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Gernot SchreierBlog über Frauen, Männer und ihre alltäglichen Herausforderungen

Gernot Schreier | 31.07.2017

Das kleine Ich

Grüß Gott, darf ich mich vorstellen?

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© Shutterstock

Ich bin Ingenieur für Nachrichtentechnik, Elektronik und Kommunikation, technischer Beamter bei der Funküberwachung im Range eines Amtsrates. Ich bin in dieser Rolle Spezialist fürs Auffinden unerwünschter, bzw. illegaler Funksignale, Spezialist für die Abhaltung und Organisation (im Kommunikationsbereich) von Großveranstaltungen, war eigenverantwortlich für die Organisation dieser Obliegenheiten bei Hahnenkamm-Rennen (ca. 30 Jahre lang), der EURO 2008 (zweitgrößtes Medienereignis weltweit), der Ski WM 2001 und vielem mehr. Ich habe im Zuge dieser Tätigkeit, mit Anderen, eine Methode entwickelt, mit der man vermisste Menschen mittels Funkpeilung aus dem Hubschrauber finden und retten konnte. Weiters führte ich mehrere Einsätze in Amtshilfe für andere Behörden, die der Amtsverschwiegenheit unterliegen.

Ich bin staatlich geprüfter und diplomierter Lebens- und Sozialberater und berate in dieser Funktion mehrere Firmen aber auch Einzelpersonen. Aufgrund meiner eigenen Lebensgeschichte bin ich in diesem Bereich Spezialist für das angemessene Verhalten in Extremsituationen. In dieser Tätigkeit habe ich mehrere soziometrische Verfahren entwickelt. Ich arbeite mit der Technik der paradoxen Intervention und dem narrativen Ansatz, beide lassen den Klienten zum eigenen Therapeuten werden.

Ich war Herz-Kreislauftrainer, habe mit Ärzten Methoden entwickelt, die die Rehabilitation von Knieoperierten um mehr als die Hälfte verkürzte.

Ich bin Autor mehrerer Fachartikel seien sie technischer Natur oder psychologischer und schreibe einen wöchentlichen Blog und eine monatliche Glosse in Tirols größter Gesellschaftszeitung.

Zurzeit studiere ich psychosoziale Beratung und schreibe gerade an meiner Masterthesis, um Master of Science für psychosoziale Beratung zu werden.

Sind Sie, lieber Leser jetzt gelangweilt, überfordert oder doch noch interessiert?

Denn natürlich war das nicht Alles, aber sehr viel aus meinem Leben. Ist das nun wichtig oder nicht?Viele werden denken: "Interessiert mich nicht, ich kenn ihn so wie er ist." Andere werden denken: "Interessant, hätte ich ihm nicht zugetraut" und wieder andere werden sagen: "Was für ein Angeber!"

Aber jetzt die Geschichte aus der Praxis (diesmal nicht meiner, sondern die einer Kollegin):

Zu ihr kam eine Klientin, die sehr aufgelöst war. Sie wurde von den Mitarbeitern und den Geschäftspartnern ihres Mannes, der hatte eine Werbeagentur, einfach links liegen gelassen. Es war egal ob bei feierlichen Anlässen oder in der Firma. Für viele war sie so etwas wie der „gute Geist“ auch wenn sie durch ihren Mann immer als seine Frau vorgestellt wurde. Sie sagt, normalerweise würde es ihr nichts ausmachen aber da gab es einen Vorfall bei einer Feier mit Klienten im eigenen Haus. Als sie von der Küche herauskam saß plötzlich eine sehr knackige Blondine an der Seite ihres Mannes. Dieser erklärte ihr nach dem Abend, dass es sich um eine wichtige Kundin handelte, die einfach nicht begriff, wer sie war. Das half diesmal nicht um den Haussegen wieder gerade zu rücken.

Was war aus psychosozialer Sicht geschehen?

Natürlich ist es eine Verletzung der Achtsamkeit und Zugehörigkeit, aber auch sie trug das Ihre dazu bei. Sie lief immer als „U Boot“ an der Seite ihres Mannes. Sie legte kaum Wert auf ihre Titel, wie Frau Doktor und Universitätsdozentin. Sie sprach kaum darüber, dass sie maßgeblich an der Entwicklung einer Therapiemethode mitgewirkt hatte und, und, und. Wir diskutierten in unserer Gruppe bei einer Supervision sehr heftig darüber, ob auch sie eine Mitschuld traf und kamen auf keinen grünen Zweig.

 Wie viel Information über die eigenen Leistungen ist genug und wie viel ist schon Übertreibung?

Eine schwierige Frage. In meinen beiden Tätigkeitsbereichen ist Diskretion wichtig. Die meisten meiner Klienten wollen nicht erwähnt werden. Im Bereich der exekutivdienstlichen Tätigkeit ist soundso klar wie der Hase läuft. Hier gilt das Amtsgeheimnis.

Aber wie halten Sie es damit?

Spannend ist es allemal...

 

 

 

Erklärung:

 

Alle Veröffentlichungen sind, aufgrund des besonderen Vertrauensverhältnisses zwischen Berater und Klienten, mit den handelnden Personen abgesprochen und von Ihnen freigegeben. Des Weiteren sind Orte, Alter und Daten, die ein Erkennen der Personen ermöglichen würden, verfälscht.

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