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Lifestyle | 17.02.2021

Bundesliga

Wann wird Salzburgs Vorherrschaft gebrochen?

Unter Frauen ist der Fußball ebenso beliebt wie unter Männern. Was alle Geschlechter vereint, ist nicht allein die Liebe zu einem Verein, sondern auch die Spannung, die von dem Sport ausgeht. Irgendwann möchte sich jeder Fan einmal als Anhänger des Meisterklubs sehen. In Österreich ist das in den vergangenen zehn Jahren allerdings ganze acht Mal ausschließlich den Anhängern von Salzburg gegönnt gewesen. Die beiden anderen Meister klingen bald schon wie Ausrutscher, die von der Norm abweichen. Das macht die Liga in Österreich deutlich weniger spannend, ein Phänomen, mit dem auch andere Landesligen zu kämpfen haben. Aber könnte diese Siegesserie eventuell sogar mal reißen?

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Abbildung 1: Die Tipico Bundesliga ist in vollem Gange - doch wird diesmal wieder Salzburg triumphieren oder wird es dieses Jahr spannender? Bildquelle: @ Sandro Schuh / Unsplash.com

Die fast immer gleiche Geschichte

Seit zehn Jahren gibt es in der österreichischen Liga ganze drei Meister: Wien, Graz und Salzburg. Der RB hat allein die letzten sieben Jahre durchgehend die Meisterschaftsfrage für sich positiv geklärt. Aber woran liegt das eigentlich? Immerhin war die Liga zuvor doch relativ ausgeglichen. Ein Überblick über die Situation:

  • Übernahme – RB Salzburg war der SV Austria Salzburg. Als Red Bull einstieg, konnten die Salzburger natürlich finanziell aus dem Vollen schöpfen. Was nun allerdings nicht heißt, dass der Club nicht vorher schon erfolgreich war. Auch vor der Übernahme gewannen die Salzburger regelmäßig den Titel, wenn auch nicht mit solch einer Übermacht.
  • Erfolg bringt Geld – grundsätzlich hatte RB schon durch den Inhaber Geld. Doch durch die vielen Erfolge, die immer wieder wiederholt werden konnten, trug sich der Club schnell allein. Allein die Teilnahme an der Champions League bringt frisches Geld in die Kassen, sodass gute und bessere Spieler gekauft werden können.
  • Nachwuchs – Salzburg betreibt zugleich ein sehr gutes Nachwuchskonzept, welches wiederum Talente in die ersten Reihen spült. Bis zur Ligareform spielte das zweite Team sogar in der Bundesliga. Ab 2012 wurden die Red Bull Juniors aufgelöst und in den FC Liefering eingegliedert. Das Team spielte vergangene Saison in der Oberklasse und steht wieder vor dem Aufstieg.

Bei RB Salzburg lässt sich das Sprichwort, dass Geld Erfolg bringt und Erfolg wiederum Geld, durchaus in der Praxis erkennen. Was jedoch nicht heißt, dass die Salzburger nicht auch mit Problemen zu kämpfen haben. So hat sich Red Bull ziemlich zurückgezogen, da die Konzentration nun auf dem RB Leipzig liegt. Was wiederum bedeutet, dass die Leipziger sich während der Saison gerne mal in der ›österreichischen Niederlassung‹ bedienen und die vielversprechendsten Spieler nach Leipzig holen. Da die Gehaltsunterschiede zwischen Deutschland und Österreich im Fußball markant sind, gelingen solche Transfers oft im Handumdrehen.

Doch wie lange wird die Erfolgswelle anhalten? Die Buchmacher sehen in ihren Fußball Vorhersagen Salzburg wieder als klarer Favorit auf den Meistertitel. Die Saison mag zwar noch lang sein, die Zeichen stehen jedoch wieder gut.

Was macht die Konkurrenz?

Die Konkurrenz steht grundsätzlich vor dem finanziellen Problem, mit Salzburg Schritt halten zu können. Ohne die langfristige und wiederholte Teilnahme an der Champions League entsteht stets eine hohe finanzielle Differenz. Zwar sind aktuell noch zwei Teams in der Europa League vertreten, doch ist einer davon Salzburg nach dem Ausscheiden aus der Königsklasse und einer Wolfsberg. Das Problem: Die Chance auf ein Weiterkommen von Wolfsberg gegen Tottenham ist gering. Für die weiteren Verfolger gilt schon wieder, dass sie sich ›voll auf die Liga konzentrieren‹ können. Die Einnahmequellen für dieses Jahr sind somit versiegt. Aber wie steht es momentan?

  • Rapid Wien – aktuell stehen die Wiener in der Spitzenposition, sogar mit einem zwei-Punkte-Vorsprung. Allerdings ist die Saison noch lang und ein Stolpern kann schon wieder das Ende der Tabellenführung bedeuten.
  • Sturm Graz – sie liegen mit einem Rückstand von zwei Spielen auf den Tabellenführer auf Rang drei. Die Chancen stehen also gar nicht so schlecht, doch sind fünf Punkte schon eine Herausforderung.
  • LASK – im vergangenen Jahr hatten die Linzer alle Möglichkeiten der Welt. Salzburg stolperte sich eher in Richtung Titel und hätte wohl den Kürzeren gezogen, wären Linz nicht Punkte während der Saison abgezogen worden. Ohne den Punktabzug hätte der Meister eventuell nicht Salzburg geheißen.

Damit wäre die Spitzengruppe auch schon genannt. Zum Tabellenfünften gibt es bereits einen Vorsprung von sechs Punkten.

Wie könnte sich die Situation verändern?

Andere Länder zeigen, wie schwierig es teilweise ist, den Serienmeister vom Thron zu stoßen. Jeder Meistertitel bietet die Chance auf das große Geld im europäischen Wettbewerb, sodass der finanzielle Vorsprung steigt. Mit ihm steigen die Einkaufsmöglichkeiten und die Anreize, einen Spieler zu verpflichten.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass es nur einmal einen Ausrutscher geben muss, den der neue Meister für sich zu nutzen weiß. Selbst ein Ausscheiden aus der Champions League nach der Gruppenphase spült hohe Gelder in die Kassen, wer dann noch in der Europa League möglichst weit kommt, der gewinnt gleich mehrfach:

  • Einnahmen – die Einnahmen je Spielrunde sind beachtlich.
  • Ansehen – ein Club, der sich selbst in der Spielklasse gut präsentiert, gewinnt an Aufmerksamkeit und internationalem Ansehen.
  • Aufmerksamkeit – ein Club, der die internationale Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann, erhält wesentlich bessere Sponsorenverträge und generiert damit wiederum Einnahmen.

Die Formel zum Erfolg ist also gar nicht so kompliziert – in der Theorie. Selbst der FC Bayern hat seinen Erfolg nicht anders geschaffen.

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Abbildung 2: RB Salzburg dominiert die Bundesliga - welche Chancen haben die anderen Teams? Bildquelle: @ jorono / Pixabay.com

Fazit – die Chance ergreifen, wenn sie kommt

RB Salzburg ist nicht unbesiegbar. Aktuell strauchelt das Team durchaus und hängt ohnehin hinterher. Wichtig ist nur, dass die Verfolger mithalten und die Meisterschaft an sich reißen. Wer sich danach gut präsentiert und international für einige Zeit mithalten kann, der kann auf diesen Erfolgen aufbauen und durchaus zum nächsten Seriensieger werden. Der österreichische Fußball hat diesbezüglich noch den Vorteil, dass sich im internationalen Vergleich der finanzielle Rahmen in Grenzen hält und es, außer Salzburg, keine Clubs mit riesigem Vermögen gibt. Kleinere Vereine müssen also eine wesentlich geringere finanzielle Differenz ausgleichen als es beispielsweise in Spanien, Deutschland oder England der Fall ist.