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Beauty | 09.10.2018

Naturkosmetik: weg vom staubigen Image

Naturkosmetik boomt. Kein Wunder, immerhin lieben wir die kleinen Fläschchen und Tiegel, die die Natur ins Badezimmer und auf unsere Haut holen.

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(© Shutterstock)

Calendula-Creme, Lippenbalsam aus Jojobawachs und Rizinusöl, Mandelblüten-Duschgel und Co. fristeten in den hintersten Winkeln der Reformhäuser jahrzehntelang ein recht ödes Dasein. Naturkosmetik kam lange nicht raus aus den esoterischen Ecken der Köpfe der Verbraucher – doch heute ist sie der am stärksten wachsende Markt im Bereich Pflege und Schönheit. Kein Wunder: Je digitaler und vernetzter unsere Welt wird, desto mehr wächst offenbar die Sehnsucht nach reinen und natürlichen Produkten – auch im Beauty-Bereich. Es braucht nicht viel, um in Parfümerie, Drogeriemarkt und Internet zu Cremetiegeln und Shampoo-Flaschen zu greifen, meist reichen die Worte „Natur“ oder „natürlich“ auf der Verpackung. Doch woran erkennt man „echte“ Naturkosmetik – und ist sie für alle gleichermaßen geeignet? 

Was macht Naturkosmetik aus? Der Begriff Naturkosmetik bezeichnet in erster Linie Produkte, deren Inhalt aus natürlichen, naturnahen und naturidentischen Stoffen besteht. Doch Vorsicht: Er ist nicht geschützt, so kann beispielsweise eine Creme, die aus chemischen Inhaltsstoffen besteht und etwas Aloe Vera enthält, genauso als Naturprodukt verkauft werden wie ein Artikel, der sich aus rein natürlichen Inhaltsstoffen zusammensetzt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, blickt auf die INCI-Liste und achtet auf Umweltzeichen wie BDIH, NaTrue, ECOCERT, Austria Bio Garantie, Vegan, Demeter und das Österreichische Umweltzeichen. 

Ade, staubiges Image. Viele Menschen verbinden Naturkosmetik mit unangenehmen Gerüchen und wenig Wirkung. Die grüne Pflege wird oft an überholten Klischees gemessen, zu Unrecht: Die meisten Produkte haben mittlerweile moderne Texturen und sind in ihrer Wirkung mit herkömmlicher Kosmetik vergleichbar. Wo es früher nur ein paar Hausmittel gab, deckt Naturkosmetik heute eine ganze Bandbreite an Schönheitshelfern ab: Von Kopf bis Fuß kann man sich eincremen, -salben und -shampoonieren, was das Zeug hält. Außerdem gibt es zahlreiche internationale Nischenmarken, die kreative Lösungen für ressourcensparende und ethisch korrekte Naturkosmetik entwickeln. 

Trends und Innovationen. Naturkosmetik agiert am Puls der Zeit, gefühlt jeden Tag kommt ein neues Produkt auf den Markt, das uns natürlich schöner machen möchte. Die Marken werden innovativer, die Kunden anspruchsvoller, und schon jetzt zeichnen sich ein paar große Trends für die nächsten Monate ab. So ist Aktivkohle mittlerweile wortwörtlich in aller Munde: Denn die schwarze Kohle findet man nicht mehr nur auf der Haut, sondern auch in Zahnpflegeprodukten. Auch dem Zero Waste-Gedanken kommen viele Hersteller nach, Verpackungsmüll, der die Umwelt belastet, ist out. In unseren Badezimmern landen feste Shampoo-Bars, Duschpulver und Seifen statt Produkte aus der Tube. Ein weiterer großer Trend sind Anti-Pollution-Kosmetika: Da wir gerade in Großstädten durch Smog und Co. nicht nur unsere Atemwege, sondern auch unsere Haut belasten, setzt die Kosmetikindustrie auf Produkte, die vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen. Schon mal was von K-Beauty gehört? Die Koreanerinnen sind die Beauty-Queens an der Weltspitze. Ihre Tuchmasken, BB- und CC-Creams gibt‘s zwar schon länger bei uns, bringen jetzt aber einen ganz neuen Wind im Naturkosmetikbereich. 

Naturkosmetik – für alle da? Naturkosmetik enthält andere Inhaltsstoffe als herkömmliche Kosmetik. Bei einer Umstellung muss sich der Körper erst darauf einstellen, so kann es manchmal Wochen dauern, bis Haare, Haut und Co. wirklich optimal profitieren. Grundsätzlich ist die grüne Pflege sehr gut verträglich, dennoch kann es sein, das vereinzelte Hautreizungen auftreten. Und auch, wenn die Produkte ohne Silikone, Konservierungsstoffe oder Mikroplastik auskommen, heißt es nicht, dass sie keine allergischen Reaktionen auslösen können. Wer sich unsicher ist, sollte das Produkt auf einer kleinen Hautstelle ausprobieren und sich bei Bedarf umfangreich beraten lassen. Somit freuen sich nicht nur Haut und Seele, sondern auch ganz besonders unsere Welt, in der wir leben.