Wirklichkeit: Der Mann muss plötzlich nicht mehr furzen, es drückt nicht mehr im Gedärm, er rülpst nicht mehr, nimmt Gewicht ab und pflegt den eigenen Körper. Wenn allerdings die Frau der jahrelangen Bemühungen müde ist, und mit der Beziehung bereits abgeschlossen hat, nützt meistens alles nichts mehr.

 

WARUM SICH FRAUEN NICHT VON NARZISSTISCHEN MÄNNERN TRENNEN KÖNNEN, OBWOHL DIE BEZIEHUNG SIE ZERSTÖRT.

Narzisstische Menschen sind unerbittlich im Einfordern der Befürwortung ihrer Person. Sie wirken extrem autonom, sind in Wahrheit aber in unfassbarer Weise abhängig von der Zustim­mung ihrer Umgebung. Es gibt zahlreiche Frauen, die unter einem mangelnden Selbstbild leiden, oft bereits von ihrer Mutter und deren Müt­tern entwickelt und gepflegt. Diese werden von narzisstischen Männern magisch angezogen. In diesen Bezie­hungen genügt es dem narzisstischen Partner gewöhnlich nicht, von anderen bewundert zu werden, zumindest nicht auf Dauer. Sukzessive beginnt er, sein Gegenüber abzuwerten, um sich auf diese Weise selbst zu erhöhen. Damit beginnt ein Teufelskreis: Der abgewertete Partner kommt anfangs nicht aus dem Bewunderungsmodus heraus und hat daher nicht die Kraft, sich gegen die Abwertung zu wehren – nicht zuletzt deshalb, weil er seinen Selbstwert ohne­hin als wesentlich geringer einschätzt als den Wert des anderen. Die ständige Verneinung führt dazu, dass das präformierte Nein des Partners, des Narzissten, immer stärker wird. Solche Menschen verwelken. Sie werden graue Mäuse und trauen sich immer weniger, sich gegen den Narzissten aufzu­lehnen. Ihre Angst speist sich nicht zuletzt aus der Angst vor Einsamkeit. Sie glauben nämlich, dass sie nie einen anderen Partner finden würden. Wenn sie ihre missliche Lage verstehen, planen sie ambivalente Ausbruchsversuche, die aber von ihrem narzisstischen Partner radikal beendet werden. Solche Bezie­hungen sind Tragödien, die irgendwie den Geruch des Todes in sich bergen.

  

WARUM VERHEIRATETE MÄNNER FÜR IHRE AFFÄRE SO GUT WIE NIE DIE EHEFRAU VERLASSEN, OBWOHL SIE ES IMMER WIEDER VERSPRECHEN. 

Haben Männer in ihrer Ehe unbefriedigte Bedürfnisse, suchen manche die Befriedigung in einer Affäre. Aber auch wenn die Ehe frustrierend ist, spricht doch häufig sehr viel gegen ihre Auflösung – man verliert den Freundeskreis, man verliert viel Geld, man verliert soziale Standards, man ver­liert Ansehen und vieles Ähnliches mehr. Wenn also ein Mann eine außereheliche Affäre eingeht, kommt es zu einem Dilemma. Denn die Sehnsucht nach persönlicher Intimität, die in der Beziehung mit der Frau verloren gegangen ist, wird in der Affäre befriedigt, die Sehnsucht nach sozialer Geborgenheit wiederum in der Ehe. Dieser Zustand ist in gewisser Weise ein vollkom­mener, denn der Mann hat plötzlich alles, was er braucht. Aller­dings in zwei Beziehungen, die gewöhnlich nicht miteinander kompatibel sind. Die damit einhergehende Geheimniskrämerei ist sehr anstrengend. 

Natürlich wünscht sich die Freundin, dass er seine Frau ver­lassen und sich zu ihr bekennen möge. Ist der Mann bei seiner Freundin, spürt er den Wunsch der Freundin. Er identifiziert sich kurzfristig mit ihrem Wunsch (Männer sind so adaptiv, dass Frauen sie als feige erleben) und gewöhnlich verspricht er ihr: Wenn das und das eingetreten sei, werde er sich scheiden lassen. Sobald er dann wieder daheim ist, bemerkt er, wie wohl ihm die Familie, die soziale Integration und die ökonomische Sicherheit tun, und er denkt nicht im Traum daran, sich von seiner Frau zu trennen. Ganz im Gegenteil: Er hat ja alles. Das Einzige, was stört, ist das schwierige Konstrukt der Verlogenheit, das in solchen Fällen zunehmend zur Belastung wird.

 

WARUM MÄNNER MACHO UND FRAUEN TUSSI KÖNNEN SOLLTEN.

Wenn Menschen einen Partner suchen, kann es passieren, dass sie auf einen wun­derbaren Menschen treffen. Wenn dieser jedoch nicht die Er­füllung der psychosexuellen Bedürfnisse verheißt, wird der wunderbare Mensch (lediglich) ein guter Freund bleiben und nicht ganzheitlich – damit ist gemeint: auch als geschlechtliches Wesen – angesprochen werden. Da wir psychosexuell gesehen Fetischisten sind, fahren wir aber alle in gewisser Weise auf äußere Signale wie Macho- oder Tussitum ab, da sie zum Spiel des Lebens dazugehören. Und wenn wir dieses Spiel richtig dosiert spielen, tragen wir dazu bei, dass unser Alltag ein Zaubergarten wird. Letztlich lebt die Erotik da­von, denn sie speist sich aus dem, wie jemand spricht, wie er sich bewegt, wie er riecht, wie er sich kleidet. Sie lebt von der Inszenierung der Oberflächlichkeit, ohne die das Leben – para­doxerweise – keine Tiefe hat. Grundvoraussetzung ist allerdings, dass Macho- oder Tussitum so dosiert wer­den, dass sie nicht die Persönlichkeit überschminken und vor allem mit viel Humor eingesetzt werden. 

 

 

 

 

 

Buchtipp

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Univ.-Prof. Dr. Michael Lehofer

„40 verrückte Wahrheiten über Frauen und Männer ... die Sie unbedingt kennen sollten, wenn Sie mit Ihrem Partner glücklich werden wollen“

Hardcover, 192 Seiten

ISBN-13: 978-3-8338-8228-9

€ 20,90

Das Buch erscheint am
3. September 2022

www.gu.de

 

 

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Autor Michael Lehofer. © cp.pictures

„Ich sehe mein Buch als Vorsorgerettung“

Primar Univ-Prof. Dr. med. Dr. phil. Michael Lehofer ist ärztlicher Direktor und Leiter einer Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Landeskrankenhaus Graz Süd-West. Er ist Psychiater, Psychologe, Psychotherapeut, Führungskräftecoach und Philosoph. Mit seinem Buch „Mit mir sein“ war er monatelang auf den österreichischen Bestsellerlisten. Er hält Vorträge und ist auch als Psychotherapeut in freier Praxis tätig.

 

Herr Professor, kann Ihr Buch Beziehungen retten?
Das kommt natürlich immer darauf an, in welchem Stadium sich die Beziehung befindet. Mein Buch hat den Anspruch, ungewöhnliche Aspekte zu beleuchten, die einem vielleicht die Weisheit geben, in einer neuen Beziehung Dinge besser zu machen als in der vorherigen – quasi als Vorsorgerettung.

 

Sie schreiben, dass Sie immer wieder darüber staunen, dass viele Menschen nicht wissen, wie eine Liebesbeziehung geht. Woran hapert es?
Wir leben in einer Wissensgesellschaft; das Wissen hat absolute Priorität. Aber es besteht ein Mangel an Weisheit. Es fehlen die lebenserfahrene, gütige Großmutter, der weise Großvater, die einem sagen könnten, wie das Leben funktioniert. Ich kann das für mein eigenes Leben bestätigen. Denn wenn bei so manchen wahnsinnigen Entscheidungen, ein Mensch, den ich achte und liebe, vorher mit mir über diese Dinge gesprochen hätte, hätte ich in vielen Situationen klüger und angemessener reagieren können.

 

Sie sagen auch, das Hauptproblem am Sex ist, dass man daraus ein Problem macht. Wie darf man das verstehen?
Sexualität ist nichts anderes als ein Kommunikationsmuster in einer Beziehung und viele Paare machen daraus ein Problem, das heißt, sie machen etwas Besonderes daraus. Faktum ist, in stimmigen Beziehungen ist es eine der vielen Möglichkeiten zu kommunizieren. Sexualität sollte ein Alltagsphänomen sein.