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People | 11.12.2017

Ein Engel names Sara

Gemeinsam mit „Menschen für Menschen“-Botschafterin Sara Nuru reiste Uschi Fellner durch Äthiopien. Bei der „Women of the Year“- Gala wurde das Topmodel mit afrikanischen Wurzeln ausgezeichnet.

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Foto, Bitte! Die Kinder in den ländlichen Regionen kennen weder Fotoapparate noch Spiegel. Jedes Foto kommt einer Sensation gleich. © Menschen für Menschen

Unser Jeep bewegt sich im Schneckentempo über Schluchten aus Schlamm. Neben mir der unerschrockene Fahrer aus dem „Menschen für Menschen“-Team. Hinter mir eine schöne Frau. Sie strickt. Top-Model Sara Nuru, mit der ich im Auftrag der von Karlheinz Böhm gegründeten Äthiopien-Hilfsorganisation Land und Leute kennenlernen darf, ist – ähnlich wie Mesfin, unser Fahrer – die Ruhe in Person. „Das kann schon mal länger dauern, wenn man hier von A nach B reist“, sagt Sara und werkt konzentriert an ihrem Schal weiter („Handarbeiten beruhigt so schön!“). Länger dauern, ist diplomatisch formuliert. Vor uns steckt der öffentliche Bus tief im Schlamm, die ganze Dorfstraße ist zusammengelaufen, um sich das Spektakel zu geben. Neben uns steckt ein LKW im Schlamm, dahinter ein weiterer Bus. Tagelange Regenfälle haben aus der ohnehin schwer zu befahrenden Erdstraße ein einziges Schlamassel gemacht.

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© Menschen für Menschen

Wir können umkehren. Sagt Rupert, der mit weiteren Journalisten im Jeep hinter uns fährt. Rupert Weber ist Vorstandsvorsitzender der Organisation und bildet mit seiner Kollegin Alexandra Bigl, die auch die Öffentlichkeitsarbeit leitet, ein Dreamteam. Unermüdlich setzen sich die beiden Manager auch nach dem Ausstieg von Almaz Böhm aus der Stiftung (die Witwe von Karlheinz Böhm legte 2015 alle Funktionen bei „MfM“ nieder und zog sich ins Privatleben zurück) für die Menschen in Äthiopien ein. Das 1981 von KHB erdachte Konzept „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist aufgegangen, ganze Regionen in Äthiopien wurden langfristig entwickelt und dadurch unabhängig von fremder Hilfe.

 

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Zu Besuch. Sara Nuru, Alexandra Bigl und Uschi Fellner in Bake Kalate, bei der Familie von Abebech. © Menschen für Menschen

Über 5 Millionen Menschen in Äthiopien profitieren mittlerweile von der Arbeit der Organisation. Doch es bleibt noch unendlich viel zu tun. Wir drehen nicht um. Mesfin chauffiert uns souverän durch das filmreife Schlamm-Chaos, nach rund zehn Stunden sind wir am Zielort Kachisi, um gemeinsam mit Sara die ersten Projekte zu besuchen. Sara, deren Eltern aus Äthiopien stammen, die aber im bayrischen Erding aufgewachsen ist, interviewt zum Beispiel Bayise, eine Mutter von sechs Kindern, die mithilfe des „MfM“-Mikrokreditprogramms einen Esel kaufen konnte, um Getreide zu transportieren. Die Lebenssituation der Familie ist seither deutlich besser. Wir machen Fotos. Sara spielt mit den Kindern. Wir ziehen weiter. Noch so unendlich viel zu helfen und zu tun …

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HILFE ZUR SELBSTHILFE. Die Familie von Abebech verkauft Zucker, Kaffee und Gemüse in ihrem Shop, der mithilfe eines MfM-Mikrokredits entstanden ist. Sara Nuru reist unermüdlich in die ärmsten Regionen Äthiopiens, um die Menschen aufzuklären und zur Selbsthilfe anzuleiten. Bei der „Women of the Year“-Gala wurde das Model für sein Engagement nun ausgezeichnet. ©Menschen für Menschen
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© Menschen für Menschen

Menschen Hoffnung geben.


Sara und Abebech. Mithilfe eines MfM-Mikrokredites konnte die Familie einen kleinen Shop eröffnen und ihre Lebenssituation verbessern. Sara Nuru liegt als MfM-Botschafterin vor allem die Frauenförderung in Äthiopien am Herzen. „Meine Eltern sind noch vor meiner Geburt aus Äthiopien geflohen“, erzählt sie. „Wären sie geblieben, hätte sich mein Leben völlig anders gestaltet. Ich bin glücklich, mein Land durch MfM unterstützen zu können.

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