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Events | 19.03.2019

Das Phänomen Luxus

Schein und Sein: Einen Blick hinter das Phänomen Luxus offenbart die Ausstellung „Die Vermessung des Luxus“ des oberösterreichischen Künstlers Wolfang Dieter Bauer im Museum Angerlehner. Ein Gespräch.

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Wolfgang Dieter Bauer, o. T., aus der Serie Luxury, 2011, Acryl auf Leinwand, 90 x 90 cm. (© Wolfgang Dieter Bauer)

Wenn sich Künstler wie Wolfgang Dieter Bau­er mit dem Phänomen Luxus auseinandersetzen, dann sind es vor allem soziale und moralische Gründe, die problematisiert werden. Der in Wolfs­egg am Hausruck lebende Künstler (geb. 1977), der von 1998 bis 2003 die Meisterklasse Malerei bei Prof. Ursula Hübner an der Kunstuniversität Linz besuchte, beschäftigt sich in seiner am 3. Februar im Museum Angerlehner eröffneten Ausstellung „Die Vermessung des Luxus“ mit der Kehrseite von Luxus und Reichtum. Subtil versteckte Botschaften und Motive offenbaren in den großformatigen Bildern auf den zweiten Blick Bild­inhalte, die die Schattenseiten des luxuriösen Lebensstils der Schönen und Reichen zeigen. Ohne dabei den moralischen Zeigefinger zu erheben, möchte Bauer die Besucher anstoßen, sich in die Welt der Schönen und Reichen hineinzudenken und sie zu hinterfragen. Der Künstler im Kurztalk.

 

Für die Leser, die Sie noch nicht kennen: Wie lassen sich Ihr Stil und Ihre Technik beschreiben?

Ich zähle mich zu den figurativen Malern. Bei meinen Arbeiten handelt es sich um am Computer gefertigte Bildkompositionen aus verschiedenen Vorlagen – Filme, Fotos, Prospekte und mehr –, die ich mit Acryl auf Leinwand bringe. Durch die Zusammenstellungen der realistischen Bildvorlagen entsteht meist eine völlig neue, teils surrealistische Bilderwelt.

 

Der Titel der Ausstellung erinnert an den Roman „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann ...

... hat damit aber gar nichts zu tun – obwohl ich das Buch sehr schätze. „Die Vermessung des Luxus“ sagt für mich aus, dass Luxus nicht messbar, sondern für jeden individuell wahrnehmbar ist. Nicht nur Luxusgüter sind Luxus, sondern auch Immaterielles, wie etwa Frieden, Zeit und moralische Werte. Man muss in diesem Kontext nicht immer die grausame Wirklichkeit vorführen. Meine Botschaft ergibt sich für mich ebenso, wenn ich das Schöne und Begehrenswerte zeige.

 

 

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Künstler Wolfgang Dieter Bauer. (© Wolfgang Dieter Bauer)

Die Motive Ihrer Werkserie „Luxury“ sind mit einer Ausnahme weiblich, im Zyklus „Moral“ findet man nur Mädchen, keinen einzigen Bub. Zufall?

Ja, das ist tatsächlich Zufall. Ich bin in meiner Familie fast ausschließlich von Frauen und Mädchen umgeben, die für mich als Modelle leicht greifbar sind.

 

Die Welt des Luxus, der Reichen und Schönen ist nur oberflächlich perfekt. Üben Sie mit Ihren Bildern Kritik an unserer materialistischen Welt? Was fasziniert Sie daran, was stößt Sie an ihr ab?

Luxus, Reichtum und Schönheit sind für mich nichts Verwerfliches. Wichtiger finde ich es, zu hinterfragen, wie man damit umgeht und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Wer liegt nicht gerne auf einer wunderschönen Terrasse und genießt ein fabelhaftes Panorama?

Mir ist es stets wichtig zu betonen, dass ich mich keineswegs als moralische Instanz sehe. Nicht zuletzt ist es mir wichtig, dass meine Bilder gefallen und Lebensräume bereichern.


Ausstellung

Wolfgang Dieter Bauer – „Die Vermessung des Luxus“: 03.02. bis 21.04. im Museum Angerlehner, Salon

www.museum-angerlehner.atwww.wolfgangdieterbauer.com