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Uschi Fellnerlook into my life

Uschi Fellner | 06.04.2020

alleswirdgut #5

Was mich zur Zeit beschäftig, erfahrt ihr ab sofort täglich hier.

Ein wenig Quarantainment

Uns geht es derzeit wie allen: Wir entwickeln, reduziert auf den engsten Familienkreis, sanfte bis heftige Neurosen. Gestern etwa führten wir die Hunde im angrenzenden Wienerwald Gassi. Schatzi vorne, ich – in -gebotenem 1-Meter-Abstand – dahinter. So stapften wir auf weichem Boden und freuten uns über ein paar Sonnenstrahlen.

Dann fiel mir etwas auf: Schatzi, normalerweise zügig voranschreitend, hielt da und dort inne. Starrte auf diverse Laubhaufen, die er dann mit den Schuhspitzen um einen Meter nach hinten verschob. Von der Regierung verordnetes Social Distancing von Laubhaufen war mir bislang nicht bekannt. Staunend betrachtete ich Schatzi, der mit Eifer bei der Sache war und seinen Wirkungskreis nun auch auf im Weg liegende Äste und Zweige ausdehnte.

Als Schatzi ansetzte, einen zwei Meter dicken Baumstamm aus dem Weg treten zu wollen und ich um seinen rechten großen Zeh fürchtete, fragte ich vorsichtig: „Was machst du denn da -eigentlich Schönes?“ „Na, den Weg säubern!“, bellte Schatzi. „Wahnsinn, was hier alles rumliegt! Da kommt ja keiner mit dem Mountainbike vorbei!“

Aha, mhm. Ich wusste nicht genau, ob ich beeindruckt oder eher tief besorgt sein sollte, und steuerte einen blühenden Forsythien-Strauch an, um ein paar Zweige für die Vase mitzunehmen. Da hielt Schatzi jäh in seinem Wirken inne und rief: „Bist du wahnsinnig? Willst du uns alle umbringen? Gelb blühende Sträucher sind hochgiftig!“ Ich schließe daraus insgesamt, dass uns die psychologischen Coronafolgen noch lange beschäftigen werden.