Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 12.09.2017

Raumwunder Küche

Wer nicht ständig kalt essen will, kommt um eine Küche nicht herum. Und mit dem richtigen Design und kleinen Tricks wird aus dieser noch viel mehr...

Bild Küche1.jpg
© ewe

Eine Küche ist Lebens- und Arbeitsraum, unser ganzer Stolz und natürlich auch ein bisschen Statussymbol. Und wir stellen viele Ansprüche an sie: Dieser wichtige Raum soll praktisch sein und darüber hinaus auch Stil, Persönlichkeit und Charakter haben.

Ein Raum, viele Möglichkeiten

Fließende Übergänge zwischen Küche und Ess­zimmer gehören fast schon zum Standard, doch die Entgrenzung geht sogar noch weiter und schließt auch das Wohnzimmer mit ein, dessen traditionelle Raumaufteilung durch Wände und verbindende Flure verloren geht. Das Endergebnis: ein oftmals lichtdurchfluteter und luftiger Raum, in dem die ganze Familie zusammen­kommt. Dieser Trend ist keineswegs nur Neubauten vorbehalten. Oft lässt sich mit nur kleinen Eingriffen und einem sensiblen Umgang mit dem Bestand die vorhandene Raumabfolge nach den eigenen Bedürfnissen optimieren. Doch egal, ob die Küche im Wohnbereich integriert ist oder einen eigenen Raum besetzt – durch technische Neuerungen, frische Farben und interessante Oberflächen wird dieser beliebte Treffpunkt aller Generationen auch Ende 2017 maßgebend für nachfolgende Küchenmodelle sein.

 

Bild Küche2.jpg
DIE NEUE LUFTIGKEIT. Offene Wohnräume lassen Küche und Essbereich nahtlos miteinander verschmelzen. Küche von ewe Gesehen bei Eilmannsberger – Küche Fenster Wohnen. (© ewe)

Natürlichkeit boomt

Wenige, hochwertige Zutaten sind das Rezept für einfache, authentische und gelungene Gerich­te – das Gleiche gilt auch für die Küche. Qualität statt Quantität ist hier bei der Gestaltung der Küche die Devise. Ganz nach dem Motto „Back to the roots – zurück zu den Wurzeln“ werden auch in Küchen wieder vermehrt natürliche Materia­lien eingesetzt. Und das ist gut so! Denn Holz und Kork bringen einen ganz besonde­ren Charme in den Küchenbereich und machen den Raum heimelig. Markante Arbeitsplatten und Fronten aus Massiv­holz haben bevorzugt sichtbare Maserungen, damit sie ihren Einsatz als echtes Unikat unterstreichen.

 

Bild Küche3.jpg
AUFGERÄUMT. Stecksysteme halten Ordnung in der Schublade. Von TEAM7. (© Team7)

Innere Werte

Egal, wie groß die Wohnung ist, Stauraum können wir nie genug haben. Auch in der Küche wollen Geschirr, Gläser, Gewürze, Töpfe und Küchenmaschinen gut untergebracht sein – ohne dabei zu viel vom wertvollen Platz auf der Arbeitsplatte zu verstellen. Leichtlaufende und nach kurzem Antippen sich selbstschließende Schubladen und Auszüge, hochschwingende Klappen und gedämpfte Türen sind heute Stan­dard in jeder Küche. Daneben begeistern die Einteilung, die Einsätze und nützliche Details, die den Stauraum in Ihrer Traumküche optimieren. Vorgefertigte Besteckeinsätze waren gestern, heute sind die Möglichkeiten, Schubladen und Schränke individuell einzuteilen, schier grenzenlos. Hochflexible Innenausstattungssysteme lassen sich nach Bedarf verändern und ergänzen, so sind alle Gegenstände sinnvoll sortiert und je­derzeit griffbereit. Einen Blick nach oben geworfen, hat man schnell den nächsten Lösungsansatz für Ordnung in der Küche gefunden: Über Ihren Küchenschränken hat garantiert noch einiges Platz! Geräte, die nicht jeden Tag gebraucht werden, sind dort gut aufgehoben. Schöne Körbe und Kisten, die farblich und materiell exakt zur Küche passen oder aber einen interessanten Kontrast zu ihr bilden, schaffen zusätzlichen Stauraum bis unter die Decke. Stauraum versteckt sich oft an den ungewöhnlichsten Orten: So hält eine Aufhängevorrichtung hinter der Tür Geschirrtücher und Ähnliches faltenfrei, die selten genutzte Mikrowelle beherbergt Müsli und Co. und in der Sitzbank mit verstecktem Stauraum finden sich Omas selbst bestickte Kissenbezüge, die bei deren Besuch schnell hervorgekramt werden können. Auch Rolloschränke bekommen eine immer größere Bedeutung: Mit ihnen kann man das Küchenchaos schnell und einfach verschwinden lassen – mit nur einem einzigen Handgriff!

 

Bild Küche4.jpg
MULTITALENT. Die Küche von TEAM7 lässt schnell und einfach Geräte und andere Küchenutensilien verschwinden. (© Team7)

Keinen blassen Dunst

Oberschränke mit Fettfilm, ein Fleck an der Decke über dem Herd... – das möchte natürlich niemand! Schon seit Jahrzehnten sorgt ein Dunstabzug in der Küche dafür, reine Luft zu machen. Immer effizientere Geräte bieten gerade in offenen Küchen die Möglichkeit, Küchendünste dort zu bannen, wo sie entstehen: über der Kochfläche. Jetzt darf gebrutzelt werden, was das Zeug hält – ohne dass der komplette Raum oder gar die ganze Wohnung nach kaltem Fett und Kohlsuppe riecht. Nun stellt sich nur noch die Frage: Abluft oder Umluft? Generell gilt: Bei Abluftsystemen wird die aufgenommene Küchenluft via Haube und Ableitungsrohre direkt ins Freie befördert. Somit ist bei dieser Variante ein Mauerdurchbruch vorzunehmen, wobei durch den Abzug auch Raumwärme nach draußen befördert wird. Umluftdunstabzüge hingegen können in allen Varianten in jeder Küche, über Küchenzeilen und Inselküchen, angebracht werden. Dabei sind keinerlei Umbauarbeiten notwendig und ein Energieverlust im Winter findet auch nicht statt. Durch die Vielzahl der Modelle müssen die Design-Ansprüche aber keineswegs hinter denen an die Funktion zurückbleiben. Neben den traditionellen Einbau- und Wandhauben sind in den Küchen der Österrei­cherinnen und Österreicher vermehrt Tischhauben und Muldenlüfter zu sehen, die in die Arbeitsfläche integriert werden und den Dunst direkt da abziehen, wo er entsteht. Tischhauben können noch dazu schnell unsichtbar gemacht werden, indem man sie ganz einfach in die Arbeits­platte schiebt. Doch nicht nur moderne Abzugssysteme zeichnen sich durch ihre Energieeffizienz und ihren flüsterleisen Betrieb aus, auch andere aktuelle Gerätegenerationen sorgen für eine ange­nehme Geräuschkulisse bei der neuen Offenheit zwischen Wohnraum und Küche.

Bild Küche6.jpg
Raffstores und Jalousien sind vielseitig einsetzbar, wie z.B. als Sichtschutz. Von HELLA. (© HELLA)

Schattenspiele und Lichtakzente

Wenn es um unser Wohlbefinden geht, spielt Licht eine entscheidende Rolle. Richtig eingesetzt, steigert es die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, kann aber auch zur Entspannung beitragen. Der Trend nimmt auch im Küchenbereich immer schneller Fahrt auf und verschönert mit bestimmten Konstruktionen diesen Raum des guten Geschmacks. Doch nicht nur Lichtstrei­fen und -schläuche, die beispielsweise unter den Oberschränken oder rund um die Arbeitsplatte angebracht werden, sind beliebt. Auch gezielt angebrachte Licht­spots sorgen für das gewisse Etwas. Perfekte Lichtlösungen sind aber nicht nur technischer Natur: Raffstores und Jalousien sind Meister der Anpassung und dosieren und lenken das natürliche Sonnenlicht. Außerdem wirken sie als „Klimapuffer“ und sorgen so für Behaglichkeit sowohl in Wohnräumen als auch in der Küche. Außenjalousien können wahlweise manuell oder elektrisch bewegt werden, wobei Letzteres viele Vorteile hat: So kann per Zeitschalter eingestellt werden, wann die Jalousien hoch- und runterfahren. Mit Hilfe einer Fernbedienung lassen sich die Lamellen zudem ganz gemütlich von der Couch aus steuern. Moderne Jalousien können auch mit Sonnen- oder Windsensoren ausge­stattet werden und je nach Wetterlage ihre Position eigenständig ändern.

Bild Küche5.jpg
TOLLE SACHE. Für die Küche [artgerecht] wurden hochwertigste Materialien verwendet. Mühlböck küche.raum. (© Richard Haidinger)

 

„Artgerechte“ Küche

Ressourcen bei der Herstellung einer Küche zu sparen und einen möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen, das setzte sich der in Neuhaus im Mühlviertel ansässige Inneneinrichter und Küchenspezialist mühlböck küche.raum zum Ziel. Martin Mühlböck, Inhaber des Unternehmens, machte sich schon jahrelang Gedanken darüber, ob es notwendig ist, für das Verstauen von Geschirr und Lebensmitteln so viele Ressourcen zu verschwenden. So entwickelte er eine Konstruktion, die den Aufbau der Küche darauf beschränkt, die Statik zu gewährleisten und dabei möglichst viel Material einzusparen. Er hatte Erfolg: Um bis zu zwei Drittel konnte Martin Mühlböck den Materialverbauch alleine bei der Kücheninsel reduzieren. Für die Küche [artgerecht] werden Massivholz, Grauglas und Keramik verwendet, Materialien, die der Küchenspezialist schon seit zwölf Jahren nutzt. In Kooperation mit der Kunstuniversität Linz wurde so­gar noch eins draufgelegt, und ein tolles Projekt entstand: In einer Seminararbeit unter der Leitung von Univ.-Prof. Mag. Mario Zeppetzauer sowie Mag. Elke Bachl­mair wurden Möglichkeiten von traditioneller Lebensmittellagerung in der Küche von heute aufgezeigt und auf eine zeitgemäße Designebene gebracht. Die Ideen dahinter sind genial: Die Studenten der Kunstuni entwickelten ein Ton-in-Ton-System, das mit nassem Sand gefüllt wird und so die ideale Luftfeuchtigkeit und Temperatur für Gemüse entwickelt. Zu sehen ist die neue Küche [artgerecht] derzeit im Schloss Neuhaus und von 10. bis 12. November 2017 im Museum für angewandte Kunst (MAK) in Wien im Rahmen der Messe „Design 2017“.

Diskutiere mit uns und deinen Freundinnen diesen Beitrag:
powered by Disqus