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Editor's Mind Angelica Pral-Haidbauers Kolumne

Editor's Mind | 30.09.2019

Auf dem Holzweg?

Ich weiß ja nicht, wie es euch damit geht, aber mich haben das nun hinlänglich bekannte „zack-zack-zack“-Video und die damit verbundenen Folgen für unser Land zutiefst verwirrt. Und wie immer, wenn ich den Kopf frei bekommen und meine Gedanken ordnen will, mache ich eines: Ich gehe in den Wald.

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(© V. Kery-Erdélyi)

Spätestens seit ich Erwin Thoma begegnet bin, dem seinerzeit jüngsten Förster Österreichs, später  promovierter Betriebswirt und Pionier in Sachen Holzbau, ist der Wald für mich nicht nur Erholungsort sondern auch Lehrmeister im sozialen Miteinander: So bilden Bäume ein natürliches Netzwerk, sie wollen nicht stur und schnell in den Himmel wachsen, um den besten Platz an der Sonne zu erlangen, sondern sie interagieren mit unzähligen anderen Organismen im Sinne einer sich ergänzenden Symbiose. Bäume zeigen uns auch seit 500 Millionen Jahren, wie man mit Sonnenenergie das CO2 spalten und wiederum als Baustoff nutzen kann. Wir Menschen haben so viel fossile Energie verbrannt und die Erde zugemüllt – während im Wald kein Abfall entsteht, denn jedes Blatt, jede Nadel, die herunterfällt, wird wieder zu Nährstoff. In dieser perfekten Kreislaufwirtschaft ist alles so organisiert, dass alle etwas davon haben. Mit keiner einzigen technischen Innovation würden wir es schaffen, Wasser und Luft so sauber zu halten, wie es der geniale Klimaschützer Wald kann.

Bäume sind brüderlich

Wenn, wie heuer bereits im April geschehen, dem ersten Baum infolge der Trockenheit die Wasserreserve knapp wird, so informiert er die anderen. Was machen die? Sie drosseln selbst in der Wachstumsphase ihren eigenen Wasserverbrauch, damit sie im Kollektiv überleben können. Ganz nach dem Motto „wer das Leben fördert, der wird gefördert“ verzichten sie auf egoistische Ellbogentechnik. Ist das nicht ein cooles politisches Prinzip? Allein dieser Weisheit und Intelligenz der Natur ist es zu verdanken, dass die ältesten Bäume auf unserer Erde 9.600 Jahre alt sind. Sie sind also sicher nicht auf dem Holzweg!
Liebe Leserinnen und Leser, in dieser Ausgabe widmen wir uns besonders dem Miteinander zwischen Mensch und Natur, aber auch, wie jedes Jahr im Oktober, der Pink Ribbon-Aktion der Krebshilfe. Unsere Redakteurin Viktória Kery-Erdélyi hat dazu einen Beitrag geschrieben, der von der Kraft einer Familie in Schicksalstagen erzählt. Wir bedanken uns bei Familie Deim von ganzem Herzen für das Vertrauen!

Ich wünsche euch wunderschöne Herbsttage – draußen in der Natur!
Ihre Angelica Pral-Haidbauer,
Chefredakteurin

Making-of der Oktober-Niederösterreicherin
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Das Shooting am Schindlhof. Marie Haim-Swarovski und Niki Osl; fotografiert hat Clemens Schneider (https://www.tierlicht.com)

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(https://www.tierlicht.com)

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