Loading…

Gernot SchreierBlog über Frauen, Männer und ihre alltäglichen Herausforderungen

Gernot Schreier | 06.02.2018

Zu Tode gelangweilt...

Bild shutterstock_630700418.jpg
(© Shutterstock)

Das da oben ist eine sehr gewagte Ansage. Kann man sich zu Tode langweilen? Ich glaube schon und das in fast allen Lebensbereichen.

In der Arbeit passiert das, wenn man Aufgaben zu erfüllen hat, die man nie erfüllen kann, von der Art: „Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass.“ Psychologisch nennt man das Doppelbindung und die ist nicht zu lösen. Man kann es nur falsch machen. Oder man erfüllt Aufgaben, deren Sinn und Zweck man nicht erfassen kann, wie z.B. das Erstellen einer Statistik, von der man weiß, dass sie kein Mensch je benötigen wird. Privat und in Beziehung kann man sich auch zu Tode langweilen. Es wird Alles so vorausschaubar erklärte mir eine Klientin, die gerade ihren Mann betrogen hat und nun recht „angeschlagen“ bei mir in der Praxis stand. Genau diese „Vorausschaubarkeit“ war einer der Gründe, warum sie sich diesen Mann ausgesucht hatte. Die Parallelen zwischen den zwei Beispielen sind hoffentlich zu sehen?

In beiden Fällen fehlt etwas. Die Leidenschaft mit der man eine Aufgabe angehen kann. Wenn man etwas mit Leidenschaft tut gibt es kein Burn Out, da gibt es kein Auseinanderleben. Da kann es sein, dass man von der Arbeit müde ist und in der Beziehung darf man einmal genervt sein. Aber Alles in Allem, man freut sich auf die nächste Herausforderung und man ist stolz, wenn man eine Aufgabe gemeistert hat oder wenn einem der Partner ins Ohr flüstert: „Hey schön, dass es dich gibt.“

 

Was passiert da systemisch gesehen?

 

Da wird Zugehörigkeit hochgehalten. Dem Menschen wird klargemacht, er /sie gehört zu dem System, er / sie sind wichtig. Weiters wird erklärt, dass allein ihre Anwesenheit dazu beiträgt, dass das System Arbeitswelt / Partnerschaft rund läuft. Menschen die das Glück haben so leben zu können werden das Wort Burn Out nur aus den Medien kennenlernen. Es gibt Tätigkeiten und Beziehungen, die schenken einem System Energie und andere, die zehren. Diese Energie bringenden sind wie ein großer Dynamo und füllen uns wieder auf. Natürlich gibt es körperliche grenzen, da wird man auch in so einem effektiven System einmal müde.

Der Unterschied zu malignen Systemen (Systeme in denen man Energie verliert) besteht darin, dass man hier gestärkt wird, Energie sammeln kann und sich wohl fühlt. Genau um diese Wohlfühlen geht es. Wäre es nicht toll, wenn man sich auf den nächsten Arbeitstag freuen darf, wenn man sich in einer Partnerschaft einfach nur angenommen fühlt, auch wenn’s mal kracht? Doch es wäre schön und es ist zumindestends teilweise machbar. Probieren sie es einmal

 

Erklärung:

Alle Veröffentlichungen sind, aufgrund des besonderen Vertrauensverhältnisses zwischen Berater und Klienten, mit den handelnden Personen abgesprochen und von Ihnen freigegeben.

Des Weiteren sind Orte, Alter und Daten, die ein Erkennen der Personen ermöglichen würden, verfälscht.