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People | 02.06.2015

Mutig voran: Traumjob Quereinsteiger

Vier Unternehmen in Oberösterreich, vier verschiedene Branchen. Was sie allesamt gemeinsam haben? Sie sind Quereinsteiger.

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„Sonis Laden“: Petra Stockinger (47) ist eine typische Quereinsteigern. (Foto: Sonja Wöhrenschimmel)

Concept Stores, kleine Cafés oder Smoothie-Bars: Lautete die Devise früher „schneller, höher, besser“, besinnen sich Neo-Unternehmer nun wieder auf das Kleine, Private und Regionale. Waren es im Jahr 1993 in Oberösterreich 1907 Unternehmensneugründungen, sind es im vergangenen Jahr um 3356 mehr. Das zeigen Statistiken der Wirtschaftskammer Österreich. Und noch viel mehr: Vor 22 Jahren waren es fast nur Männer, die sich in die Selbstständigkeit trauten. Satte 73,3 Prozent der Unternehmen wurden damals von Männern gegründet. Heute holen die Frauen auf: Mehr als die Hälfte der neu gegründeten Unternehmen sind in weiblicher Hand. Die Zahlen zeigen, dass Frauen – was Ausbildungs- und Wissenstand betrifft – gegenüber Männern in allen Bereichen stark aufgeholt und diese in manchen sogar überholt haben. „Auch die heute flexiblere Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt sicher eine große Rolle“, ist Petra Stockinger, Inhaberin von Sonis Laden in Wels, überzeugt.

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Unternehmerin Tamara Hochstetter hat sich mit ihrem Salon in der Linzer Tabakfabrik einen Traum erfüllt. (Fotos: Salon Hochstetter)

 Arbeitnehmer hinterfragen mehr

Der „klassische“ Unternehmer in Österreich ist heute zwischen 30 und 40 Jahren jung, darunter zahlreiche Quereinsteiger. Diese Generation überlegt: Will ich dienächsten Jahrzehnte in meinem derzeitigen Beruf arbeiten? Komme ich mit meinem chaotischen Chef auf Dauer klar? Bin ich für eine Selbstständigkeit mutig genug? Und: Habe ich überhaupt eine gute Idee sowie ein ausgeklügeltes Konzept dafür?

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Frauen-Power: Elke Schmedler (33) und Kristina Bleil (32) gründeten im vergangenen Dezember das Café „Friedlieb und Töchter“ in der Linzer Altstadt. (Foto: Andreea Sasaran)

 Selbstständigkeit ist Typenfrage

Alle sechs Unternehmer, die wir im Rahmen dieses Artikels getroffen haben, sind sich einig: Den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen, das ist eine Typenfrage. Denn zwar nähern sich viele Menschen heute der Selbstständigkeit mit großen Schritten – nur um dann, ganz kurz vor dem Absprung ins Ungewisse, doch wieder einen Rückzieher zu machen. „Man muss leidensfähig sein“, sind sich Elke Schmedler und Kristina Bleil, Gründerinnen des Linzer Cafés „Friedlich und Töchter“, einig. Die Selbstständigkeit erfordert vollste Aufmerksamkeit, die ganze Energie. Positiv sehen jedoch alle sechs Interviewpartner ihre Entscheidung. Der allgemeine Tenor: „Wir gehen jeden Tag gerne zur Arbeit!“ Obwohl sie bei Weitem mehr als 38,5 Stunden die Woche darin investieren.

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Die Brüder Wolf-Dieter und Günther-Meinrad Kolar führen die Linzer Saftbar „Meinrad Juicery“. (Foto: Karl Kolar)

„Ein jeder muss für sich aber überlegen: Wie komme ich damit klar, wenn das Geschäft einmal nicht so gut läuft?“, stellt sich Günther-Meinrad Kolar, ehemaliger Unternehmensberater und heutiger Inhaber von „Meinrad Juicery“, die Frage. Trotzdem sollte man nicht zu pessimistisch an die Sache herangehen: Denn Angst lähmt. Und genau das ist fehl am Platz, wenn man als Unternehmer erfolgreich sein will.

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