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Lifestyle | 16.11.2020

Warum Frauen ein eigenes Konto brauchen

Das sind die Gründe!

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Wenn Paare miteinander verheiratet sind, neigen sie dazu die Einkommen auch gemeinsam zu verwalten. Laut einer Befragung ist das bei 83 % der Ehepaare der Fall, jedoch nur bei weniger als einem Drittel der nichtehelichen Lebensgemeinschaften. Diese Befragung hat auch ans Licht gebracht, dass Frauen mit einem höheren Einkommen es bevorzugen, ein eigenes Konto zu haben, während das bei weniger gut situierten Frauen kein großes Thema ist.

Ich finde jedoch: Nicht nur Frauen, die ein eigenes Unternehmen gründen oder besonders viel Geld verdienen, sollten ein eigenes Konto haben, sondern jede Frau. Hier sind einige der Gründe:

 

Es ist keine Selbstverständlichkeit, ein eigenes Konto zu haben

 

Bis vor einigen Jahrzehnten war es normal, dass der Mann das Geld und Vermögen der Familie verwaltet hat. Die Frau durfte rechtlich gesehen keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Vermögens treffen, Geld verdienen oder ein eigenes Konto haben. Starke und mutige Frauen vor uns haben dieses Recht erkämpft, das wir es nun auch für uns beanspruchen sollten. Auch wenn eine Frau nur ein kleines Einkommen hat, sollte sie ein eigenes Konto einrichten. Es gibt auch solche, die nur eine kleine Gebühr kosten, sodass das Argument, zwei Konten würden zu viel kosten, nicht greift.

 

Die Lebensumstände können sich jederzeit ändern

 

Traditionell mischten Paare ihr finanzielles Leben und Vermögen und eröffneten ein gemeinsames Konto. Änderungen in unserer Familienstruktur - spätere Ehen, hohe Scheidungsraten, zweite Ehen, Zusammenleben, alleinerziehende Mutterschaft / Vaterschaft, gleichgeschlechtliche Paare - können jedoch die Notwendigkeit separater Finanzkonten erforderlich machen. Trotzdem besteht für Paare nach wie vor die Tendenz, Geld als gemeinsames Vermögen zu behandeln, wobei Frauen oft ihre eigenen Bankkonten schließen und ihr Vermögen an einen Ehepartner oder den Freund „übertragen“. Gemeinsame Bankkonten für Paare sind für einige Zwecke sinnvoll. Offenheit, Vertrauen und Transparenz in einer Ehe aufzubauen, wird oft als Hauptvorteil für ein Paar angeführt, ein einheitliches Konto zu haben.Ich sage nicht, dass Paare überhaupt keine gemeinsamen Bankkonten haben sollten. Doch keine Frau (und auch kein Mann) sollte dabei auf ein eigenes Konto verzichten!

 

Wie teilt man die Kosten gerecht? 3 Konten Modell

 

Anstatt nur ein Konto zu haben, auf dass das gesamte Einkommen der Familienmitglieder fließt und von dem auch die Kosten bezahlt und die „Taschengelder“ ausbezahlt werden, bewährt sich in modernen Beziehungen das 3 Konten Modell. Dabei hat jeder Partner sein eigenes Konto, während das dritte dazu dient, die gemeinsamen Kosten zu bezahlen. Auf dieses Konto zahlt jeder einen monatlichen festgelegten Betrag ein. Wie viel das jeweils ist, muss ausgehandelt werden. Entweder sind es 50 Prozent der anfallenden Kosten oder eine prozentuale Aufteilung, die sich an der Höhe der Einkommen orientiert.

Es gibt auch die Möglichkeit, dass alle Einnahmen erst auf dem gemeinsamen Konto landen und nach Abzug der Kosten das verbleibende Geld jeweils hälftig auf die eigenen Konten gezahlt wird. Das muss im Einzelfall entschieden werden, wobei es wichtig ist, dass die Partner sich bei diesem Thema einig werden. Möglichst schon bevor sie einen gemeinsamen Hausstand planen.

 

Wer sein eigenes Geld verwaltet, kümmert sich auch darum

 

Manchmal können einem Geldangelegenheiten unbequem und lästig vorkommen. Es gibt viel, was man darüber lernen muss, zudem ändern sich manche Dinge, sodass man auf dem Laufenden bleiben muss. Auch wenn es bequemer erscheinen mag, wenn sich jemand anderes um die Finanzen kümmert, es handelt sich im eine trügerische Sicherheit. Besser ist es, man kümmert sich selbst um sein Geld, denn dann MUSS man den Überblick behalten, sich Budgets einrichten und sich Gedanken um seine Finanzplanung machen.

Das Schöne ist, dass man dann auch niemandem Rechenschaft schuldig ist, was man mit seinem eigenen Geld macht und was nicht. Man kann investieren, einen Kredit aufnehmen, auf etwas sparen und es sich kaufen usw. Diese persönlichen Entscheidungen führen sonst oft zu Konflikten zwischen eher sparsamen und eher großzügigen Partnern, was bei eigenen Konten jedoch kein Thema mehr sein muss. Solange die gemeinsamen Kosten auch zusammen getragen werden, ist alles in Ordnung.

Übrigens: Gefühlt nicht genug Geld zu haben, kann ein toller Ansporn sein, etwas mehr zu verdienen, was sich wiederum positiv auf die Altersversorgung auswirkt.

 

Für das Alter vorsorgen

 

Viele Menschen haben Angst vor der Altersarmut, die hauptsächlich ein weibliches Thema ist. Ein eigenes Konto und damit den Überblick über die Finanzen zu haben, kann helfen, diesem Thema aus dem Weg zu gehen. Jede Frau kann sich mit den Themen Geldanlage, ETFs und Aktien beschäftigen und im kleinen Umfang zu investieren beginnen, um sich für später ein Polster zu bereiten und der Armut im Alter zu entkommen.

Dabei sollten sich Frauen tunlichst von dem Gedanken verabschieden, dass ein Mann bzw. eine Ehe als Altersvorsorge dienen können: Diese Zeiten sind vorbei. Im Fall der Fälle muss jeder Partner nach einer Trennung oder Scheidung sehen, wo er bleibt und sollte auf diesen Fall vorbereitet sein. Das bedeutet nicht, jede Beziehung von vornherein als zum Scheitern verurteil zu sehen, sondern sich realistisch mit den Zahlen und Fakten der gesellschaftlichen Realitäten zu konfrontieren.