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Lifestyle | 19.11.2018

VAR-Einführung in Österreich...

...vom Spieler Liendl kritisch betrachtet

In europäischen Top-Ligen etabliert sich langsam der sogenannte “Video Assistant Referee”. Hierbei handelt es sich um einen Videobeweis, der in der deutschen Fußball-Bundesliga bereits in die zweite Saison geht. Für Österreich sieht zumindest der Spieler Michael Liendl die Einführung kritisch.

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© Ailura / Wikimedia

Videobeweis bereits im Einsatz

Um Fehlentscheidungen während eines Fußballspiels zu entscheiden, ist der Videobeweis bereits in einigen Ländern im Einsatz. Im deutschen Sprachraum ist dieser “VAR” (Video Assistant Referee) als Videoassistent bekannt.

Der KNVB der Niederlande führte den Videobeweis nach einer vierjährigen Testphase ein. Zum ersten Mal griff der Assistent am 21. September 2016 bei einem Spiel zwischen Ajax Amsterdam und Willem II Tilburg ein. Ebenfalls 2016 wurde der Videoassistent in einem Spiel der United Soccer League eingesetzt.

Auch in Australien ist ese seit April 2017 in der A-League im Einsatz. Die deutsche Bundesliga nutzt die Möglichkeit erstmals seit August 2017 in der Bundesliga. Im März 2018 wurde vom FIFA-Council bekanntgegeben, dass auch während der Fußball-WM in Russland der Videobeweis eingesetzt wird. Seit August 2018 steht fest, dass der Videoassistent bei sämtlichen 306 Spielen der Bundesliga eingesetzt werden soll. Somit wird die Testphase der DFL und DFB, die bis zur zweiten 2018er Jahreshälfte stattfand, noch um zwei weitere Jahre fortgesetzt. Die IFAB und FIFA hält hierbei die Federführung des Großprojektes.

Der VAR ist in der Lage, verschiedene Arten von Urteilen zu überprüfen. Dabei geht es einerseits um die Verifizierung des Tors (z.B. ob die Torlinie vom Ball komplett überschritten wurde), aber auch Strafstoß- und Rote-Karte-Urteile werden auf den Prüfstand gestellt. Der Videobeweis wird außerdem im Hinblick auf eine falsche Identität eingesetzt, wenn Spieler verwechselt wurden.

Der Schiedsrichter ist, sofern mit Videobeweis gespielt wird, per Funk mit einem Videoassistenten eingesetzt. Am Spielfeldrand steht zudem ein Monitor bereit, auf dem sich der Schiedsrichter selbst gewisse Szenen noch mal ansehen kann. Sobald er das Rechteck-Handzeichen anzeigt, ist das Spiel unterbrochen, um den Videobeweis in Augenschein zu nehmen.

Zukunftsaussichten für den Videobeweis

Während einer Züricher Tagung wurde am 3. März 2018 beschlossen, dass der Videoassistent in das “Laws of the Game”, einem Fußballregelwerk, aufgenommen wird. Obwohl die Entscheidung einstimmig erfolgte, so steht es den nationalen Verbänden dennoch frei, diesen Videobeweis zu nutzen.

Erst kürzlich, im September 2018, veröffentlichte die UEFA die Entscheidung, dass in der Champions League ab 2019 ein Funk-Austausch mit dem Video-Assistenten erfolgen wird, sofern eine strittige Spielsituation auftritt. Das gilt ebenfalls für die Champions League ab dem Jahr 2020. Für den Spielverlauf wird das entscheidende Veränderungen nach sich ziehen, was wiederum auch die Wettquoten bei Wettanbietern wie Betway Sports beeinflusst. Einen ersten Vorgeschmack darauf geben bereits jetzt die Livewetten des Anbieters in der deutschen Bundesliga.

Ob der Videobeweis auch für die ÖFB-Frauen eingeführt wird, bleibt abzuwarten. Im Fokus der Änderungen stehen vorrangig die Herren der österreichischen Fußball-Liga, allerdings räumen gerade die Frauen ordentlich ab. Dennoch reicht es oftmals nicht, als Frau vom Fußball zu leben. Dieser Ansicht ist zumindest die 1,78 große Torfrau Manuela Zinsberger, die in einem Interview angibt, bei der Tor-Entscheidung vor allem auf ihr Bauchgefühl zu hören. Sie meint, dass Frauen nicht vom Fußball alleine leben können und ein zweites Standbein benötigen. Sie selbst hat aus diesem Grund ihre Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement abgeschlossen.

Michael Liendl äußert sich kritisch

Nicht jeder Fan oder Spieler sieht den Videobeweis allerdings positiv. Der Spieler Michael Liendl ist der Ansicht, dass der “VAR” eine gute Sache ist, solange es der Gerechtigkeit dient. Er ist allerdings auch der Ansicht, dass der Fußball von den Emotionen lebt und auch leben muss. Daher rät er, dass der Assistent nicht zu viele Emotionen rausnehmen sollte. Dass es beim Fußball vor allem auch um Emotionen geht, beweist auch unser Artikel, in dem es um die frühe Kindheit und die Prägung durch Fußball-Vorbilder geht.

“Prinzipiell ist es eine gute Sache, aber dann muss es auch perfekt funktionieren, was es jetzt in den letzten Monaten nicht gezeigt hat, dass es ausgereift ist”, so Liendl bei Sky Sport Austria.

Nachdem der Schiedsrichter eine Fehlentscheidung getroffen hat, kommen im Fußball häufig Diskussionen auf. Dabei wird auf den Nutzen des Videobeweises aufmerksam gemacht.

Kritik erhält der Videobeweis auch aus anderer Richtung. Vorrangig geht es dabei um Situationen, in denen der Videoassistent nicht eingriff, obwohl offensichtlich ein Foul vorlag. Aus diesem Grund wird zwischen Fans, Medien und auch Fußballfunktionären diskutiert und hinterfragt, wann der Assistent eingreifen sollte und wann nicht. Kritisiert wird außerdem die Tatsache, dass es nach dem Anwenden des Videobeweises oftmals sehr lange dauert, ehe eine Entscheidung getroffen wird.