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Fashion | 07.10.2020

Mode ohne Barrieren

Egal ob im Sitzen oder Stehen: Mit dem inklusiven Modelabel MOB aus Wien trifft praktische Funktionalität auf modischen Anspruch.

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MOB Industries entwickelt Mode gemeinsam mit Rollstuhlnutzerinnen und -nutzern und jungen Modelabels.

Nach dem Telefonat mit Josefine Thom gab es viel nachzudenken. Viel nachzudenken über eine Modeindustrie, in der Inklusivität kaum Beachtung findet, und über eine Gesellschaft, in der Barrierefreiheit nur eine Randerscheinung ist. Aber auch große Begeisterung für ein Label, das Rollstuhlnutzer ins Zen-
trum stellt und genau diese Dinge erreicht. „MOB vereint alles, was man sich von der Mode wünscht: nachhaltig, fair, unifit und für Rollstuhlfahrer geeignet.“ 

 

Der Weg zu Adaptive Fashion.

„MOB bedeutet Mode ohne Barrieren“, erzählt Josefine Thom, die MOB Industries mit ihrem Unternehmenspartner Johann Gsöllpointner ins Leben gerufen hat. „Meine Schwester ist schwer behindert und es stellte sich die Frage, welche Mode für alle einfach funktioniert.“ Bei ihrer Recherche bemerkte Thom, dass es zwar Bekleidung für diese Ansprüche gab, jedoch keine Mode. „Behinderung wird als ein gesellschaftliches Defizit angesehen und das spiegelt sich in der Bekleidung wider“, so die Unternehmerin. Dann stieß sie auf die Adaptive Fashion-Bewegung – inklusive Mode für alle. Dieses Konzept setzt sie nun seit März 2019 um. 

 

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Die Köpfe hinter dem Label: Josefine Thom und Johann Gsöllpointner ( © Jakob Gsöllpointner)

Mode im Sitzen.

„Zuerst entwickeln wir unsere Schnitte mit Rollstuhlfahrern“, erklärt Thom. Diese Standard-Passform wird durch einen Fit für stehende Personen, eine Unifit Passform und einen Standard Care Fit für Personen mit Assistenz erweitert. Dabei muss man einiges beachten: „Die Hosen müssen länger geschnitten sein. Auch von Barrieren wie Gesäßtaschen oder Knöpfen sehen wir ab. Wir nutzen Funktionen wie einen hohen Stretchanteil und Magnete für den Verschluss als Designelemente.“ 

Selbstständigkeit dank Mode.

MOB Industries ermöglicht durch das einfache Ankleiden Selbstständigkeit. „Wir wollen aber auch, dass Kunden ohne Behinderung unsere Designs für sich entdecken. Es ist praktisch, wenn ich durch den Magnetverschluss keine Make-up-Flecken habe“, lacht Thom. Daher propagiert sie auch, dass andere Modehäuser diese Zielgruppen ansprechen. „Ich wünsche mir eine größere Vielfalt von Körpern in der Mode. Ja, es gibt Models in Rollstühlen, aber das heißt noch lange nicht, dass auch für sie Mode produziert wird. Es entsteht mehr Sichtbarkeit, aber von einer Veränderung sind wir noch weit entfernt.“ 

www.mob-industries.com

 

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NEU: Knitterfreie Adaptive Hose und Bluse GON x MOB aus Leinen von SEIDRA lassen sich besonders leicht an- und ausziehen.