Loading…
Du befindest dich hier: Home | Fashion

Fashion | 02.07.2018

Influencer machen Mode

Österreichs Blogger-Szene

Bild wood-3157395_1920.jpg
© https://pixabay.com/en/wood-aerial-background-beverage-3157395/

Fernsehwerbung und Zeitschriftenreklame? Alte Hüte. Trends werden heute auf Social Media gesetzt, und immer mehr Blogger gehören auch in Österreich zu den Top-Influencern.

Um Lust auf Mode und neue Beauty-Ideen, Neugierde auf neue Freizeitevents und Appetit auf Rezepte zu machen, muss der Nachname längst nicht mehr Kardashian oder Hilton lauten. Im Gegenteil: Je authentischer und sympathischer Fotos und Posts auf Instagram, YouTube, Facebook und mehr rüberkommen, desto mehr Einfluss haben die Blogger.

So wie Madeleine Daria Alizadeh, die seit etlichen Jahren als DariaDaria über Mode, Kosmetik, Reise, veganes Leben, Feminismus und mehr bloggt. Die studierte Modefotografin bloggt seit 2013 mit Erfolg. Zwei Jahre später kamen dann die ersten Bilder, die alles andere als ein schönes Leben zeigten: DariaDaria besuchte Erstauffangslager für Flüchtlinge, fotografierte und organisierte Spendenaufrufe.

Auch für Nachhaltigkeit und Tierschutz setzt sie sich ein, und mit ihren bunten, lässigen Bildern und unterhaltsamen, aber auch nachdenklichen Posts ist sie aus den Social Media nicht mehr wegzudenken.

Dabei ist die Zahl der Fans nicht immer mit dem Einfluss identisch. Die Fußballer Toni Kroos und Mesut Özil haben je über 15 Millionen Fans auf Social Media, aber auf den Inhalt kommt es an.

Mode, Kosmetik und Lifestyle gehören zu den beliebtesten Blogthemen und sind entsprechend populär sowohl bei Fans wie auch Bloggern. Tipps, denen andere folgen, Mode, die von den Regalen fliegt, sobald einer der Super-Influencer sie auf einem Instagram-Foto trägt, ausverkaufte Lidschatten und Freizeitideen vom Online-Roulette zur Museen-Nacht – das Netz macht’s möglich.

Je erfolgreicher ein Blogger ist, desto größer wird das Interesse auch bei den Unternehmen, die dafür zahlen, dass ihre Mode, Kosmetika oder Events so bekannt gemacht werden.

DariaDaria hält es inzwischen so, dass sie zu 70 Prozent unbezahlte und zu 30 Prozent bezahlte Inhalte veröffentlicht. Sie kann mittlerweile vom Hobby leben, so wie rund 200 weitere Österreicher und Österreicherinnen.

Zu den Top-Influencern zählen auch „TheCosmopolitas“, die gemeinsam über Mode, Ehe und Kinder plaudern. The Ladies, drei Freundinnen, schreiben über Mode, Beauty sowie Rezepte und Kultur, aber auch über gesellschaftspolitische Themen.

Für etliche Influencer ist der Blog erst der Anfang. Eine Karriere als Modell, Schauspielerin oder Moderatorin ist mit Glück nicht ausgeschlossen.

Bild fashion-2939973_1920.jpg
© https://pixabay.com/en/fashion-accessories-attractive-2939973/

Zu den hoffnungsvollsten Instagram-Sternchen gehört die Grazerin Lisa-Marie Schiffner. Die Schülerin hat inzwischen mehr als 870.000 Follower und wird von einer Deutschen Talentagentur vertreten. Das YouTube-Duo ViktoriaSarina aus Graz hat mehr als eine Millionen Abonnenten auf dem eigenen Kanal, auf dem sie DIYs aus dem Kinderzimmer zeigen.

Auf Luxus-Mode ist Julietta Mademoiselle eingestellt, und während viele Influencer mit Wien oder Graz als Location bodenständig bleiben, darf es bei der Jus-Studentin gern auch Paris oder London sein.

Allerdings kann es von der Spitze auch ganz schnell wieder nach unten gehen. Influencer sind begehrt, solange sie überzeugend und natürlich wirken, und bei den Followern auch tatsächlich ankommen. Tausend positive Kommentare zu einem Bild sind mehr wert als die doppelte Menge wortlose Likes. Echt müssen nicht nur die Blogger bleiben, sondern auch die Fans.

Dass es dabei nicht immer mit rechten Dingen zugeht, ist längst bekannt. Die Modebloggerin Vreni Frost verabschiedete sich nach einem Magengeschwür schließlich von Zehntausenden, gekauften Fake-Followers. Ehrlichkeit macht sich in diesem Fall für alle bezahlt.