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People | 09.08.2017

Segel setzen Richtung Zukunft

Der Union-Yacht-Club Attersee zählt zu den ältesten Segelclubs in Österreich und hat sich nicht nur deswegen einen Namen in ganz Europa gemacht...

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Der Attersee ist ein wahres Paradies für Segelsportler. (© Gert Schmidleitner)

Das Salzkammergut ist seit jeher Anziehungspunkt für Genießer, Naturfreunde, Entspannungssuchende und Sportler aller Art. Und dass dem Seengebiet, ganz besonders dem Attersee mit seinem berühmten Rosenwind, ein ganz spezieller Platz für Segler zuteil wird, liegt nicht nur an der wahrhaft atemberaubenden Kulisse, dem glitzernden Wasser und den freundlichen Menschen, sondern auch an der perfekten Infrastruktur, die für die Wassersportler geschaffen wurde. Mitten in der idyllischen Landschaft des Attersees liegt ein ganz besonderes Juwel: Der Union-Yacht-Club Attersee zählt zu den ältesten Segelclubs Österreichs und besteht seit 1886. Gegründet wurde er am 10. Juli durch Eugen Freiherr von Ransonnet-Villez, dessen Ziel ein sportliches und gesellschaftliches Zusammensein war. Heute hat der Union-Yacht-Club Attersee knapp 1.000 Mitglieder, sechs Angestellte und zahlreiche ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich mit ihrem ganzen Herzblut und Wissen in den Club einbringen.

Von Kanada zum UYCAs. Michael Farthofer ist seit sechs Jahren Präsident des Union-Yacht-Club Attersee. „Meine Eltern waren nach dem Krieg beruflich im Ausland unterwegs, so wurde ich rein zufällig in Kanada geboren, bevor es drei Jahre später zurück nach Österreich ging“, erzählt der sympathische Oberösterreicher seine Geschichte. Seit seinem achten Lebensjahr segelt er und konnte im Laufe der Zeit einige internationale Erfolge feiern: So wurde Michael Farthofer Europameister, Vizeweltmeister, war 1984 bei den Olympischen Spielen in der Soling-Klasse dabei und hat in seiner aktiven Zeit als Leistungssportler ein Leistungszen­trum für Segler im Union-Yacht-Club Attersee aufgebaut. Auch einige der erfolgreichsten Segler, wie beispielsweise die Hagara Brüder, sind durch seine Finger gegangen, was ihn ganz besonders stolz macht. Wie er zum Club kam? „Der Union-Yacht-Club Attersee hat mir schon in meiner Jugend sehr viel gegeben, somit sehe ich meine Arbeit hier als Zurückgeben, was ich erhalten habe. Und obwohl mir als Präsident die Koordination und die Letztverantwortung obliegt, ist mein Team an ehrenamtlichen Vorstandskollegen und Mitarbeitern maßgebend für die Instandhaltung des Clubs und ein wertvolles Miteinander“.

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Michael Farthofer, Präsident des UYCAs. (© Gert Schmidleitner)

Tradition und Moderne vereint. Das Ziel – die Förderung aller segelsportlichen Aktivitäten innerhalb des Clubs und im nationalen und internationalen Wettbewerb – basiert auf drei Säulen, auf die sich der Union-Yacht-Club Attersee stützt: der traditionellen, der gesellschaftlichen und der sportlichen. So finden im Club pro Jahr mehr als 30 Regatten mit mindestens einem Groß­event statt: Neben traditionellen Regatten mit über hundert Jahre alten Holzbooten, organisierten Hochseetörns, Clubcocktails und der beliebten Clubjause, die von den Damen des Vereins vorbereitet wird, können Mitglieder des UYCAs auf der Anlage direkt am türkisen See sogar ihre Hochzeit feiern. Ein besonderes Schmankerl des Union- Yacht-Club Attersee ist das von April bis Oktober geöffnete Clubrestaurant, das mit seiner kreativen Speisekarte und einem wunderschönen Gastgarten die Menschen zusammenbringt und das Clubleben fördert.

Die Jugend als Zukunft. Dass die Kinder und Jugendlichen im Union-Yacht-Club Attersee eine ganz große Rolle spielen, ist stark zu spüren. „Die Jugendlichen, die jetzt hier sind und eine Gemeinschaft bilden, werden den Club in 20 Jahren übernehmen und führen. Daher legen wir ein ganz besonderes Augenmerk darauf, ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu erzeugen und das Gemeinschaftliche zu fördern“, erklärt Michael Farthofer. Dass schon die Kleinen ganz groß in den Segelsport starten wollen, erkennt man deutlich an dem Andrang auf die Optimisten-Woche im Sommer: Die begrenzte Teilnehmerzahl von 135 Kindern war nach nicht einmal einer Stunde ausgeschöpft. „Wir sind schneller ausverkauft als Coldplay!“, lacht Michael Gilhofer, Präsident des OÖ Segelverbandes. Auch Constanze Atzwanger, ehrenamtliche Veranstaltungsleiterin der Optimisten-Woche 2017 freut sich über den Erfolg: „Die ‚Opti-Woche‘ spielt im Club eine große Rolle, da man hier die Clubgemeinschaft von klein auf spürt und in den Club förmlich hineinwächst. Die vielen engen Bekanntschaften, die während der Woche in unserem Club geknüpft werden, bleiben meist noch lange bestehen.“ Die Zusammengehörigkeit der Mitglieder spiegelt sich bei vielen gemeinsamen Aktivitäten wieder. So hat Vera Geck die Initiative ergriffen – und managt den jährlichen Jugendtörn an der Adria. „Segeln ist ein Sport, der neben körperlicher Fitness und Übung auch von der persönlichen Erfahrung anderer profitiert. Beim Segeln arbeitet man miteinander, tauscht sich aus, ...“, freut sich die aktive Leistungsseglerin, Leiterin des Segel-Bundesligateams und Jugendbetreuerin im Union-Yacht-Club Attersee. „Mit unserem Jugendtörn schweißen wir unsere Jugendlichen zusammen!“

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Der Union-Yacht-Club Attersee hat eine über 130 Jahre alte Clubgeschichte und zählt mit knapp 1.000 Mitgliedern zu den größten Segelclubs Österreichs. (© Gert Schmidleitner)

Die Segel sind gesetzt. „Stillstand ist Rückschritt“, ein Sprichwort, das im Union-Yacht-Club Attersee keinen Gebrauch findet. „Das ständige Invest­ment wird nicht nur getätigt, um die Anlage perfekt zu erhalten, sondern auch, um der Weiterentwicklung im Segelsport gerecht zu werden. Verschließt man sich den neuen sportlichen Entwicklungen, verliert man die Jugend“, weiß Michael Farthofer. Sein Ziel ist die Weiterentwicklung des Clubs und der Gebäude und die Ausrichtung auf den modernen Segelsport, ohne dabei auf das Traditionelle und Gesellschaftliche zu verzichten. Doch stolz kann der UYCAs-Präsident nicht nur auf seinen Club sein, sondern auch auf den Nachwuchs, der schon auf ganz eigenen Beinen steht: „Meine ältere Tochter Julia segelt mit mir seit Jahren auf meinem Segelboot die Regatten hier am Attersee und sogar Welt- und Europameisterschaften. Meine zweite Tochter Lisa ist seit einigen Jahren beim Bundesheer, hat dort als Ruderin begonnen und wurde U23-Weltmeisterin. Jetzt hat sie sich dem Segelsport zugewandt, wurde im Nationalteam aufgenommen und hat mit der Wienerin Angelika Kohlendorfer eine Olympiakampagne gestartet.“ Und auch Lisa Farthofer freut sich über ihren neuen Lebensweg: „Durch die Verbindung Familie und Segeln bin ich hier im UYCAs aufgewachsen, allerdings wollte ich nie professionell Segeln. Umso witziger ist es, dass ich den Weg zurückgefunden habe. Ich war überwältigt davon, wie ich aufgenommen wurde und wie groß der Teamzusammenhalt beim Segeln ist – das kannte ich beim Rudern so nicht. Allerdings muss ich noch viele taktische Dinge lernen und viel aufholen, gerade in den olympischen Bootsklassen. Das Segeln gibt mir unheimlich viel Lebensenergie – und bedeutet für mich Freiheit!“

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