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Lifestyle | 24.11.2022

2. Teil der Beziehungsserie

Ein Beziehungs-Foul braucht fünf Wiedergutmachungen

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Warum ist Verzeihen und sich Versöhnen in Beziehungen oft so schwer? Hier kommt der 2. Teil der Beziehungsserie „Wie versöhnt man sich nach einem Streit nachhaltig?“ © Shutterstock

Warum ist die Wiederannäherung nach einem Streit zum Teil langwierig, und warum macht sich nach einer Auseinandersetzung oft Skepsis anstelle von Vertrauen breit?

Der amerikanische „Paarforschungspapst“ John Gottman hat als Antwort darauf eine einfache Formel gefunden:

 

1:5 - Ein Foul braucht fünf Wiedergutmachungen.

Gottman und sein Team haben in großangelegten Studien über viele Jahrzehnte hinweg etwas herausgefunden, was zwar viele PaarberaterInnen wissen, sich aber noch wenig unter den Paaren selbst herumgesprochen hat: Für jede negative Äußerung oder Handlung gegenüber der Partnerin oder dem Partner, müssen fünf positive Dinge gesagt oder getan werden.

Untersucht wurden dazu Puls, Atmung, Mimik und Gestik von Paaren während ihrer Interaktion. Auf Basis der Auswertungen wurden die StudienteilnehmerInnen in „glückliche Paare“ und „unglückliche Paare“ eingeteilt. Die glücklichen Paare waren nach sechs Jahren immer noch (glücklich) zusammen, die meisten unglücklichen Paare hingegen waren getrennt oder weiterhin (gemeinsam) unglücklich.

 

Dabei kamen eindeutige Ergebnisse zum Vorschein: Auch wenn die unglücklichen Paare in den Interviews nach Außen entspannt wirkten und sich die Gespräche um alltägliche und angenehme Dinge in ihrer Beziehung gedreht haben, zeigten die Messungen aktive Schweißdrüsen, erhöhten Puls und hohen Blutdruck.

 

Was lässt sich daraus für den Alltag ableiten?

Wenn Sie in einer unglücklichen Beziehung sind, ist Ihr Kampf- oder Fluchtmodus zum Großteil aktiviert, selbst dann, wenn Sie sich nur in der Nähe Ihrer Partnerin oder Ihres Partners befinden. Hoher Puls, gesteigerte Aggressivität, jederzeit bereit für Angriff oder Abwehr - kommt Ihnen das bekannt vor?

 

Als eines der Hauptergebnisse dieser Untersuchung wurde festgestellt, dass glückliche Paare sich von unglücklichen vor allem dadurch unterscheiden, dass das Verhältnis von positiven zu negativen Momenten 5:1 beträgt. In unglücklichen Partnerschaften liegt das Verhältnis von guten zu schlechten Momenten bei 1:1 oder geringer. Das klingt im ersten Moment nicht dramatisch, ja sogar fast ausgeglichen und fair – es ist für den weiteren Verlauf der Beziehung aber maßgeblich.

 

Was bedeutet das konkret? 1x Kritik braucht 5x Lob. 1x Zurückweisung braucht 5x aktive Zuwendung. 1x Verletzung braucht 5x ehrliches Bemühen.

 

Verglichen mit einem Konto bucht ein negatives Erlebnis also fünfmal so viel ab, wie ein positives Erlebnis einzahlt. Das erklärt auch, warum eine Entschuldigung – so ehrlich sie auch gemeint ist – oft nicht reicht.

 

Die Formel ist einfach zu merken – die Menge an Wiedergutmachungen macht es letztendlich aus. Aber was ist mit der Art, wie man sich entschuldigt? Wie geht „richtiges“ Entschuldigen und worauf kommt es dabei an? Lesen Sie mehr dazu im nächsten Teil dieser Serie.

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Mag. Anna Thaler Paarberaterin, Systemischer Coach, Psychologische Beraterin, Aufstellungsleiterin, Yogalehrerin © privat

Mag. Anna Thaler
Paarberatung Gmunden -
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