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Lifestyle | 06.09.2018

FIT FÜR DEN HERBST

ABER WIE?

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Keine Chance für die Unannehmlichkeiten, die der Herbst oft mit sich bringt. © Microgen, Fotolia

Mit der passenden Sportart fällt Fitness ganz leicht. Fragt sich nur: Welche ist denn die passende?

Es wird allmählich Zeit, der Wahrheit ins Auge zu blicken und sich einzugestehen: Auch dieser Sommer wird ein Ende finden. Nicht sofort, aber der Kalender gibt eindeutig zu verstehen, dass die Zeichen in absehbarer Zeit auf Abschied stehen. Und was gibt es als Ausgleich für den Verlust? Schmuddelwetter. Nässe. Kälte. Alles getaucht in ein gefühlt immerwährendes Grau. On top dann noch die ersten ordentlichen Erkältungen. Keine richtig schönen Aussichten also.

Wenn sich der Fluchtreflex in Richtung klimatisch angenehmerer Regionen jetzt noch nicht gemeldet hat, ist wohl der richtige Zeitpunkt gekommen, um sich mal wieder mit dem Thema Fitness auseinanderzusetzen. Eine spontane Auswanderung als Plan B für alle Fälle ist sicher nicht die schlechteste Option, für den Anfang reicht es aber vielleicht schon, den Körper gegen etwaige Herbstleiden zu stählen, indem er wieder mehr gefordert wird. Fragt sich nur – wobei genau soll er gefordert werden?

SPORT UND GESUNDHEIT UND MITTENDRIN FRAU SELBST

Sport ist förderlich für die Gesundheit? Ja, das ist hinlänglich bekannt, in ausreichend vielen Studien nachgewiesen – was nicht bedeutet, dass nicht noch weitere hinzukommen werden – und daher mehr denn je ein wichtiger Aspekt des alltäglichen Lebens. Sport gehört einfach dazu, aber eben nicht nur weil er, im richtigen Maß, vom Immunsystem bis zur Psyche so ziemlich alles im Körper fördern kann. Sondern weil Sport und Gesundheit Lifestyle geworden sind, weil das, was wir im Fitnessstudio, in der Natur, im Verein tun, etwas über uns als Person aussagt, uns definiert.

Was umgekehrt natürlich auch dann gilt, wenn gar kein Sport getrieben wird, aber das nur als Randbemerkung. Eine der Folgen dieser Entwicklung: Es vergeht kaum eine Woche, die nicht einen neuen Fitness-Trend hervorbringt, den unbedingt alle ausprobieren sollten, die sich schnell und einfach in allen körperlichen Belangen verbessern wollen. Das Problem daran ist, abgesehen von der langsam unüberschaubar werdenden Auswahl an (Trend-)Sportarten, die eigenen Bedürfnisse, Voraussetzungen und Möglichkeiten nicht aus den Augen zu verlieren.

Nicht jeder ist gleich gut für jede Sportart ausgestattet. Nicht jeder verfügt über die Zeit oder das Geld, um die Sportart auszuüben, die für den Körper am besten wäre. Oder die am meisten Spaß machen würde. Nicht jeder ist sich bewusst, dass es bei der Wahl der Qual oft auf mehr ankommt als den gesamtgesellschaftlich geteilten Wunsch, irgendwie fit und gesund zu sein/werden/bleiben. Die entscheidende Frage ist daher: Welche Sportart passt überhaupt am besten zu mir und den Zielen, die ich mir gesetzt habe?

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Workout im Studio ist zwar beliebt, aber noch lange nicht für alle das Richtige. © Bojan, Fotolia

SMART an die Sache rangehen

Die Frage setzt dabei schon voraus, dass der Wille zur körperlichen Aktivität vorhanden ist und eine Zielvorstellung besteht. Fitter und gesünder werden, um den Herbst und – ja, auch der wird kommen – Winter mit möglichst unbeschadeter Gesundheit zu überstehen, wäre zum Beispiel so ein Ziel, schlanker werden ein anderes. Oder? Genau genommen ist es das nur bedingt. Anders ausgedrückt: Es ist zwar durchaus ein Ziel, einen allgemein besseren Gesundheits- und Fitnesszustand zu erreichen, aber diese Vorgabe ist letztlich doch sehr allgemein. Selbst wenn eine recht genau Vorstellung davon existiert, was unter dem Strich damit gemeint ist.


Als übergeordnetes, grobes Ziel ist die Verbesserung von Fitness und Gesundheit legitim, daraus speist sich schließlich auch die grundlegende Motivation, um überhaupt aktiv zu werden. Teil- oder Feinziele helfen aber dabei, konkrete Maßnahmen zu finden, die auf dem Weg zum großen Ziel helfen. Um insgesamt fitter zu werden, bietet es sich beispielsweise an, den Schwerpunkt auf die Ausdauer zu legen und die vernachlässigte Kondition in Angriff zu nehmen. Wie genau das dann in den Trainingseinheiten umgesetzt wird, definieren wir durch die Zielfaktoren.

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Mit einem konkreten Ziel vor Augen, fällt auch die Motivation leichter. © TeamDaf, Fotolia

Leider lässt diese Aufgliederung der Trainingsziele immer noch eine ganze Menge Interpretationsspielraum und in diesem Zusammenhang bedeutet das Raum für Fehler. Die im Endeffekt dazu führen, dass schon Etappenziele verfehlt werden. Das ist frustrierend und hat im ungünstigsten Fall zur Folge, dass das große Ziel schnell außer Reichweite gerät, weil die guten Vorsätze zum Thema Sport und Durchhalten aus einem Mangel an Motivation heraus in den Wind geschossen werden.

Besser ist es daher, eine verbreitete Methode aufzugreifen und smart an das Unternehmen Fitness heranzugehen. Genauer gesagt SMART, denn hinter der Abkürzung verbirgt sich eine Reihe von Kriterien, mit denen ein Trainingsziel überprüft werden kann. So sieht die Methode im Einzelnen aus:

S = spezifisch

Grundlage des SMART-Modells ist es, Ziele so genau wie möglich zu formulieren. Schon an diesem Punkt werden vermutlich die ersten Neufassungen der bisherigen Ziele notwendig. Lautete das Ziel bisher „Ich will mehr laufen“? Klingt eher nach einem guten Vorsatz als nach einem wirklichen Ziel. Spezifische Formulierungen wären stattdessen:

  • „Ich will einen Marathon laufen.“ oder
  • „Ich will dreimal in der Woche 30 Minuten laufen.“

M = messbar

Der Vorteil klar definierter Ziele: Sie sind leichter zu überprüfen. Natürlich würde das auch für eine Laufeinheit gelten, wenn vorher gar keine absolviert wurde. Allerdings ist genau das einer der Gründe dafür, bei der Zielsetzung spezifisch zu werden. Voraussetzung hierfür ist in manchen Fällen – etwa wenn es darum geht, Gewicht zu verlieren oder Muskeln aufzubauen – den Ist-Zustand zu kennen. Um bei den Beispielen zu bleiben: Das Ziel Marathonlauf beispielsweise lässt sich sehr genau durch das Überqueren der Ziellinie überprüfen.

A = attraktiv

Das „A“ kann aber genauso gut für „akzeptiert“ stehen, am Ende geht es bei beiden Begriffen darum, ein Ziel vor Augen zu haben, dass man auch wirklich erreichen will. Besonders langfristige Ziele brauchen extrem viel Motivation und Freude, um überhaupt bei der Sache zu bleiben. Wenn also der Marathonlauf nur Mittel zum Zweck ist, ansonsten aber so gar keine Ambitionen in puncto Laufsport bestehen, wäre spätestens das der richtige Zeitpunkt für ein Umdenken.

R = realistisch

Selbst wenn Laufen grundsätzlich Spaß machen sollte, ist immer noch nicht gesagt, dass ein Marathon ein realistisches Ziel ist – das hängt vom Zeitfenster und den körperlichen Voraussetzungen zu Beginn des Trainings ab. Zu schnell ein unrealistisches Ziel anzugehen, bewirkt letztlich nur das Gegenteil von dem, was mit dem Training erreicht werden sollte: Statt einer Verbesserung des Gesundheitszustands ist dann eher mit einer Verschlechterung zu rechnen.

Unter Umständen ist es daher sinnvoller, in Etappen an die Sache heranzugehen:

  • Langfristiges Ziel: Teilnahme an einem Marathonlauf
  • Mittelfristiges Ziel: Teilnahme an einem 10-Kilometer-Lauf
  • Kurzfristiges Ziel: drei Laufeinheiten wöchentlich à 30 Minuten

Damit ist einerseits gewährleistet, dass nicht nach kurzer Zeit der erste Frust aufkommt, zum anderen lassen sich die kurzfristigen und mittelfristigen Ziele nachträglich immer noch anpassen. Wenn eine Etappe erfolgreich abgeschlossen wurde, die Leistungsfähigkeit für die nächsthöhere Stufe aber noch nicht ausreicht, einfach die nächste, realistischerweise machbare Zielsetzung dazwischenschieben.

T = terminiert

Wer lange genug trainiert, wird sein Ziel schon erreichen. Irgendwann. Vielleicht. Ohne Zeitrahmen fällt es leicht, das Training auch mal auf die lange Bank zu schieben. Pausen sind zwar zweifellos wichtig für die Regeneration, gerade beim regelmäßigen Sporttreiben. Aber bei einem festen Zeitplan sind selbst die zielgerichtet und nicht bloß ein Vorwand, um sich vor dem Training zu drücken. Das Erreichen des Trainingsziels mit einem festen Zeitpunkt zu verknüpfen, ist deshalb die beste Möglichkeit, dem Schlendrian erst gar keinen Vorschub zu leisten und die Motivation schön hochzuhalten.

Typberatung

Unter Lang- und Mittelstreckenläufern findet man, zumindest im Leistungssport, niemanden, der nicht vergleichsweise hochgewachsen und dabei sehr schlank ist. Das hat nur bedingt mit der sportlichen Betätigung zu tun, wenngleich Laufen ja gerne als DAS Mittel gegen ein paar Pfunde zu viel gepriesen wird. Diese Läuferinnen und Läufer bringen vielmehr bereits gute genetische Voraussetzungen mit, um ihren Sport überhaupt auf einem überdurchschnittlichen Leistungsniveau betreiben zu können.

In der Sportmedizin wird der Umstand der unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen für bestimmte Sportarten – aber genauso hinsichtlich bestimmter Ernährungsweisen – immer noch mit dem Körpertypen-Modell erklärt. Übernommen wurde es aus der Psychologie, in der es längst keine Rolle mehr spielt (was allerdings vornehmlich der fragwürdigen Anwendung zur Charakterbestimmung geschuldet ist) und auch in sportmedizinischer Hinsicht stellt sich die Frage, wie ernst Freizeitsportler diesen Ansatz nehmen sollten. Die Grundlagen zu kennen und was diese für das Training oder die am besten geeignete Sportart bedeuten, schadet allerdings nicht.

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Ektomorphe Typen sind für das Schwimmen besonders gut geeignet – die anderen Körpertypen dürfen es trotzdem gerne auch versuchen. © Jacob Lund, Fotolia

Deshalb in aller Kürze – die drei Körper- oder Somatotypen, von eher schlank bis eher kräftig:

  • Der ektomorphe Typ entspricht in seiner Erscheinung den beschriebenen Läufern. Insgesamt schlaksig und schmal, mit einem grundsätzlich eher geringen Fett- und Muskelanteil, was wiederum einem schnellen Stoffwechsel zuzuschreiben ist. Prädestiniert ist dieser Typ für Ausdauersportarten, sollte aber beim Training den Muskelaufbau nicht vernachlässigen.

Geeignete Sportarten: Joggen, Schwimmen, Radfahren, ergänzt durch Krafttraining.

  • Die mesomorphen Typen sind gewissermaßen die Modellathleten unter den Körpertypen, sie verfügen über einen kräftigen Oberköper mit breiten Schultern und schmalen Hüften, sind grundsätzlich muskulöser als Ektomorphe und bauen zudem schneller weitere Muskeln auf. Sie können im Prinzip jede Sportart ausüben und das sollten sie auch – vom Muskel- zum Fettaufbau ist es bei ihnen oft nicht sehr weit.

Geeignete Sportarten: Sprinten, Radfahren, Yoga, Pilates, überhaupt ein Wechsel von Kraft- und Ausdauertraining.

  • Der Körperbau der endomorphen Typen tendiert zu einer gewissen Breite, verfügen über weniger natürliche Muskelmasse als der mesomorphe Typ und neigen ebenfalls dazu Fett anzusetzen. Auf der anderen Seite funktioniert bei ihnen der Muskelaufbau recht gut.

Geeignete Sportarten: Alles, wo Masse auch ein Vorteil sein kann. Um davon aber nicht zu viel zuzulegen, empfiehlt sich eine Kombination aus Kraft- und Ausdauersportarten.

Wie es bei verallgemeinernden Modellen immer der Fall ist, gilt auch bei den Körpertypen, dass es schwierig sein dürfte, sich vollkommen einem Typus zuzuschreiben. Trotzdem liefern die Somatotypen wichtige Anhaltspunkte, wie das Sportprogramm idealerweise gestaltet werden sollte – von der dazugehörigen Ernährung ganz zu schweigen. Alle, die sich vor allem figurorientiert betätigen wollen und nicht einfach nur fit werden möchten, erhalten so eine solide Basis für die weiteren Planungen.

Was will ich denn eigentlich?

Nachdem nun also klar ist, dass die genetische Veranlagung durchaus eine Rolle für die Trainingsgestaltung spielen kann und wie bei dieser überhaupt Ziele gesetzt werden sollten, bleibt noch die wichtigste Frage zu klären: Mit welcher Sportart gelingt der Boost für Fitness und Gesundheit denn nun am besten? Wobei das keine sonderlich gute Frage ist, wenn am Ende eine klare Antwort herauskommen soll.

Gerne wird eine grundsätzliche Unterscheidung zwischen Kraft- und Ausdauersport gemacht, die allerdings eine Vielzahl weiterer Sportarten zu Unrecht außen vor lässt. Da Sport inzwischen vielfach als Aussage über den persönlichen Lebensstil und Ausdruck der Individualität verstanden wird, dürften die Antworten entsprechend vielfältig ausfallen.

Am sinnvollsten ist es daher, sich erst einmal nicht so sehr um Trends zu scheren, sondern bei sich selbst anzufangen und sich an einigen Fragen langsam zur passenden Sportart vorzutasten.

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Mountainbiken ist definitiv eher für diejenigen, die lieber an der frischen Luft Sport treiben. © Gorilla, Fotolia

Frage 1: Drinnen oder draußen?

Bin ich eher der Freiluftsportler oder habe ich es lieber wetterunabhängig? Letzteres hat natürlich den enormen Vorteil, eine Sportart ganzjährig ausüben zu können, selbst wenn draußen das furchtbarste Wetter vorherrscht. Hartgesottene werden dem entgegenhalten, dass das Wetter nun wirklich die lahmste aller Ausreden ist und nur bei extremen Bedingungen ins Feld geführt werden kann.

Frage 2: Wie viel Zeit möchte ich für meinen Sport aufbringen?

Der Zeitfaktor ist alles andere als unerheblich, denn ganz gleich, welchen Stellenwert Sport heutzutage im Alltag einnimmt, beides muss auch erst einmal miteinander vereinbart werden. Dreißig Minuten für eine Laufeinheit lassen sich da schnell noch zwischenschieben, vor allem, wenn es vor der Haustür geeignete Strecken gibt.

Wer allerdings lieber einen materialintensiveren Sport betreibt, der zum Beispiel Schutzkleidung und/oder andere Sportgeräte erfordert, wird mit diesen dreißig Minuten womöglich nicht einmal die Vorbereitungen abschließen können. Ebenfalls zu bedenken sind eventuelle Fahrten zum Trainingsort und wieder nach Hause.

Die Frage ist auch, ob der Terminkalender es zulässt, regelmäßig einer sportlichen Aktivität nachzugehen. Um wirklich etwas für die Gesundheit zu tun, ist Regelmäßigkeit unabdingbar, aber nicht immer mit Beruf und Familie vereinbar. Sportarten, bei denen es feste Trainingstermine gibt – und das gilt für den Yoga-Kurs genauso wie für jedes Mannschaftstraining –, sind deshalb vielleicht gar nicht oder nur bedingt geeignet.

Frage 3: Wie viel Geld möchte ich ausgeben?

Ihre Gesundheit lassen sich viele Menschen viel Geld kosten, investieren in Fitnessstudio-Abos, Heimtrainer, technische Gimmicks und eine Garderobe, dass die Profis erblassen würden. Wieder andere begnügen sich mit den Ausgaben für ein gutes Paar Laufschuhe und fühlen sich ebenso gut dabei. Der Kostenfaktor ist zum einen von der jeweiligen Sportart abhängig, aber genauso von der Bereitschaft, den Geldbeutel zu öffnen – und dahingehend ist im Grunde bei sämtlichen Sportart Luft nach oben, sogar beim Joggen.

Frage 4: Alleine oder mit anderen zusammen?


Möchte ich meine sportlichen Ziele lieber alleine erreichen oder hilft es mir, wenn mich andere dabei begleiten? Keine unwichtige Frage, denn obwohl es oft nicht unüblich ist, etwa im Fitnessbereich gemeinsam aktiv zu werden – vor allem, um sich gegenseitig zu motivieren, falls die Lust mal nicht so groß sein sollte und stattdessen die Couch lockt –, so sind die Angebote doch immer weitestgehend auf das individuelle Training ausgelegt.

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Mannschaftssportarten fordern Einsatz auch über die sportliche Leistung hinaus. © .shock, Fotolia

Die Alternative für geselligere Sporttypen: das weite Feld der Mannschaftssportarten, die in vielerlei Hinsicht förderlich sind. Mit denen ist Alleinsein beim Sport gar kein Thema mehr, allerdings bedeutet die Zugehörigkeit zu einem Team immer auch eine Verpflichtung gegenüber den Teamkolleginnen. Die Entscheidung, einer Mannschaft oder einem Verein beizutreten, sollte daher mit der ernsthaften Absicht verbunden sein, sich dort auch dann einzubringen, wenn es gerade eigentlich nicht so richtig passt.

Frage 5: Mag ich es lieber klassisch oder bin ich experimentierfreudig?

Einen Mangel an neuen Trendsportarten gibt es freilich nicht, nur sind Piloxing, Aqua‑Zumba oder Voguing (ganz im Stile von Madonna) nicht jeden Geschmack treffen. Laufen hingegen ist vielen vielleicht zu monoton und langweilig, was für andere „Klassiker“ wie Schwimmen und Radfahren genauso gilt. Für den Einstieg sind sie vor allem für bisherige Sportabstinenzler allerdings wieder gut geeignet, da die Anforderungen vergleichsweise gering ausfallen.

Außerdem lassen sich immer Möglichkeiten finden, das Training aufzupeppen. Beim Plogging zum Beispiel, das sich von Schweden ausgehend inzwischen über die ganze Welt verbreitet hat und nicht nur für den Körper, sondern genauso für die Natur gut ist – weil es sich hierbei um die Verbindung von Jogging und Müllsammeln handelt. Am Ende ist es aber eine persönliche Entscheidung, wie klassisch oder ungewöhnlich die neue Lieblingssportart wird.

Die Wahl der Qual

Nur um das gleich richtigzustellen: Körperliche Anstrengung ist zwar ein wesentlicher Bestandteil des Sports und dabei seine Grenzen auszuprobieren oder sogar zu durchbrechen für viele überhaupt erst der Ansporn, um aktiv zu werden. Trotzdem ist es nicht zwingend notwendig, sich beim Sport zu quälen. Im Gegenteil sollte für Freizeitsportler der Spaßfaktor im Vordergrund stehen. Nur bei ausreichend großer Freude an der sportlichen Aktivität ist gewährleistet, dass dieser auch regelmäßig und im Idealfall über viele Jahre hinweg nachgegangen wird.

Smarte Trainingspläne und teures Equipment können den Spaß an der Bewegung nicht ersetzen. Stellt sich also abschließend die alles entscheidende Frage, welche Sportart so begeistern kann, dass sie zu einem ständigen Teil des Lebens wird. Wir stellen einige Möglichkeiten vor.

Laufen

Im wahrsten Sinne ein Dauerrenner und vielleicht so populär wie noch nie. Weil es grundsätzlich jeder Mensch beherrscht, weil sich selbst dann Fortschritte bemerkbar machen, wenn das Pensum unterhalb dem von Ultramarathon-Läufern bleibt – bezogen auf die Leistungsfähigkeit als auch auf den Gesundheitsstatus – und weil es überall möglich ist.

Kosten: minimal, bei der Investition in ein gutes Paar Laufschuhe sollte aber nicht gespart werden, um langfristige Schäden an Gelenken, Knorpel, Sehnen, Muskeln und Knochen durch Fehlstellungen zu vermeiden.

Zeitaufwand: nach Belieben. Allerdings ist es für die Gesundheitsförderung in jedem Fall besser, wenigstens dreimal in der Woche die Laufschuhe zu schnüren. Einheiten von einer halben Stunde reichen dabei schon aus, für Anfänger zunächst auch weniger, für Fortgeschrittene ist die verfügbare Zeit prinzipiell das Limit.

Geeignet für: alle, die einen Sport suchen, der keine größeren Anschaffungen nötig macht, leicht zu erlernen ist, jederzeit und überall ausgeübt werden kann und in relativ kurzer Zeit das Herz-Kreislaufsystem stärkt.


Alternativen: Schwimmen und Radfahren gehören definitiv ebenfalls in die engere Auswahl, wenn es um Ausdauersport gehen soll, wer es etwas ruhiger angehen lassen möchte, ist mit Nordic Walking oder Wandern gut unterwegs.

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Alleine oder in der Gruppe, drinnen oder draußen – Yoga bietet viele Optionen. © Syda Productions, Fotolia

Yoga

Ist längst eine feste Größe im allgemeinen Sport- und Gesundheitsdenken unserer Zeit und ganz sicher nicht mehr als die Entspannungsmöglichkeit, als die es gerne von Nichteingeweihten veralbert wird. Dabei bewegt sich Yoga zwischen Meditation, Muskeltraining und Ausdauerübung – und das für den ganzen Körper.

Kosten: abhängig von den Preisen für einen Yogakurs, wobei die Übungen grundsätzlich auch zu Hause durchgeführt werden können. Oder draußen, wenn das Wetter es zulässt. Die Ausgaben für die Ausrüstung halten sich ansonsten jedenfalls in Grenzen – passende Klamotten und eine Yoga-Matte reichen aus.

Zeitaufwand: am besten hoch. Der Trainingseffekt beim Yoga zeigt sich am deutlichsten, wenn die Übungen täglich wiederholt werden. Beim Zeitumfang gibt es aber etwas mehr Spielraum. Eine Stunde ist zwar empfehlenswert, aber das Programm kann durchaus dem Zeitplan angepasst werden.

Geeignet für: alle, die auf der Suche nach einem Ganzkörpertraining sind, um beweglich zu bleiben, den Körper zu stabilisieren und überhaupt ein besseres Gefühl für ihn zu bekommen. Und die sich, wenn ihnen der Sinn danach steht, auch mal ordentlich auspowern wollen.

Alternativen: Am naheliegendsten ist in diesem Fall Pilates, auch wenn die Ähnlichkeiten nicht darüber hinwegtäuschen sollten, dass die Trainingsmethoden in vielerlei Hinsicht verschieden sind. Ansonsten sind vielleicht Qigong oder Tai-Chi einen Blick wert.

Klettern

Apropos Ganzkörpertraining: Das lässt sich recht einfach in die Vertikale verlegen, nämlich beim Klettern. Wissen inzwischen auch viele Fans der Sportart, die sich zwischen Kletterhalle und Felswand in die Höhe vorarbeiten.

Kosten: Von den bislang vorgestellten Sportarten sind beim Klettern die Kosten sicherlich die höchsten, was der notwendigen Ausrüstung geschuldet ist – Gurt, Seil, Schuhe und Helm sollten es mindestens sein, Karabiner und Sicherungsgeräte sind ebenfalls empfehlenswert und darüber hinaus kann noch Geld für Schlingen, Bandmaterial, Chalk (samt passendem Beutel) und einiges anderes Zubehör ausgegeben werden. Das hängt natürlich immer auch davon ab, wo man unterwegs ist.

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Klettern ist sehr beliebt – aber auch sehr anspruchsvoll. © alfa27, Fotolia

Zeitaufwand: Klettern ist sicher keine Sportart, die zwischendurch mal ebenso betrieben werden kann, das gilt für drinnen wie draußen. Besonders in der Natur sind die Vorbereitungen gegebenenfalls recht zeitintensiv, genauso wie die Sportart an sich, wenngleich das von Spielart zu Spielart (unterschieden wird vor allem zwischen Sportklettern indoor und outdoor, Alpinklettern und Bouldern) verschieden sein kann.

Geeignet für: alle, die auf der Suche nach einer neuen Herausforderung und ein wenig Nervenkitzel sind, die Suchtgefahr nicht scheuen und dafür die nötige Zeit und das Geld aufbringen können. Im Gegenzug wird nicht nur der Körper, sondern auch der Kopf gefordert, weil die Konzentration stets hochgehalten werden muss.

Diese Beispiele sollen vor allem eines verdeutlichen: Die Auswahl an verschiedenen Sportarten ist so groß, dass sich für jeden ganz nach seinen Voraussetzungen, Vorlieben und Erwartungen eine passende finden lässt. Die entscheidenden Fragen dabei lauten, was will ich mit dem Sport erreichen und was würde mir so viel Spaß machen, dass Regelmäßigkeit und ein langfristiges Engagement keine Probleme darstellen. Das Gesundheitsplus kommt dann von alleine.