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Fashion | 17.02.2021

Nicht von der Stange

Schein oder Sein. Oder beides. Ein Maßanzug ist Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und beschert dem Mann ultimativen Tragekomfort. Die Stoffpalette reicht vom Volkswagen bis zum Ferrari. René Schielin sagt: Für mich gibt es keine No-Gos beim Anzug. Ob kleines oder großes Budget. Ein Besuch im Maßsalon.

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© Thom Trauner

Grieskirchen. Am Pühringerplatz 10. Eine Adresse, an der mit Herzblut, Professionalität, Präzision und einer Prise Humor gearbeitet wird. Ein Maßsalon, der in Oberösterreich einzigartig ist. Inhaber René Schielin lebt hier seinen Traum von der Maßanfertigung. Er ist „wandelnde Schaupuppe“, wandelndes Stofflexikon und begnadeter Herrenkleidermacher in einer Person. Wer sich in seine Hände begibt, fühlt sich im Nu als Gentleman. Kleider – und Menschen – machen eben Leute. Maß, Maßkonfektion und Konfektionsware reichen sich bei Schielin die Hand. Im Stammhaus gegenüber hängen Hunderte Modelle – auf der Stange. Zum Gustieren, Probieren und Wünsche formulieren. Der Sinn dahinter: Um Mann ein Gefühl zu geben, was zu ihm passt. Und am Ende einen Anzug auf den Leib geschneidert zu bekommen, der dann eines ist: nicht von der Stange.

Abseits des Mainstreams

Im taubenblau-karierten Flanell-Zweireiher führt uns René Schielin, der modisch selbst gerne aus der Reihe tanzt, durch das Atelier. Mit einem hohen Maß an Qualität und Modebewusstsein, Sensibilität für seine Kunden, einem guten Gespür für Zeitlosigkeit und Zeitgeist sowie dem Mut, gegen den Mainstream zu schwimmen, leitet der gebürtige Kitzbüheler das Modeunternehmen in dritter Generation. Das Klischee, dass ein Maßanzug automatisch ein teures Unterfangen sei, revidiert er. Ab 700 Euro aufwärts könne ein Einzelstück bereits realisiert werden. Mit Luft nach oben. Und unermesslichen Möglichkeiten. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt. Ob Geschäftsmann, Anwalt oder Künstler. Ob Business oder Hochzeit. Ob klassisch oder ausgefallen. Ob kleines oder großes Budget. Für René Schielin ist jeder Kunde gleich. Die Kunst ist, zu erkennen, welcher Anzug zum Typ, zur Persönlichkeit und zum Geschmack des Mannes passt. Und diese Kunst beherrscht Schielin wie kein Zweiter.

 

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© Thom Trauner

Basic bis Luxus: Die Unterschiede

Der Ton macht die Musik, der Stoff den Anzug. Preisklasse und Exklusivität entscheiden sich in erster Linie mit der Wahl des Stoffes. Es ist wie bei den Autos: Die Palette reicht vom Volkswagen bis zum Ferrari unter den Maßanzügen. Von guter Qualität zum moderaten Preis bis hinauf zu edlen Luxusstoffen wie Woll-, Seiden- und Kaschmirmischungen. Sämtliche Details wie Knöpfe, Futter oder Personalisierung fallen preislich gesehen nicht so stark ins Gewicht.

 

Die Arten des Anzugs

Grundsätzlich lassen sich Einreiher und Zweireiher unterscheiden. Den Einreiher gibt es als Einknopf-, Zweiknopf-, Dreiknopf- oder als hochgeschlossenes Sakko. 

 

Kleines & großes Budget

• Konfektion (Anzug von der Stange): 200 bis 500 Euro

• Maßkonfektion (die gängigste Version des Maßanzugs) 700 bis 1.000 Euro

• Maß (individueller Schnitt, regional gefertigt): 1.300 bis 1.500 Euro

Konfektion ist immer Mainstream. Maßkonfektion und Maß hingegen stehen für Individualität, sitzen perfekt und sind echte Einzelstücke.

 

Stoffe & Material

Verschiedene Stoffe haben verschiedene Eigenschaften. Es gibt Anzüge für wärmere und kältere Tage. Ein Anzug aus Kaschmir trägt sich vollkommen anders als ein Anzug aus einer Leinen-Baumwollmischung. Beliebte Stoffe für Maßanzüge sind Baumwolle, Leinen, Wolle aus Tierhaaren wie Kaschmir, Tweed, Flanell, Seide, Popeline, Seersucker oder Chemiefasern. Da einzelne Rohmaterialien miteinander kombiniert werden können, ergibt sich eine große Stoffvielfalt. Aufgrund ihres Tragekomforts und den temperaturausgleichenden Eigenschaften stehen Anzüge aus Schurwolle hoch im Kurs.

 

 

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© Thom Trauner

Details & Personalisierung

Kragen, Innenfutter, Taschen, Kantensteppung, Knöpfe, Knopfloch, optional Ledereinsätze, Name oder Leitspruch innen am Sakko – das alles wird nach dem Geschmack des Kunden sorgfältig ausgesucht.

 

Die Accessoires

Fingerspitzengefühl ist gefragt, um Krawatte, Mascherl oder Hosenträger stilsicher mit Hemd und Anzug zu kombinieren. Besonders ein Einstecktuch erweist sich als raffiniertes Statement, um ein Outfit aufzuwerten und guten Stil zu beweisen – auch ohne Krawatte oder Mascherl.

 

Wohin mit Handy & Portemonnaie?

Das Handy verschwindet diskret in der Sakko-Innentasche. Für diesen Zweck wird eine Handytasche auf der Sakko-Innenseite eingenäht. Schwieriger gestaltet es sich mit Portemonnaies. Sie erzeugen meist unschöne Beulen in der Hose oder in der Sakkotasche. Die eleganteste Art ist es, die Geldtasche in der Handtasche der Begleiterin unterzubringen. Ist das nicht möglich, ist es ratsam, das Münzfach zu leeren und auf ein möglichst flaches Erscheinungsbild zu achten.

 

 

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© Thom Trauner

Einfärbig oder Muster?

• Unifarben: Einfärbige Anzüge sind ideale Begleiter im Berufsleben oder für festliche Anlässe. Schwarz ist perfekt für Abendveranstaltungen, Hochzeiten oder Festivitäten. Blaue Anzüge, insbesondere Navy-Blau, sind sowohl im Büro als auch beim Bewerbungsgespräch eine gute Wahl. Die große Palette an Grautönen von Anthrazit bis dezentes Hellgrau lässt viele Kombinationen mit Hemd- und Schuhfarben zu. Anzüge in Beige und Cremefarben kommen eher bei wärmeren Temperaturen in Freizeit und Beruf zum Einsatz.

• Glencheck: ein Klassiker unter den Anzugmustern. Das feine Karomuster verleiht dem Anzug einen formellen und raffinierten Touch. Ideal für den Büroalltag, weniger jedoch für Abendveranstaltungen.

• Nadelstreifen: Besonders elegant erscheinen die Träger von Nadelstreifen-Anzügen, sowohl im Business als auch bei privaten Anlässen.

 

René sagt:

• Vieles kann, nichts muss: vom Innenfutter-Design bis zur Farbe des Knopflochs, von Zwirnfarbe bis Ledereinsatz. Natürlich stehe ich gerne beratend zur Seite.

 

• Es macht Spaß, die unzähligen Möglichkeiten auszuschöpfen: Denn es geht um ein Einzelstück, das die Facetten meiner Persönlichkeit unterstreicht.

 

• Wer nach außen lieber straight auftritt, kann sich beispielsweise beim Innenfutter austoben: Möglich sind Motive wie Hobby z. B. Golf oder Radsport, Harley Davidson bis hin zum Totenkopf.

 

• Ein wesentliches Kriterium für den Preis ist die Auswahl des Stoffes. Optik, Haptik, Qualität und Tragekomfort spielen eine Rolle. Bei dieser wichtigen Entscheidung lasse ich den Kunden natürlich nicht allein, denn bis zu 5.000 Stoffmuster stehen zur Wahl.

 

• Beim Vor-Ort-Termin in Grieskirchen werden Schnitt, Design, Stoff und alle Details ausgewählt. Zwei bis drei Stunden sollten dafür eingeplant werden.

 

• Für mich gibt es keine No-Gos beim Anzug.

 

• Trotz allem Wertewandel ist ein Maßanzug Ausdruck für Kultiviertheit, Gepflegtheit und Respekt meinen Mitmenschen gegenüber.

 

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© Thom Trauner