Loading…
Du befindest dich hier: Home | Beauty

Beauty | 10.10.2022

Sich trotz Krebs in seiner Haut wohlfühlen

Trockene, gerötete, juckende Haut oder Entzündungen – Anti-Tumortherapien können Hautreaktionen hervorrufen. Wie man derartige Nebenwirkungen durch die richtige Pflege und Vorbeugung lindern kann, hat uns DGKP Maria Röthlin, Koordinatorin des onkologischen Pflegemanagements im Ordensklinikum Linz Elisabethinen, erklärt.

Bild 2210_O_Krebs_Creme.jpg
© Shutterstock

Mit fast 5.500 Neuerkrankungen jährlich ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung der Frau, aber auch ein Prozent aller Männer erkrankt an Brustkrebs. Je eher mit der Behandlung begonnen werden kann, desto besser sind die Heilungschancen. Aber nicht jede Brustkrebserkrankung verläuft gleich. Darum unterscheidet sich auch die Behandlung von PatientIn zu PatientIn. Die Anti-Tumortherapie, darunter fallen Chemotherapie, Strahlentherapie und zielgerichtete Therapie, kann zu mehr oder weniger schweren Nebenwirkungen führen. Dazu zählen zum Beispiel neben Schmerzen, Entzündungen, extremer Müdigkeit und Übelkeit auch Haarausfall und Hautprobleme. 

 

Pflege ab dem ersten Tag. Entzündete, schmerzende oder juckende Haut kann die Lebensqualität deutlich mindern, und weil Hautprobleme häufig auch sichtbar sind, empfinden viele KrebspatientInnen diese Veränderungen oft als sehr belastend. „Die Reaktionen an der Hautoberfläche sind individuell unterschiedlich und können bereits innerhalb der ersten Behandlungswoche auftreten. Ganz wichtig ist dabei die Prophylaxe. Am besten vom ersten Tag der Therapie an darauf achten, dass die Haut gut gepflegt und geschmeidig gehalten wird“, weiß DGKP Maria Röthlin. Die akademische Gesundheitsmanagerin ist noch bis zu ihrer Pensionierung am 1. Oktober als  onkologische Pflegeexpertin im Ordensklinikum Linz Elisabethinen tätig und wird sich anschließend beratend bei der OÖ Krebshilfe engagieren. 

 

Begleitung durch Breast Cancer Nurse. Jedes zertifizierte Brustzentrum hat auch Breast Cancer Nurses, die Betroffene begleiten und unterstützen. „Wenn unerwünschte Nebenwirkungen auftreten, muss man diese immer mit dem behandelnden Arzt besprechen und darf die Therapie nicht eigenmächtig reduzieren oder abbrechen. Wenn Probleme auftreten immer fragen, fragen und nochmals fragen“, empfiehlt Maria Röthlin. 

 

Bild 2210_O_Krebs_.jpg
© Stefan Voitl

Hautpflege bei Antitumor-Therapie

  • Auf sorgfältige Körperhygiene achten. 
  • Die Haut mit einer seifenfreien, möglichst pH-neutralen Waschlotion reinigen.
  • Lauwarmes Duschen oder Waschen ist besser als ein Vollbad.
  • Abrubbeln mit Handtuch vermeiden, sondern die Haut trocken tupfen und einen Bademantel tragen, bis die Haut trocken ist.
  • Nährende Pflegeprodukte, die für trockene und/oder sehr trockene Haut geeignet sind, verwenden. Am besten pH-neutral und ohne Duftstoffe.
  • Gleich nach dem Waschen oder Duschen mit den Pflegeprodukten (Lotion/Creme/Hautöl) eincremen, da diese dann besser von der Haut aufgenommen werden, weil die Hautporen noch offen und feucht sind.
  • Bei Bedarf empfiehlt es sich, juckende oder schuppende Hautpartien 1 x täglich mit Frischhaltefolie einzuwickeln, dadurch wird eine schnelle Verdunstung vermieden. 10 bis 15 Minuten sind ausreichend.
  • Den Händen und Füßen beim Cremen besondere Aufmerksamkeit schenken.
  • Optimal ist es, sich täglich 2 x einzucremen und zwar von hinter den Ohren bis zu den Zehenspitzen!
  • Bei Bedarf sollte man in den Wintermonaten auch einen hochwertigen Luftbefeuchter einsetzen.
  • Auch in Sachen Make-up hochwertige Produkte verwenden und an entzündeten oder offenen Hautstellen darauf verzichten.
  • Es empfiehlt sich, lockere und weiche Kleidung aus natürlichen Materialien zu tragen.
  • Kleidung und Schuhe sollen nicht reiben oder drücken. Einengende Gürtel, Krawatten, Hosenträger, Schmuck, BH-Träger vermeiden.
  • Bei Bedarf Griffe und Träger von Taschen und Rucksäcken polstern und weiche Schuheinlagen aus Gel verwenden, um Druckstellen, die sich entzünden können, zu vermeiden.
  • Haarentfernungen am Körper vermeiden und im Freien nicht barfuß gehen, da Verletzungen zu Entzündungen führen.
  • Sonneneinstrahlung: Auch bei kurzen Aufenthalten an der Sonne ein Schutzprodukt auftragen (mind. Faktor 30). Bei Bedarf wiederholen, besonders an sonnenexponierten Stellen (Gesicht, Ohren, Nacken, Hände).
  • Bestimmte Medikamente verursachen eine Lichtempfindlichkeit, daher bei Bedarf abdeckende, dicht gewebte Kleidung  (UV-Schutz-T-Shirt), Kopf- und Handschutz tragen.

Infos und Anlaufstellen bei Krebserkrankungen bzw. Brustkrebs:

OÖ. Krebshilfe 
www.krebshilfe-ooe.at

 

SELBSTHILFE BEI BRUSTKREBS
https://www.mammamia.or.at/

 

Kurvenkratzer:
Wir sprechen über Krebs

Digitale Erfahrungsplattform zum Lebensumstand Krebs.                            
www.influcancer.com

 

selpers
steht für „self“ und „help“ und richtet sich an alle Menschen, die sich selbst helfen, besser mit ihrer Erkrankung umzugehen und zu leben.
www.selpers.com

 

selbertun.at –
Nachsorge, die mir guttut
Unterstützung bei der ganzheitlichen Nachsorge bei Krebs. Ausgewählte und kompetente Experten stärken Körper, Geist und Seele.
www.selbertun.at