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Lifestyle | 23.11.2022

1. Teil der Beziehungsserie

Nachtragend in der Liebe? Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast.

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1. Teil der Beziehungsserie „Wie versöhnt man sich nach einem Streit nachhaltig?“ © Shutterstock

„Wie lange willst du mir das noch vorwerfen?“ Vor allem Frauen wird bei Streitigkeiten ein Elefantengedächtnis nachgesagt. Sie wissen oft nicht nur den genauen Moment, sondern auch noch Uhrzeit, Wetter und exakten Ort, als „der“ eine Satz oder „die“ unvergessliche Sache damals passiert sind. Auch Männern geht es manchmal so – wenn auch deutlich seltener. Warum können wir uns oft noch – selbst wenn es Jahre zurück liegt– haargenau daran erinnern, wie unser Partner uns in einer konkreten Situation verletzt hat, aber nicht daran, wann wir zuletzt gemeinsam gelacht haben?

Dass uns negative Ereignisse so gut im Gedächtnis bleiben, „verdanken“ wir der Evolution. Früher haben die Menschen nur dann überlebt, wenn sie sich an negative Erlebnisse bzw. Gefahrensituationen erinnert haben und dadurch das nächste Mal besser reagieren konnten. Von genau diesem Mechanismus profitieren wir heute noch – auch wenn es dabei zum Glück sehr selten um Leben und Tod geht. Es reicht die heiße Herdplatte. Negatives gut in Erinnerung zu behalten ist uns also grundlegend von großem Nutzen. Dabei kann unser Gehirn natürlich nicht unterscheiden, ob es sich um physische Verletzungen, wie die Brandverletzung vom heißen Herd oder um emotionale Verletzungen handelt.

Selbstverständlich speichert unser Gehirn aber nicht nur negative, sondern auch alle positiven Momente ab, die wir erleben. Im Unterschied zu den negativen tut es sich mit dem Abrufen der schönen Erinnerungen allerdings schwerer. Oder wissen Sie noch genau, wann Ihr Partner zum ersten Mal „Ich liebe dich“ gesagt hat? Schlechte Erinnerungen spielen schlichtweg eine viel wichtigere Rolle für unser Überleben und unsere Entwicklung als positive – und beschäftigen uns daher auch (viel) länger.

Aber nicht nur die Erinnerung an emotionale Verletzungen, sondern auch die kränkenden Worte selbst passieren oft aus evolutionsbiologisch nachvollziehbaren Gründen: Wenn wir uns bedroht fühlen - was bei einer Meinungsverschiedenheit oder einem Streit sehr schnell der Fall sein kann – aktiviert unser Gehirn den Kampf-, Flucht- oder Totstellmodus („Fight, Flight, Freeze“): Atmung, Herzschlag, Durchblutung und die aktivierten Hormone machen es möglich, dass wir in Sekundenschnelle reagieren können. Wird der Kampfmodus aktiv, schießen wir – egal ob mit Pfeil und Bogen, oder mit Worten. Sobald wir danach wieder klar denken können – uns gehirnphysiologisch abgekühlt haben – bereuen wir das Gesagte meist und versuchen auch genau das zu erklären: dass wir die Dinge nur „im Affekt“ gesagt hätten und sie gar nicht so gemeint waren. 

Für die Verletzung unseres Gegenübers ist das aber meist irrelevant. Egal ob absichtlich oder nicht: Negative Erlebnisse speichern wir nicht nur länger, die Verletzungen können darüber hinaus tief gehen und großen emotionalen Schmerz verursachen.

Was brauchen beide Partner in solchen Momenten, um sich wieder näher kommen zu können? Lesen Sie mehr dazu im nächsten Teil dieser Serie.

 

 

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Mag. Anna Thaler Paarberaterin, Systemischer Coach, Psychologische Beraterin, Aufstellungsleiterin, Yogalehrerin © privat

Mag. Anna Thaler
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